✠✠✠✠✠✠ ASTO TEMPLER-BLOG ✠✠✠✠✠✠

So sieht die Templer-Insel Taborcillo heute aus – nach dem wir sie aufgeben mussten

Es ist schwer, die passenden Worte zu finden. Worte, die beschreiben könnten, was ein Mensch empfindet, wenn er einen Ort wiedersieht, an dem einst geistige Arbeit, Gemeinschaft und Visionen ihren Raum hatten – und der nun nur noch aus Trümmern besteht.

Die Templer-Insel Taborcillo, einst ein Rückzugsort, ein Ort der inneren Sammlung und spirituellen Schulung, liegt heute in trostlosen Ruinen. Was wir mit Hingabe errichtet haben – mit Herzblut, Opfergeist und großer Vision – wurde rücksichtslos geplündert, zerstört, dem Verfall preisgegeben.

Ein Ort voller Hoffnung – mit geschichtsträchtiger Vergangenheit

Taborcillo war mehr als nur eine Insel – sie hatte eine bedeutungsvolle Geschichte.
Einst gehörte sie dem legendären Hollywood-Schauspieler John Wayne, der sie in den 1970er-Jahren vom damaligen Präsidenten Panamas geschenkt bekam. Wayne hatte sich öffentlich für die Rückgabe des Panamakanals an das mittelamerikanische Land eingesetzt – ein politisches Engagement, das ihm dort große Anerkennung einbrachte.

Später – viele Jahre nach seiner Zeit – wurde die Insel zu einem Rückzugsort des Templerordens, einem Ort der inneren Arbeit, der Einweihung und des Dienstes am Licht. Die kleine Kapelle im Zentrum der Insel war unser geistiger Mittelpunkt.

Zerstörung ohne Respekt

Heute ist von alledem fast nichts mehr übrig.
Verfallene Mauern, gestohlene Einrichtungen, verwüstete Räume. Unsere Kapelle – einst ein heiliger Ort – wurde ausgeraubt. Das Kreuz ist verschwunden. Die Altartücher zerrissen. Die Fenster zerstört. Kein einziges Stück blieb verschont vom gierigen Griff jener, die nichts heilig nennen.

Immer wieder berichten Weltumsegler, die heute zufällig anlegen, von der Verwüstung – manche filmen es sogar. Die Videos zeigen eine trostlose, ausgeraubte Geisterinsel, die von der einstigen Größe nur noch Schatten trägt.

Die Tränen kommen einem…

Es bricht einem das Herz.
Denn wer diesen Ort kannte – wer ihn mit eigenen Händen aufgebaut, mit Gebet und Licht erfüllt hat – der erkennt ihn kaum wieder.
Die Bilder, die nun von vorbeiziehenden Seglern aufgenommen werden, zeigen eine Insel, die nur noch in unserer Erinnerung lebt.

Aber vielleicht ist es gerade diese Erinnerung, die uns trägt. Vielleicht ist es der Geist, der geblieben ist – unsichtbar, aber wach – und darauf wartet, dass eines Tages jemand den Ruf wieder hört.

Was bleibt?

Was bleibt, ist die Gewissheit, dass kein Ort der Welt ewig ist – und dass es die heilige Flamme im Inneren ist, die zählt.
Taborcillo mag gefallen sein – aber der Tempel lebt weiter. In uns. In jenen, die nicht vergessen.
Und vielleicht – eines Tages – wird wieder jemand an diesen Ort kommen, nicht mit gieriger Hand, sondern mit demütigem Herzen. Und das Licht neu entzünden.

Non nobis, Domine – non nobis, sed nomini tuo da gloriam.

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