⚔️ Gedanken am 6. September

Die Adoleszenz, die Zeitspanne von der Pubertät bis zur
Reife, bringt ein Aufblühen des spirituellen Glaubens, der
aus einem Geflecht von persönlichen Erfahrungen und Archetypen
des kollektiven Unbewußten hervorgeht. Wir
überwinden die Schwarzweißmalerei der Kindheit, die aus
Gott einen mächtigen, mitunter übelwollenden »Über-
Opa« machte. Wenn unsere Eltern allerdings streng und
autoritär sind, schaffen wir diesen »Adoleszenzsprung«
möglicherweise erst in einer viel späteren Phase unseres
Lebens, wenn es uns endlich gelingt, die frühen Verletzungen
unserer Selbstachtung zu heilen. Aber wenn alles gutgeht
und wir ein zuversichtliches Selbstgefühl entwickelt
haben, das bereit ist, sich von den Eltern abzunabeln, besteht
die spirituelle Aufgabe der Adoleszenz darin, Rollenmodelle
zu finden, die unsere bisherigen numinosen Erfahrungen
bestätigen und erweitern.

Templerarbeit:
Mache heute wenn möglich einen achtsamen Spaziergang. Wenn
du fertig bist, finde einen geeigneten Platz im Freien – oder setz
dich ans Fenster und sieh hinaus. Jetzt überlege: Wer waren in
meiner Jugend meine wichtigsten Rollenideale? Welches waren die
Werte, die sie symbolisierten? Ähnelten sie den Wertvorstellungen
meiner Eltern, oder waren sie davon verschieden? Mache dir ein
paar Notizen.

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