Herzogin Meghan beklagt Rassismus im britischen Königshaus

Mit deutlichen Worten haben Herzogin Meghan und Prinz Harry in einem Interview mit der amerikanischen Moderatorin Oprah Winfrey ein erschütterndes Bild des britischen Königshauses gezeichnet. Beide sagten, auch von der eigenen Familie hätten sie Rassismus erfahren. Als sie etwa mit Sohn Archie schwanger gewesen sei, habe es Bedenken gegeben, «wie dunkel seine Haut sein könnte, wenn er geboren wird», sagte Meghan. Die Herzogin berichtete auch von Suizidgedanken. «Ich wollte einfach nicht mehr am Leben sein», sagte sie.

Darum ist es wichtig: Das Interview war das erste von Meghan und Harry, seit die beiden ihre royalen Pflichten aufgegeben hatten, und war daher mit Spannung erwartet worden. Schon vor der Ausstrahlung wirkte die Stimmung zwischen dem Paar und dem Palast vergiftet. Zwar äusserten sich die Queen und die Königsfamilie nicht zu dem Interview, doch in der britischen Öffentlichkeit wurden Meghan und Harry stark kritisiert. Es sei eine Frechheit, dass sie an der Ausstrahlung festhielten, obwohl Harrys Grossvater Prinz Philip im Spital liege, hiess es.

Der Vorwurf des Rassismus wirkt verheerend im einem aufgeheizten politischen Umfeld, in dem das Thema von «weisser Vorherrschaft», von Diskriminierung und Rassismus gerade in Grossbritannien und den USA aus dem gesellschaftlichen Diskurs nicht mehr wegzudenken ist. Die Hoffnung der Windsors, mit dem Eintritt Meghans in die Familie dem Zeitgeist näher gekommen zu sein, hat sich daher zerschlagen.

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