Wie die Regierung Anleger zwingt, Staatsschulden mit Zinsverlust zu finanzieren

Oft hören wir, Entschuldung über Inflation funktioniert nur, wenn
Investoren nicht irgendwann deutlich höhere Zinsen verlangen. Niemand
wird sich auf Dauer mit negativen Realzinsen zufrieden geben.
Aber die Regierung kann Anleger zwingen, Staatsschulden zu finanzieren.
»Die Politik hat Instrumente in ihrem Folterkasten, um Anleger
zu zwingen, Anleihen trotz negativer Realzinsen zu kaufen“, sagt der
von mir geschätzte Vermögensverwalter Bert Flossbach.

Zu der Art finanzieller Repression zählen Vorschriften, die Grossanleger
wie Versicherungen zwingen, einen Anteil Staatsanleihen zu
halten. Die EU-Kommission hat durch Regeln wie Solvency II dafür
gesorgt, dass grosse Versicherungen für Staatsanleihen weniger Eigenkapital
zurücklegen müssen, als für andere Anlageklassen. Der Staat
kann also immer dafür sorgen, dass selbst negativ rentierende Anleihen
gekauft werden. Und wie wir seit einigen Jahren wissen, steht ja notfalls
noch die Zentralbank als letzter Käufer zur Verfügung.

Bei all diesen Fakten fällt es schwer zu glauben, dass dem Staat
und den abhängigen Zentralbanken Geldstabilität wichtiger ist, als die
eigene Verschuldung. Dazu kommt, dass für viele westliche Zentralbanken
das Beispiel Japan mit Jahrzehnten Deflation eine Warnung ist.

Morgen geht es weiter.

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