Hinrichtungen weltweit auf Höchststand
Im Iran sind im vergangenen Jahr über 2.150 Menschen hingerichtet worden. Darauf weist die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ an diesem Montag hin.
Sie spricht von einem „erschreckenden“ Anstieg, der die weltweit registrierten Hinrichtungen auf den höchsten Stand seit 1981 getrieben habe. Insgesamt seien im vergangenen Jahr weltweit mindestens 2.707 Menschen hingerichtet worden. Davon entfielen 2.159 auf den Iran, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2024, so „Amnesty“. Die in China vollstreckten Hinrichtungen werden in der Statistik der in Großbritannien ansässigen Menschenrechtsorganisation nicht erfasst, weil Peking die Zahlen nicht bekanntgibt.
Die Zahl von mindestens 2.707 Hinrichtungen im Jahr 2025 – darunter in Saudi-Arabien, Kuwait, Ägypten, Jemen, Singapur und den USA – bedeutet laut „Amnesty“ einen Anstieg um mehr als zwei Drittel gegenüber dem Vorjahr. „Dieser Trend war am stärksten in Ländern ausgeprägt, in denen die Machthaber ihre Kontrolle durch die Einschränkung des zivilgesellschaftlichen Handlungsspielraums, die Unterdrückung abweichender Meinungen und die Missachtung internationaler Menschenrechtsnormen und -standards verschärft haben“, erläuterte die Organisation.
Deutlicher Anstieg von Hinrichtungen in Florida
Saudi-Arabien hat im vergangenen Jahr nach „Amnesty“-Angaben mindestens 356 Hinrichtungen vollzogen und damit die bereits für 2024 prognostizierte Rekordzahl von mindestens 345 übertroffen. In Kuwait hätten sich die Hinrichtungen fast verdreifacht (17), in Ägypten beinahe verdoppelt (23), im Jemen sei die jährliche Zahl um mehr als ein Drittel gestiegen (mindestens 51). In den Vereinigten Staaten – dem einzigen Land Amerikas, das im Jahr 2025 Hinrichtungen vollstreckt hat – führte der „beispiellose Anstieg“ der Hinrichtungen in Florida auf 19 dazu, dass die Gesamtzahl landesweit auf 47 stieg. Dies ist der höchste Wert seit 2009. Die Behörden in Singapur vollstreckten 17 Hinrichtungen, die höchste Zahl im Land seit 2003.
Derweil ist am Sonntagabend die Todesstrafe für Palästinenser im Westjordanland, die wegen tödlicher Terrorakte verurteilt werden, in Kraft getreten. Das meldet die Times of Israel. Das israelische Gesetz, das Ende März von der Knesset verabschiedet wurde, ist in vielen Teilen der Welt auf Proteste gestoßen.
Die katholische Kirche lehnt die Todesstrafe ab. Papst Franziskus (2013-25) ließ eigens den entsprechenden Absatz im Katechismus der Katholischen Kirche ändern. Dort heißt es nun, „dass die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und würde der Person verstößt“.
