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Bilderkennunqsproaramme liefern Fremden auch lhre Identität

Wer denkt durch einen Pseudonymen-Namen im Internet wenigstens ein wenig seiner Privatsphäre zu schützen und unerkennbar für Fremde zu bleiben, hat weit gefehlt. Eine Forschergruppe der Carnegie Mellon Universität identifizierte mit einem einfachen Gesichtserkennungsprogramm Fremde auf öffentlichem Gelände und erhielt sämtliche Informationen- bis hin zur Sozialversicherungsnummer.

Die Forschergruppe um Allessandro Acquisti verwendete in ihren Experimenten zur „Fremdenidentifizierung“ lediglich ein handelsübliches Gesichtserkennungsprogramm, Cloud-Computing und öffentliche Informationen aus sozialen Netzwerken.

Damit sei es möglich, Personen online und offline zu identifizieren, selbst wenn sie sich durch Namensspiele oder unkenntliche Profilbilder in einem anonymen Umfeld wähnen. Eine Verlinkung von Freunden reicht. So konnten die Forscher Acquisti, Ralph Gross und Fred Stutzman mit ihrer Methode der Gesichtserkennung, Nutzer einer populären Dating-Website trotz Pseudonymen identifizieren, Studenten auf dem Universitäts-Campus wurden fotografiert und durch ihr Facebook-Profil namentlich erkannt und öffentliche sowie private Informationen von ihnen ermittelt.

Zudem entwickelten die Forscher eine Smartphone-Applikation, um zu verdeutlichen, wie weit fortgeschritten die aktuellen Methoden der Identifizierung schon sind. Bald wird es nicht nur Freunden oder Agenturen, die solche Programme verwenden, möglich sein, uns mit Namen zu benennen, sondern jedem Fremden auf der Straße, in der Diskothek oder auch jedem Fahrkartenkontrolleur. Benötigt wird nur noch ein Smartphone oder ein anderer Intemetzugang.

„Das Gesicht einer Person ist der wahre Link zwischen ihrer Off- und Online-Identität“, sagt Acquisti: „Wenn wir verlinkte Fotos von uns online mit anderen teilen, ermöglicht dies zugleich auch anderen, unser Gesicht mit dem passenden Namen in Situationen – für die wir eigentlich Anonymität voraussetzen – zu taggen.“

Interessant auch, dass Google vor kurzem das Unternehmen „Pittsburgh Pattern Recognition“ aufkaufte, das auf Objekterkennung in Video- und Fotomaterial spezialisiert ist. Die Freiheiten im WorldWideWeb werden angesichts solcher Fortschritte immer kleiner. „Letztendlich zwingt uns dieser ganze Zugriff dazu, unsere Vorstellungen von Privatsphäre noch einmal zu überdenken“, so die Forscher. “ Es könnte ebenso den gegenseitigen Umgang beeinflussen. Werden wir auf unsere Instinkte vertrauen können oder auf unsere Geräte, wenn Mobiltelefone persönliche Informationen über eine Person vorhersagen können?“

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