Eine Gemeindewappen mit Düsenjäger

Ein merkwürdiges Gemeindewappen
Die 179 Seelen-Gemeinde Hahn führt ein merkwürdiges Wappen. Ob das je ein Heraldiker gesehen hat?

Wappenbeschreibung und -begründung
In Blau ein goldener Schrägrechtsbalken, belegt  mit einem schwarzen aufsteigenden Düsenjäger.
Vorne drei goldene Getreidehalme mit Ähren und Blättern, hinten gekreuzt ein goldener Hammer und ein goldener Schlägel.
Die immer noch aktive Landwirtschaft wird durch Getreidehalme und Ähren heraldisch ausgedrückt.
Der Abbau des Schiefergesteines aus den Gruben am Ort ist nicht nur ein Stück Vergangenheit, sondern wird heute wieder praktiziert. Daher die beiden Grubenhämmer als Symbol.
Ein Element der Gegenwart und der Zukunft ist der stilisierte Düsenjäger, da bei Hahn ein amerikanischer Luftwaffenstützpunkt liegt; für jeden Hunsrücker ist der Name „Hahn“ quasi mit „Flugplatz“ identisch.
Die Farben Blau und Gold als Hinweis auf die ehemalige vordere Grafschaft Sponheim.

Ein Gedanke zu „Eine Gemeindewappen mit Düsenjäger

  • Ralph von Reichenberg
    25. Januar 2021 um 9:42
    Permalink

    Es gibt keine einhellige, verbindliche Auffassung und keine einheitlichen Richtlinien über die genaue Ausprägung von Kommunalwappen. Das Kommunalrecht und die kommunale Heraldik entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte in den verschiedenen Ländern und Wappenkulturen derart unterschiedlich, dass Kommunalwappen je nach örtlichen und historischen Zusammenhängen anders ausgeprägt und gestaltet sind.
    Teilweise entsprechen sie den Regeln der Heraldik, teilweise stellen sie „paraheraldische Machwerke“ dar und teilweise sind sie en bloc unheraldisch. Das Durcheinander der Darstellungsweisen von Kommunalwappen ist auch in begrenzten Wappenkulturräumen nachweisbar, beispielsweise im deutschsprachig geprägten:

    „Die Wappen deutscher Kommunen und Kommunalverbände sind nicht immer befriedigend, nicht zuletzt, weil die Entscheidungsträger, die Kommunalpolitiker, von Heraldik wenig Ahnung haben und häufig nicht bereit sind, auf Fachleute zu hören.“

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