✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

Der Fortbestand des Templerordens

Am 13. Oktober 1307 sollte das Schicksal des Templerordens besiegelt werden. König Philipp der Schöne von Frankreich ließ in einer sorgfältig geplanten und streng geheim gehaltenen Aktion die Brüder des Ordens verhaften und ihre Güter beschlagnahmen. Doch so überraschend dieser Schlag auch schien, ist es kaum vorstellbar, dass die Tempelritter gänzlich unvorbereitet getroffen wurden. Ihr Vertrauen galt dem Papst, in dessen Schutz sie sich wähnten – ein Vertrauen, das sie letztlich die Freiheit und vielen das Leben kosten sollte. Was sie jedoch klar erkannten, war die unmittelbare Gefahr für ihre Schätze und ihr Wissen.

Ein zeitgenössisches Dokument überliefert die Aussage von Jean de Chalon aus dem Jahr 1308:

„Ich habe am Abend vor der Razzia, am 12. Oktober 1307, selbst drei mit Stroh beladene Wagen gesehen, die kurz nach Einbruch der Nacht den Tempel von Paris verließen, und Gerard de Villers und Hugo de Chalon, die dazu 50 Pferde führten. Auf den Wagen waren Truhen verborgen, die den gesamten Schatz des Generalvisitators Hugo de Pairaud enthielten. Sie nahmen Richtung auf die Küste, wo sie an Bord von 18 Schiffen des Ordens ins Ausland gebracht werden sollten.“

Diese geheimnisvolle Flucht führte mit hoher Wahrscheinlichkeit nach La Rochelle, dem Haupthafen der Templer, wo die Flotte des Ordens vor Anker lag. Dort bot sich die Möglichkeit, Schätze, Dokumente und geheimes Wissen außer Landes zu bringen – fort in eine Zukunft, die den Brüdern selbst verwehrt blieb.

Die Auflösung – und das Weiterleben im Verborgenen

Offiziell wurde der Orden im Jahr 1312 auf dem Konzil von Vienne aufgehoben, und mit der Hinrichtung des letzten Großmeisters Jacques de Molay im Jahr 1314 schien das Kapitel der Templer geschlossen. Doch die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache.

In Spanien und Portugal fanden die Ritter neue Wege des Fortbestandes: Im Orden de Montesa sowie im portugiesischen Christusorden lebte der Geist des Tempels fort. Diese Orden übernahmen nicht nur Strukturen, sondern auch Ideale und Symbole der Templer.

Legenden berichten von einer Flucht der Templerflotte in den Nordwesten Schottlands, wo sie im Schutz einflussreicher Clans Zuflucht fanden. Manche Chronisten deuten sogar an, dass Templer lange vor Kolumbus die Küsten Amerikas erreichten – von den Völkern Mittelamerikas als „weiße, bärtige Götter“ betrachtet.

Das wahre Vermächtnis

So zahlreich die Mythen auch sein mögen – unbestritten ist der Fortbestand des geistigen Schatzes der Templer. Ihre Regel, ihr Symbolismus und ihre spirituellen Mysterien überdauerten die Jahrhunderte. In den Hochgraden der Freimaurerei finden wir Elemente des Templergedankens ebenso wieder wie in spirituellen Bruderschaften, die das Licht des Tempels weitertragen.

Das Vermächtnis der Templer besteht nicht allein aus Burgen, Schätzen oder Schiffen. Es lebt in den Idealen von Glaube, Treue und Suche nach dem göttlichen Licht. Diese Flamme konnte nicht erlöschen, auch wenn die äußere Hülle des Ordens zerstört wurde.

Fazit

So bleibt die Wahrheit bestehen: Der Orden mag in seiner historischen Gestalt vernichtet worden sein – doch in Geist, Werk und Vermächtnis lebt er weiter. Unvergänglich wie das Licht, dem er diente, erstrahlt er bis heute und weist den Suchenden den Weg zum inneren Tempel.

Schreibe einen Kommentar