⚔️ Gedanken am 6. Oktober

Das »Vertrautsein mit unserem Tod«, wie Don Juan es
nennt, konfrontiert uns zwangsläufig mit unseren Vorstellungen
über die Seele. C G . Jung schrieb in seiner Autobiographie,
wir müßten einen Mythos über den Tod haben.
»Der Mensch muß sich darüber ausweisen können, daß er
sein möglichstes getan hat, sich eine Auffassung über das
Leben nach dem Tode zu bilden oder sich ein Bild zu machen
– und sei es mit dem Eingeständnis seiner Ohnmacht. Wer
das nicht tut, hat etwas verloren.« * Obwohl Jung eine Reihe
erstaunlicher Visionen und Träume über das Fortleben der
Seele hatte, wies er immer wieder daraufhin, wir könnten nie
Sicherheit über Dinge gewinnen, die, wie der Tod, unseren
Verstand übersteigen. Die Vorstellungen aber, die wir uns
darüber machen, bestimmen in entscheidendem Maße, wie
wir unser Leben führen.

Tägliche Templerarbeit:
Verweile für ein paar Minuten im Gebet der Sammlung, im Ei
aus Liebt oder in der Shamatha-Vipassana-Meditation. Vergegenwärtige
dir deine Ansichten über den Tod und darüber, was nach
dem Sterben aus der Seele wird. Wenn du deine Traumübungen
unterbrochen hast, überlege dir, ob es nicht gut wäre, sie wiederaufzunehmen.
Es ist mehr als wahrscheinlich, daß dein Höheres
Selbst dir im Traum Aufschluß über den archetypischen Inhalt
solch einer Kontemplation geben würde.

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