✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

⚔️ Die Flucht der Templer nach Schottland

Als der Templerorden im Jahr 1307 unter dem französischen König Philipp IV. verfolgt und schließlich durch Papst Clemens V. aufgelöst wurde, begann eine der größten Rätsel der mittelalterlichen Geschichte: Wohin flohen die überlebenden Templer?

Während viele Theorien über ihre mögliche Flucht kursieren – von Portugal bis nach Amerika –, lag eine der realistischsten Zufluchtsmöglichkeiten viel näher: Schottland unter Robert the Bruce.

Schottland als idealer Zufluchtsort

Schottland bot den fliehenden Templern mehrere entscheidende Vorteile:

✔️ Geografische Erreichbarkeit: Während viele europäische Länder mit dem Papsttum verbündet waren und aktiv nach den Templern suchten, war Schottland über Land schwer zu erreichen, jedoch über den Seeweg relativ einfach und sicher.

✔️ Robert the Bruce und seine Exkommunikation: Der schottische König war wegen des Mordes an John Comyn von Papst Clemens V. exkommuniziert worden. Das bedeutete, dass er nicht unter kirchlichem Einfluss stand – und somit keinen Druck hatte, die Templer an die Inquisition auszuliefern.

✔️ Militärische Notwendigkeit: Robert the Bruce kämpfte zu dieser Zeit um die Unabhängigkeit Schottlands gegen England. Nach seiner Niederlage gegen Eduard I. bei Methven (1306) musste er sich ins Hochland von Argyll und nach Ulster zurückziehen, um neue Kräfte zu sammeln. Jeder kampferprobte Ritter war eine wertvolle Unterstützung – und die Templer waren erfahrene Krieger mit einer effektiven Kampftaktik.

Templer als militärische Berater und Ausbilder

Robert the Bruce erkannte, dass die offene Feldschlacht nicht die erfolgversprechendste Strategie gegen die überlegenen englischen Truppen war. Stattdessen setzte er auf eine neue Kampfweise, die von den Templern im Heiligen Land gelernt und perfektioniert worden war:

🔹 Leichte Reiterei und bewegliche Bogenschützen statt schwerer Kavallerie
🔹 Gezielte Schläge aus dem Hinterhalt statt offener Konfrontation
🔹 Strenge militärische Disziplin und taktische Manöver

Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Templer als Ausbilder in die schottische Armee integriert wurden, um ihre bewährten Kriegsstrategien weiterzugeben.

Die Schlacht von Bannockburn – Ein Templersieg?

Am 24. Juni 1314, am Tag des Heiligen Johannes, kam es zur entscheidenden Schlacht von Bannockburn. Dort konnte Robert the Bruce den englischen König Eduard II. vernichtend schlagen.

Es gibt Berichte, dass die Templer eine entscheidende Rolle in dieser Schlacht gespielt haben sollen. Angeblich tauchten sie plötzlich auf dem Schlachtfeld auf, gekleidet in ihrer weißen Ordenskleidung mit dem roten Kreuz, während ihr schwarz-weißes Banner wehte.

Die Engländer sollen vor Schreck in Panik geraten sein und die Flucht ergriffen haben – ein Szenario, das zwar historisch nicht zweifelsfrei belegt ist, jedoch gut zu den Legenden um die Templer passt.

Spuren der Templer im schottischen Hochland

Ein möglicher Beweis für die Präsenz der Templer in Schottland sind die Grabplatten in Kilmartin (Argyll). Diese fast schmucklosen Grabsteine zeigen lediglich gerade Schwerter und freimaurerische Symbole.

Die freimaurerischen Zeichen weisen auf eine enge Verbindung zu den mittelalterlichen Bauhütten („Söhne Salomons“) hin, die ebenso wie die Templer von der Kirche verfolgt wurden.

Pierre d’Aumont und die geheimen Nachfolger der Templer

Laut einigen Quellen, darunter Baron Karl von Hund, könnte der Templerorden in Schottland im Geheimen weiterexistiert haben.

Der Ritter Pierre d’Aumont, Präzeptor der Auvergne, soll nach dem Tod von Jacques de Molay mit zwei weiteren Präzeptoren und sieben Rittern über Irland nach Schottland geflohen sein. Dort trafen sie sich auf der Insel Mull mit anderen geflohenen Templern unter der Führung von George Harris.

Dieser geheime Zusammenschluss könnte die Grundlage für spätere Ritterorden oder gar die Freimaurerei gelegt haben.

Fazit: Mythos oder Wahrheit?

Die These, dass die Templer in Schottland unter Robert the Bruce Zuflucht fanden, ist eine der plausibelsten Theorien zur Flucht des Ordens.

✔️ Die politische Lage in Schottland machte eine Verfolgung durch die Kirche unmöglich.
✔️ Robert the Bruce hatte militärischen Nutzen von den kampferprobten Templern.
✔️ Ihre taktischen Kriegsstrategien passten perfekt zur Guerilla-Taktik, mit der Schottland die Engländer besiegte.
✔️ Historische Spuren in Form von Grabsteinen und freimaurerischen Symbolen deuten auf eine mögliche Präsenz der Templer hin.

Ob der Orden tatsächlich in Schottland weiterexistierte, bleibt unklar. Doch es ist denkbar, dass sich Teile der Templer in die Strukturen der Freimaurerei oder anderer geheimer Bruderschaften einfügten – und damit ihre Ideale und ihr Wissen in eine neue Zeit hinüberretteten.

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