Katholische Gemeinden feiern die Segnung homosexueller Paare

Weit über 100 katholische Geistliche in Deutschland segnen gleichgeschlechtliche Paare. Eine Sensation. Eine Selbstverständlichkeit. Und mehr.

In München oder Münster, in Köln oder Konstanz, Berlin oder Buxtehude. In mehr als 100 katholischen Kirchengemeinden Deutschlands segnen katholische Geistliche in diesen Tagen gleichgeschlechtliche Paare. Das ist kirchlicherseits nicht zulässig und vom Vatikan auch offiziell untersagt. Die Priester segnen trotzdem – oder auch deswegen.

„Das lateinische Wort für ’segnen‘ heißt ‚benedicere‘, also ‚gut sagen‘. Das hat schon auch mit Anerkennung zu tun“, sagt Burkhard Hose der Deutschen Welle. Der Hochschulpfarrer hatte zur Feier in die Würzburger Augustinerkirche unter dem Motto „Wir können doch gar nicht anders als Segnen“ geladen. Hose betont: „Wenn wir heute gleichgeschlechtlich liebende Paare segnen in unserer Zeit, dann erkennen wir auch ihre Beziehung an. Es ist ein Stück Anerkennung der Lebensrealität, der Vielfalt, auch in der Schöpfung und der Art und Weise, wie Menschen in unterschiedlicher sexueller Orientierung auch ihre Beziehungen leben. Und das ist einfach jetzt noch der Kontrast zu dem, was offiziell im Katechismus zu finden ist.“ Denn der Katechismus, die offizielle katholische Lehre, anerkennt homosexuelle Liebe nie und sieht sie als „Handeln wider die Natur“.

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