Amerikas längster Krieg ist zu Ende: Die letzte US-Militärmaschine hat Afghanistan verlassen

Das ist passiert: Erstmals seit fast 20 Jahren befinden sich keine amerikanischen Soldatinnen und Soldaten mehr in Afghanistan. Am Montag, angeblich eine Minute vor Mitternacht, verliessen die letzten fünf im Land stationierten amerikanischen Militärmaschinen den Flughafen von Kabul. Der längste Krieg in der Geschichte der amerikanischen Republik, der offiziell am 7. Oktober 2001 begann, ist damit zur grossen Freude der Taliban zu Ende. Amerika und seine Verbündeten haben in den vergangenen vier Wochen gegen 123 000 Menschen ausgeflogen.  Zum Bericht

Das ist der Hintergrund: Es sei nicht möglich gewesen, alle Personen zu evakuieren, die man evakuieren wollte, darunter auch eine kleine Zahl von amerikanischen Staatsbürgern, gab das amerikanische Militär bekannt. Präsident Joe Biden hatte ursprünglich versprochen, sämtlichen ausreisewilligen Amerikanern bis zum Ende des vollständigen Truppenabzugs beizustehen. Auch liessen die Amerikaner eine unbekannte Zahl von Menschen mit einer amerikanischen Aufenthaltsbewilligung («Green Card») sowie vielleicht Tausende von afghanischen Ortskräften mit ihren Familien zurück.

Das beschliesst die Uno: Der Uno-Sicherheitsrats hat am Montag eine Resolution angenommen, die die «rasche und sichere Wiedereröffnung des Flughafens Kabuls und der Umgebung» verlangt. Zudem erinnert der Uno-Sicherheitsrat an das Versprechen der Taliban, Afghanen jederzeit und ohne Hindernisse die Ausreise auf dem Luft- und dem Landweg zu ermöglichen. Die Einrichtung einer Sicherheitszone in Kabul zur Fortsetzung von humanitären Operationen, wie von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ins Spiel gebracht, wurde nicht beschlossen. Zum Bericht

Das plant die EU: Die Innenminister des Staatenblocks kommen am heutigen Dienstag zu einem Sondertreffen zusammen. Sie wollen erreichen, dass möglichst viele afghanische Flüchtlinge in der Region bleiben. In dem Erklärungsentwurf der Innenminister wird vorgeschlagen, eng mit Nachbarstaaten wie Usbekistan und Pakistan zusammenzuarbeiten und diese finanziell zu unterstützen. Die humanitäre Hilfe für Afghanistan soll aufgestockt werden, von derzeit 57 Millionen Euro für das laufende Jahr auf das Vierfache. Zum Bericht

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