Gedanken am 4. September

Als ich noch klein war, stand mein Bett unter einem großen Erkerfenster. Nachts lag ich ganz ruhig da und betrachtete den Mond. Eines Tages schenkte mir mein Vater eine Schallplatte mit einem Märchen über eine kranke Prinzessin.
Die Hofärzte konnten keine Kur für ihr Leiden finden,
aber zuletzt kam der Oberzeremonienmeister, dessen
tiefe Stimme voller Magie war, auf die Lösung: Die Prinzessin
mußte den Mond haben. Aber obwohl der Mond sehr nah
zu sein schien, reichte selbst die längste Leiter nicht an ihn
heran. Schließlich Heß der Zeremonienmeister für die Prinzessin
einen Silbermond anfertigen, und sie wurde wieder
gesund. Eine Zeitlang versuchte er, sie nachts vom Fenster
fernzuhalten, damit sie nicht merkte, daß es nicht der echte
Mond war, den sie da an einem Kettchen am Hals trug. Eines
Nachts aber erblickte sie doch das glänzende Gestirn am
Himmel: Da freute sie sich über die Maßen, daß Gott ein
neues hatte nachwachsen lassen, damit sich alle Menschen
daran erfreuen könnten.

Tempelarbeit:
Verweile für ein paar Minuten im Frieden des Gebets der Sammlung oder der Shamatha-Vipassana-Meditation. Kannst du dich daran erinnern, was früher deine Lieblingsgeschichte war? Hatte sie in irgendeiner für dich heute nachvollziehbaren Weise Bezug zu deinem spirituellen Leben? Mache dir ein paar Notizen.

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