Grossbritannien und Frankreich setzen auf die Kernenergie, um ihre Klimaziele zu erreichen

Das ist passiert: Wenn Boris Johnson Ende Oktober die Weltklimakonferenz in Glasgow eröffnet, tut er das mit einem eindeutigen Bekenntnis zur Kernkraft – um die britische Klimabilanz bis 2035 klimaneutral zu machen. Heute produzieren acht Kernkraftwerke rund ein Fünftel des Stroms auf der Insel. Doch aus Altersgründen werden bis 2030 sieben abgeschaltet, das achte im Jahr 2035. Der britische Regierungschef will bis 2024 zumindest für ein neues Kernkraftwerk den finalen Entscheid fällen. Doch der Aufstieg der Erneuerbaren hat die Atomenergie zu einem unsicheren Geschäft gemacht. Zum Bericht

So ist die Lage in Frankreich: Der französische Präsident Emmanuel Macron wirbt offensiv für die Vorteile der Atomkraft, die 70 Prozent des Strombedarfs in Frankreich deckt. Er versucht so, innenpolitisch mit Frankreichs Unabhängigkeit vom Energiemarkt zu punkten und gleichzeitig seine Klimabilanz zu verbessern. Doch selbst im «Atomstromland» Frankreich läuft nicht alles rund für die Energie aus dem Atom. So geht zum Beispiel die Entwicklung von französischen SMR, einer neuen Generation kleiner, modularer Reaktoren, langsamer voran als erhofft. Und ein Endlager ist bis heute nicht gefunden. Zum Bericht

So ordnen wir es ein: Frankreich hofft auf die Renaissance der für viele nach der Katastrophe von Fukushima gestorbenen Technologie. Das Land hat die Kernkraft anders als etwa Deutschland, Belgien und Spanien nie aufgegeben. Nicht alle in der EU sehen die Kernenergie so enthusiastisch wie Frankreich. Doch mit Blick auf die ambitionierten Klimaziele wird Atomstrom auch für andere Länder attraktiver und sollte eine Option bleiben. Zum Kommentar

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