Einer der Anwesenden bei einen Wochenendseminar, ein Psychologe, fing an, sich
darüber zu verbreiten, wie er sein inneres Kind wiederentdeckt
und getröstet habe und nun täglich mit ihm spiele.
Irgendwann brüllte Bly, der Vortragende, in seiner herzerwärmend unverblümten
Art dazwischen: »Na schön, dann ist es ja wohl
langsam an der Zeit, den kleinen Scheißer zu begraben,
oder?« Das brachte den Psychologen und auch einige andere
ganz schön auf die Palme. Aber wenn ich Bly richtig verstanden
habe, wollte er damit sagen, daß es nicht genug ist, unsere Wunden zu heilen: Wir
müssen sie anschließend transzendieren. Heranwachsen bedeutet
letztlich, daß das innere Kind stirbt und ein emotional
reifer Erwachsener geboren wird.

Tempelarbeit:
Mache heute wenn möglich einen achtsamen Spaziergang. Uberprüfe
anschließend den Zustand deines inneren Kindes. Wenn es
noch im »Wachstumsalter« ist, hätschle es und lasse ihm seinen
Willen. Wenn du das Gefühl hast, daß du deine Kindheitswunden
geheilt und deine Lehren aus ihnen gezogen hast, sprich ein Dankgebet.

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