Gedanken am 5. November

Mein Vater starb, als ich Ende 20, und meine Mutter, als ich
Anfang 40 war. In den letzten Monaten hatten wir endlich
aufgehört zu versuchen, uns gegenseitig nach unseren jeweiligen
Vorstellungen umzumodeln, und waren bereit, uns auszusöhnen.
Wir vergaben einander, wenige Stunden bevor sie
starb. Als sie hinüberwechselte, hatten mein Sohn Justin und
ich eine außergewöhnliche Erfahrung: Wir gingen zusammen
mit ihr ins Licht ein, wo die Geschichte unseres gemeinsamen
Lebens offenbart wurde. In den Wochen nach
ihrem Tod hatte ich eine Serie von witzigen, »unverblümten
« und lichtvollen Träumen, die unsere Beziehung noch
weiter erhellten und deren Weisheit und Gnade zum Vorschein
brachten. Mein Vater hingegen starb ganz plötzlich.
Unsere Beziehung war außerordentlich innig und liebevoll
gewesen, frei von allen Konflikten, die sich zwischen Mutter
und mir ständig abgespielt hatten. Seltsamerweise konnte
ich weder weinen noch trauern. Ein paar Jahre nach Mutters
Tod erschien mir Vater gelegentlich im Traum, einsam und
vergessen. Ich hatte es unterlassen, die Geschichte seines
Lebens durch Trauer gebührend anzuerkennen, und fing
erst fast 15 Jahre nach seinem Tod an, diesen Prozeß zum
Abschluß zu führen.
Tägliche Templerarbeit:
Mache heute morgen eine Metta-Meditation (11.-15. Februar).
Sende allen Verstorbenen, die in deinem Leben eine wichtige Rolle
gespielt haben, deine wohlwollenden Segenswünsche. Sage jedem
von ihnen, was er dir bedeutet hat. Erweise seinem Leben die ihm
gebührende Ehre.
Wenn du damit fertig bist, denke darüber nach, wie gut du deinen
Lebenspartner verstehst. Wenn du das Gefühl hast, daß du noch an
dieser Beziehung zu arbeiten hast, nimm dir in den nächsten
Tagen etwas Zeit, um die Geschichte eures gemeinsamen Lehms
aufiuschreiben. Der Vorgang des Schreibens fördert oftmals verborgene
Sinnzusammenhänge zutage. Und halte in deinen Träumen
nach Einsichten und Offenbarungen Ausschau!

Schreibe einen Kommentar