Templer - Blog

⚔️ Gab es auch Templerinnen?

Die Assoziierung von Frauen als Mitschwestern untersagte bereits die lateinische Fassung der Ordensregel der Templer. Dort heisst es in Paragraph 56 (53 der französischen Übersetzung):
„Sorores quidem amplius periculosum est coadunare, quia antiquus hostis faemineo consortio complures expulit ex recto tramite Paradisi. Itaque Fratres charissimi, ut integritatis flos inter vos semper appareat, hac consuetudine amodo uti non liceat.“ (Sich weiterhin Schwestern beizugesellen betrachten wir als gefährlich, denn der alte Feind hat über die Gesellschaft der Frauen schon Viele vom rechten Weg ins Paradies abgebracht. Daher, geliebte Brüder, soll dieser Brauch von jetzt an nicht mehr erlaubt sein, damit die Blume der Reinheit vollkommen unter euch blühe.)
Aus dem Grunde, weibliche Gesellschaft zu meiden erklärt sich auch der Passus der Regel über Patenschaften, der in dieser Form aber auch in anderen Mönchsorden geübt wurde.

Nichtsdestoweniger kennt man einige Ehepaare oder alleinstehende Frauen, die ‚Donaten‘ der Templer wurden und als solche bei den Ordenshäusern wohnten. Aber es gibt auch einige wirkliche Ordensschwestern, die die monastischen Gelübde ablegten! Die Templerkomturei von Rourell in Katalonien beispielsweise wurde von einer Schwester geleitet (Ermengard d’Oluja)– ein einzigartiger Fall in der Geschichte des Ordens, zumal Rourell kein unbedeutendes Haus war. Reine Frauenklöster, die sich den Templern angeschlossen hatten, existierten in Perugia in Norditalien, und in Mühlen in Deutschland. Die Templerschwestern von Mühlen wurden 1272 aus dem Cistercienserorden gelöst und den Templern unterstellt. Noch 1324, 12 Jahre nach der Aufhebung des Ordens, weigerten sie sich, zu den Johannitern überzutreten.

1831 erklärt der den Pariser Neutemplern verbundene Latapie in der „‚Encyclopédie Moderne“, auch der weibliche Zweig des Ordens habe die Jahrhunderte überdauert. Templerinnen seien zum Beispiel Elisabeth I. von England und Katharina II. von Rußland gewesen.

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