Schlüsseltexte zu Pius XII. wurden vertuscht

Der Vatikan hat nach Worten des Kirchenhistorikers Hubert Wolf nach dem Zweiten Weltkrieg Dokumente zum Pontifikat von Papst Pius XII. verheimlicht. Neueste Aktenfunde zeigten, dass Dokumente unvollständig seien.

So sei das elfbändige Werk mit zentralen Dokumenten von Pius XII. während des Zweiten Weltkrieges, die „Actes et Documents“, nicht vollständig, sagte Wolf dem katholischen Internet-Portal „Kirche-und-Leben.de“ (Freitag).

Nun gefundene Zeitzeugenaussagen zum Holocaust seien darin „unterschlagen“ worden, so der Vorwurf des Historikers. Er gehört mit zu den 30 Wissenschaftlern, die in den seit März geöffneten Vatikan-Akten über Papst Pius XII. forschen können.

Entscheidendes Dokument fehlt

In den „Actes et Documents“ taucht laut Wolf ein entscheidendes Dokumentenstück über den Holocaust nicht auf. „In dem wird belegt, dass der Heilige Stuhl die Informationen einer jüdischen Organisation über die Ermordung einer halben Million Juden innerhalb eines halben Jahrs in der Ukraine durch eigene Quellen – nämlich Äußerungen des damaligen katholischen Erzbischofs Andrej Szeptyzkyj in der Ukraine – bestätigen kann.“

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