Das Oberste Gericht in den USA macht den Weg für strengere Abtreibungsgesetze frei
Das ist passiert: Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Freitag mit einer wegweisenden Entscheidung das liberale Abtreibungsrecht des Landes gekippt. Der mehrheitlich konservativ besetzte Supreme Court in Washington machte damit den Weg für strengere Abtreibungsgesetze frei – bis hin zu kompletten Verboten in einzelnen Gliedstaaten. Damit ist das gegenwärtige Recht auf Abtreibung in den Vereinigten Staaten nach fast einem halben Jahrhundert Geschichte. Zu den neusten Entwicklungen
Das ist der Hintergrund: Im konkreten Fall hat das Gericht ein Gesetz aus Mississippi zugelassen, das Abtreibungen nach der 15. Schwangerschaftswoche verbietet und damit zum berühmten Grundsatzentscheid von 1973 («Roe v. Wade») im Widerspruch steht. Es geht aber noch weiter und hebt die damalige Liberalisierung, die Abtreibungen in den ersten beiden Trimestern im ganzen Land für zulässig erklärte, ganz auf.
Das bedeutet «Roe v. Wade»: Mit dem legendären Gerichtsfall wurde vor 50 Jahren die Abtreibung in den USA legalisiert. Klägerin war eine Frau namens Norma, die ungewollt schwanger wurde und diese Schwangerschaft abbrechen wollte. Ihre Anwältinnen reichten die Klage dann im Namen von «Jane Roe» ein. Das abschliessende Urteil wurde von Frauen im ganzen Land gefeiert. Wir erklären, wie es dazu kam. Zum Video
So ordnen wir es ein: Das Oberste Gericht verfügt in der Frage des Schwangerschaftsabbruchs eine Rückkehr in die Vergangenheit. Zu weniger Abtreibungen dürfte diese Entscheidung nicht führen – dafür wird sie das Leid für die Frauen vergrössern. Zum Kommentar
