Westliche Staaten evakuieren Botschaftspersonal aus Afghanistan

Das ist passiert: Zahlreiche westliche Länder haben am Freitag angekündigt, ihre Botschaften in der afghanischen Hauptstadt Kabul zu schliessen oder den Personalbestand vor Ort stark zu reduzieren. Norwegen und Dänemark werden aufgrund des Vormarsches der Taliban ihre Vertretungen ganz aufgeben, Deutschland und Schweden wollen ein Minimum an Mitarbeitern vor Ort behalten. Auch die Vereinigten Staaten reduzieren das Botschaftspersonal in Kabul auf «eine diplomatische Kernpräsenz». Zu den neusten Entwicklungen

So ist die Situation im Nachbarland: Kein Land ist so eng mit Afghanistan verknüpft wie Pakistan. Und keines fühlt sich so sehr missverstanden vom Westen, besonders von den Amerikanern, die nun abziehen. «Pakistan ist ihnen nur nützlich, wenn es den Schlamassel aufräumen soll, den sie angerichtet haben, weil sie zwanzig Jahre lang eine militärische Lösung für diesen Konflikt suchten, obwohl es nie eine gab», sagt Pakistans Premierminister Imran Khan bei einem Gespräch mit der NZZ. Zur Reportage

Das droht der afghanischen Wirtschaft: Jährlich kommen rund 10 Milliarden Dollar Hilfe ins Land. Ziehen die Taliban wieder in Kabul ein, gibt es zwei Szenarien. Wüten sie wie 1996 mit islamistischem Furor, wird die Wirtschaft ein weiteres Mal kollabieren. Zeigen sie sich geläutert, wird der Aufprall so hart nicht sein. Das wäre wichtig, denn mit massiver internationaler Hilfe wie bisher kann Afghanistan nicht mehr rechnen. Zum Bericht

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