Gedanken am 10. November

Wenn jemand während eines Lügendetektortests nach längerem
Leugnen »zusammenbricht« und die Wahrheit sagt,
beruhigen sich sein Herzschlag und seine Atmung. Es ist
eine Erleichterung zu gestehen, selbst wenn es bedeutet, daß
man ins Gefängnis kommt! Analog dazu haben Studien ergeben,
daß Menschen, die sich irgendeine Schuld »von der
Seele reden« – sei es vor einem Duschvorhang, hinter dem
niemand steht, sei es, indem sie es ihrem Tagebuch anvertrauen
– sich anschließend viel besser fühlen. Einen ähnlichen
Zweck erfüllen der katholische Beichtstuhl und das
Behandlungszimmer eines Therapeuten. Das Eingeständnis
unserer Schuld ist der erste Schritt in Richtung auf die Reue,
die uns erlaubt, alle Selbstvorwürfe loszulassen und die
Weisheit einzufordern, die uns aus der Erkenntnis unseres
Fehlers erwächst.
Tägliche Templerarbeit:
Schreibe etwasauf, was du ernsthaft bedauerst, und gestehe es Gott
in einem Gebet. Atme ein paarmal loslassend durch und lasse dich
in die innere Stille gleiten. Stell dir vor, das Göttliche Licht
schwebe halb vor, halb über dir. Spüre, wie diese liebende Gegenwart
sich strahlend über dich ergießt und dich durchströmt. Erlaube
allen Schuldgefühlen, mit diesem Licht in den Boden zu
fließen und in Mutter Erde umgewandelt zu werden. Erlaube dem
Licht, allen Schmerz und alle Trauer aus dir herauszuwaschen,
wodurch das Licht, das schon immer in deinem Herzen geschienen
hat, hell aufleuchten kann. Spüre, wie sich dein Herzlicht ausdehnt,
eins wird mit dem Licht Gottes und dich mit einem glühenden
Ei aus Licht umgibt. Sende dieses Licht und einen Segen der
Person oder der Situation zu, die du in diesem Augenblick losläßt.

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