⚔️ Komturei Brindisi (Italien)

Historiker des frühen 20. Jahrhunderts gingen von einer Ansiedlung der Templer in diesem wichtigen Hafen Richtung Orient bereits in der Normannenzeit aus. 1169 taucht in einer Urkunde ein Bruder Ambrosius als Komtur des Hauses von Brindisi auf – das Dokument ist jedoch eine spätere Abschrift oder Fälschung. Erst aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gibt es sichere Nachrichten. 1244 wird ein Bruder Bonasenga als Komtur des Hauses in Brindisi genannt.

Die Anjou begünstigten seit 1267 den zollfreien Handel der hier angesiedelten Ritterorden (außer den Templern auch Johanniter und Deutscher Orden).Nicht nur Güter wurden von Brindisi aus auf Schiffen des Ordens transportiert – auch Würdenträger reisten von und nach dem Heiligen Land über diesen Hafen. 1278 fuhr auf der „Santa Maria dei Templari“ Ruggero di Sanseverino, Generalvikar des Königreichs Jerusalem, mit 35 Pferden und Lebensmitteln Richtung Akkon. 1286 reiste auch Maria von Ungarn, künftige Gemahlin Charles II. von Anjou, auf einem Templerschiff. Nicht immer ging es jedoch ordnungsgemäß zu: so sind Klagen von venezianischen Händlern überliefert, deren Schiffe durch den Komtur von Brindisi festgesetzt, ihrer Ladung beraubt und einige ihrer Seeleute im königlichen Kastell arrestiert wurden. Charles I. orderte zwar Freilassung und Restituierung der Güter an – doch mit wenig Erfolg, der kleine Handelskrieg zwischen Templern und Venedig in Brindisi setzte sich fort.

Der letzte Komtur von Brindisi, der Servient Hugo de Samaya, wurde während des Prozesses von der Provinzialkommission unter dem Erzbischof von Brindisi 1310 als einer von nur zwei Zeugen verhört.

Die Niederlassung umfasste eine Kirche unter der Titulatur des Hl. Georg, wie aus einer Urkunde von 1260 hervorgeht. Doch wo sich die Kirche und die übrigen Gebäude befanden, ist umstritten: möglicherweise in der Nähe des heutigen Bahnhofs, wo es eine Station San Giorgio gibt, oder eher zentral gelegen in der Nähe der Kirche San Giovanni al Sepolcro. Dem Orden zugeschrieben wurde auch die soganannte „Portico dei Templari“ auf dem Domplatz. In Wahrheit handelt es sich jedoch um die Überreste eines Adelspalazzo. Auch das heute als Tourist-Center dienende Gebäude wird – aufgrund eines „Templerkreuzes“ als Ordensbau und möglicherweise Lagerhalle angesehen.

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