⚔️ Gedanken am 5. Oktober

Der letzte Gedanke, der mir durch den Kopf schoß, bevor
ich nach der gestern erwähnten Sitzung mit AIDS-Kranken
frontal gegen ein anderes Auto knallte, war: »Na ja, vielleicht
habe ich so wenigstens eine Nahtoderfahrung.« Ich hatte
keine im technischen Sinne des Wortes, wohl aber in dem
Sinne, daß in dem Augenblick mein bisheriges, altes Leben
endete. Nach einer Nasenoperation und ein paar Tagen im
Krankenhaus wurde mir schlagartig bewußt, daß mir etliches
an meinem Leben nicht gefiel. Und wenn jeder Augenblick
unser letzter sein kann, warum dann Entscbeidungen auf die
lange Bank schieben? Schon wenige Monate später hatte ich
meine Arbeit im Krankenhaus und meine Lehrtätigkeit am
Medizinischen Institut der Harvard Universitär aufgegeben.

Tägliche Templerarbeit:
Verweile für ein paar Minuten im Gebet der Sammlung oder in
der Shamatha-Vipassana-Meditation. Wenn mein Gespräch mit
der AIDS-Gruppe und der anschließende Frontalzusammenstoß
ein Traum gewesen wären, welche Erklärungen würdest du darauf
projizieren? Lies wenn nötig die Anleitung vom 18. September
noch einmal durch und sage dir dann: »Wenn das mein Traum
wäre, …« Eine Freundin von mit machte die kluge Beobachtung,
daß, wenn es ihr Traum gewesen wäre, sie mit Sicherheit gedacht
hätte, daß ich – da mir die Nase beinahe abgetrennt worden war –
»das Gesicht verloren hatte«. Für meine damalige Lebenssituation
war dies eine äußerst wichtige Überlegung.
Apropos, was machen deine Traumübungen?

Schreibe einen Kommentar