⚔️ Komturei Montsaunes (Frankreich)

Die Niederlassung wurde Mitte des 12. Jhs. gegründet und entwickelte sich zur bedeutendsten Komturei zwischen Toulouse und den Pyrenäen. Sie erfuhr große Unterstützung durch den lokalen Adel, insbesondere die Familien Montpezat und Roquefort, die die Komturei nicht nur mit Gütern und Rechten beschenkten, sondern zum Teil auch selbst in den Orden eintraten. 1174 nahm sogar der Graf von Comminges das Templerhabit. Zu Montsaunes gehörten mehrere abhängige Niederlassungen: Mazères-sur-Sarlat, Lestelle-de-Saint-Martory, Figarol, Escanecrabe und Saint-Jean-de-Plante. Güter und Immobilien befanden sich beispielsweise in Guran, Salies-du-Salat, Saint-Gaudens, Valentine, Soueich, Arbon, Gaillartville und Bamville.

Von den Konventgebäuden haben sich nur wenige Reste erhalten, mit Ausnahme der vor 1180 errichteten Kirche. Am Portal befinden sich Skulpturen der Steinigung des Erzmärtyrers Stephanus, sowie die Martyrien der Apostel Petrus und Paulus, den Besuch der Marien am Grab Christi und die Auferweckung des Lazarus. Das Programm verweist auf die Spiritualität der Templer in der apostolischen Nachfolge Christi, als deren Teil sie ihren Kampf (und den eventuellen Tod bzw. das Martyrium im Kampf gegen die Glaubensfeinde) sahen. Buße und Weltentsagung spielen ebenfalls eine Rolle. Der Stil der Bildwerke ist römisch, zur Zeit ihrer Entstehung eher archaisch.

Berühmt wurde die Kapelle jedoch für ihre Fresken. Es existieren zahlreiche Deutungen, die das Bildprogramm der Kapelle in einen esoterischen, sogar nicht-christlichen Bereich einordnen wollen. Dagegen spricht, dass sich auch Darstellungen der Apostel und weiterer christlicher Heiliger im Bildprogramm finden. In Wahrheit lassen sich die grafischen Elemente in den allgemeinen Zeitgeschmack einordnen und finden sich auch in anderen, nicht dem Templerorden zugehörigen Kirchen, so in der Burgkapelle von Castillon-en-Couserans und weiteren Bauwerken im Toulouser Raum und den Pyrenäen. Das Bildprogramm hat seinen kosmologischen Hintergrund in der Elementenlehre. Vergleichbare Kompositionen mit Kreiselementen und verschiedenen Sternformen finden sich nicht nur in der Wandmalerei, sondern auch der Mosaikkunst (Kathedrale von Die), sowie in der Emaillekunst auf anderen sakralen Gegenständen des Früh- bis Hochmittelalters.

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