Die Ordensanfänge

Unmittelbar nach dem Konzil von Troyes (1128) erhielt der
Templerorden den päpstlichen Segen. Von nun an hatte er
seine Regel und sein Ordensgewand: weisse Mäntel für die
Ritter, schwarze für die Herolde und Knappen. Das rote
Kreuz, das auf der linken Schulter getragen wird, wird ihnen
erst nach 1145 von Papst Eugen III. Verliehen.

Sofort beginnt die «Rekrutierung». Hugues de Payns, der
durch die Familie de Champagne sowohl mit den Herzögen
der Normandie wie mit den Königen von England verwandt
war, reist in die Normandie und überquert den Ärmelkanal.
In der Chronik des Waverlia-Klosters steht folgende Notiz
über diese Reise: «Dieses Jahr (1128) kam Hugues de Payns,
Oberhaupt der Miliz des Tempels von Jerusalem, mit zwei
Soldaten und zwei Geistlichen (da der Tempel zu jener Zeit
weder Geistliche noch Kaplane hatte, wird es sich um zwei
Zisterzienser gehandelt haben) nach England und durchquerte
die ganze Gegend bis nach Schottland und rekrutierte
für Jerusalem, und viele nahmen das Kreuz, um sich noch in
jenem Jahr oder dem folgenden nach Jerusalem auf den Weg
zu machen.»

Nach Flandern scheint Geoffroy von Saint-Omer in gleicher
Mission gereist zu sein. E r war dafür der richtige Mann, da er
von Eustache de Boulogne abstammte.

Hugues de Payns reist 1129 nach Anjou, um bei Hugues
d’Amboise Abbitte zu leisten, möglicherweise aber auch, um
ein Geschenk zu besichtigen, das dem Orden im Jahr 1127, ein
Jahr vor seiner Entstehung, übergeben wurde.
Einige Historiker halten es für erwiesen, dass er in Spanien
war, aber es ist wahrscheinlicher, d ass er einen anderen seiner
Gefährten mit dieser Erkundungsreise beauftragt hat. 1130
kehrt er mit einer durchorganisierten, im Abendland rekrutierten
Truppe nach Jerusalem zurück (zur gleichen Zeit wie
Foulques von Anjou mit seinem Kriegsheer). Die Tcmpelmiliz
ist gegründet. Und Bernhard hat dafür alle seine Kräfte,
seine Beredsamkeit und seine Autorität eingesetzt.

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