Vatikan bestätigt Entlassung von Priester aus Klerikerstand

Fall von deutschem Missbrauchstäter sorgte in jüngster Zeit mehrfach für Aufsehen, weil mehreren Kardinälen und Bischöfen Versäumnisse vorgeworfen werden

Ein zweimal wegen Missbrauchs verurteilter deutscher katholischer Priester ist aus dem Klerikerstand entlassen worden. Die römische Glaubenskongregation bestätigte das Urteil des Kölner Kirchengerichts vom November 2020 gegen den 87-Jährigen, wie die Erzdiözese Köln am Mittwoch mitteilte. Damit habe er die schärfste Strafe erhalten, die das Kirchenrecht für einen Kleriker vorsehe; er dürfe nie wieder priesterliche Dienste ausüben.

Der Fall hatte in jüngster Zeit mehrfach für Aufsehen in Deutschland gesorgt. Trotz Verurteilungen durch staatliche Gerichte, die erste davon erfolgte im Jahr 1973, konnte der Mann über Jahrzehnte in seiner Heimatdiözese Köln sowie in den Diözesen Münster und Essen als Seelsorger arbeiten. 2019 verbot ihm der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki, der sich selbst in einem anderen Fall gegen Vertuschungsvorwürfe wehrt, priesterliche Dienste.

„Mit der Entlassung aus dem Klerikerstand kommt das kirchenrechtliche Verfahren in diesem Fall endlich zum Abschluss“, erklärte der Kölner Generalvikar Markus Hofmann. Den Umgang von kirchlichen Führungskräften mit dem Fall werde eine laufende Untersuchung des Strafrechtlers Björn Gercke klären.

Laut mehreren Untersuchungen haben frühere Bischöfe ein kirchenrechtliches Verfahren gegen A. „pflichtwidrig unterlassen“. Die Vorwürfe treffen die früheren Kölner Kardinäle Joachim Meisner (1933-2017) und Joseph Höffner (1906-1987) sowie den Münsteraner Bischof Heinrich Tenhumberg (1915-1975). Auch der amtierende Essener Bischof Franz-Josef Overbeck und der Münsteraner Bischof Felix Genn räumten vergangenen Monat in dem Fall Fehler ein.

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