⚔️ Gedanken am 11. September
Übergänge der Archetypen – Erntezeiten der Seele
Es gibt Phasen in unserem Leben, in denen wir spüren: Eine bestimmte Seelengeschichte ist zu Ende erzählt. Der Archetypus, den wir verkörpert haben, ist erfüllt, und wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Abschnitt unserer spirituellen Autobiographie.
Diese Übergänge sind keine Brüche, sondern Zeiten der Ernte und der Läuterung. Wir nehmen das, was wir gelernt, erfahren und gereift haben, in uns auf – und lassen zurück, was nicht mehr dienlich ist.
Die Gefahr des Festhaltens
Wenn es uns jedoch nicht gelingt, diese Übergänge zu erkennen, bleiben wir in alten Rollen stecken. Dann wiederholen wir dieselbe Geschichte immer wieder:
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Wir fühlen uns festgefahren,
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es entsteht Langeweile,
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manchmal wachsen Depression oder Stress,
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und wir verlieren das Gefühl für den Fluss des Lebens.
Wie ein Schauspieler, der eine alte Rolle nicht loslassen kann, verpassen wir die Gelegenheit, in das nächste Kapitel unserer Seelenreise einzutreten.
Der Rhythmus des kosmischen Rades
Das Leben selbst erinnert uns daran, dass nichts bleibt, wie es ist. Das kosmische Rad dreht sich unaufhörlich:
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Vom Sommer zum Herbst,
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vom Licht zur Dunkelheit,
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von der äußeren Fülle zur inneren Einkehr.
Auch unsere Seele folgt diesem Rhythmus. Wenn unsere Energie den jährlichen Abstieg in die dunklen Reiche des Unbewussten beginnt, ist es an der Zeit zu fragen:
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Ist mein Aufenthalt in meinem gegenwärtigen Archetypus abgeschlossen?
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Wenn ja, in welchen neuen Archetypus bin ich dabei einzutreten?
Templerarbeit
Heute üben wir uns in stiller Sammlung, um die Übergänge bewusst zu erfassen.
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Stille finden
Verweile einige Minuten im Gebet der Sammlung oder in der Shamatha-Vipassana-Meditation. -
Fragen bewegen
Lege die folgenden Fragen in dein Herz:-
Wer sind die Menschen, die ich am meisten achte?
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Welchem von ihnen würde ich am liebsten nacheifern?
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Welchen Archetypus stellt er oder sie dar?
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Antworten empfangen
Vertraue darauf, dass die Antworten nicht aus dem Verstand, sondern aus der Tiefe deiner Seele aufsteigen.
Fazit
Die Übergänge zwischen den Archetypen sind Schwellenzeiten. Wer sie erkennt, erfährt Wachstum. Wer sie übersieht, wiederholt endlos die Vergangenheit.
Als Templer lernen wir, diese Übergänge zu achten und uns in Demut und Wachsamkeit darauf einzustellen. Denn die Archetypen sind die Sprache, in der das Höhere Selbst uns führt – Schritt für Schritt, Kapitel für Kapitel, hinein in das große Mysterium unseres Lebens.
