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Streng vertraulich: Bernhard von Clairvaux und die Marienweihe der Templer

Wenn wir Templer von unserer geistigen Herkunft sprechen, so führt kein Weg an Bernhard von Clairvaux (ca. 1090–1153) vorbei. Er war Zisterzienser-Abt, Mystiker, geistlicher Schriftsteller und einer der glühendsten Befürworter der Kreuzzüge. Doch mehr noch: Er war der geistige Vater und Patron unseres Ordens.

Maria Magdalena – die Braut Christi

In seinen Schriften spricht Bernhard von einer besonderen Verehrung der Maria. Doch nicht allein die kirchlich geprägte „Mutter Gottes“ stand im Zentrum, sondern – wie die Überlieferung bezeugt – Maria Magdalena. In einem seiner Werke nennt er sie die Braut Christi. Damit legte er ein geistiges Fundament, das in den Augen der Kirche seiner Zeit durchaus als provokant gelten musste.

Denn Bernhard wagte es, in einer propagandistischen Schrift offen gegen zwei damals aufkommende Lehren Stellung zu beziehen: gegen das Zölibat Christi und gegen die Lehre von der unbefleckten Empfängnis. Seine Überzeugung war, dass die christliche Wahrheit nicht in Verboten und Verleugnungen, sondern in einer lebendigen, geheiligten Verbindung des Göttlichen mit dem Menschlichen liege.

Die Weihe der Templer

Als Patron des Ordens schwor Bernhard im Jahr 1129 die Tempelritter ausdrücklich auf Maria Magdalena ein. Darin lag eine geistige Kraft, die uns bis heute prägt: Wir sind nicht nur Krieger im Äußeren, sondern Hüter eines geheimen Mysteriums des Weiblich-Göttlichen. Maria Magdalena erschien uns nicht als bloße Begleiterin Christi, sondern als die lebendige Offenbarung der himmlischen Weisheit.

Geistliches statt weltliches Rittertum

In seiner berühmten Lobrede auf die neuen Ritter erhob Bernhard den Anspruch, das weltliche Rittertum zu überwinden. Er prangerte die Eitelkeit, die Vergnügungssucht und die Verderbtheit der weltlichen Ritter an. Stattdessen erhob er das geistliche Rittertum als den wahren Weg – und sah es im Templerorden verwirklicht.

Wir Templer sollten nicht für Ruhm, Beute oder irdische Ehre kämpfen, sondern für den Schutz der Pilger, für die Bewahrung des Heiligen und für die Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden.

Notre-Dame – die Kathedralen der Jungfrau

In derselben Epoche, in der Bernhard wirkte, entstand ein beeindruckendes Vermächtnis der gotischen Baukunst: die Notre-Dame-Kathedralen. Diese Marienheiligtümer Nordfrankreichs – in Chartres, Paris, Reims, Amiens, Rouen, Bayeux, Laon, L’Épine und Évreux – stehen wie steinerne Symbole für die Verehrung des Weiblichen in der christlichen Mystik.

Sie sind nicht nur Denkmäler des Glaubens, sondern geheime Bücher aus Stein, die von den Einweihungen der Tempelritter, von der Weisheit der Zisterzienser und von der Verehrung Marias sprechen.

Fazit

Bernhard von Clairvaux hat den Tempelritterorden nicht allein in der Welt verankert, sondern ihm auch eine mystische Richtung gegeben. Indem er uns Maria Magdalena als die Braut Christi anvertraute, stellte er uns in den Dienst einer Wahrheit, die tiefer reicht als jede äußere Dogmatik.

Wir Templer sind bis heute Träger dieser Botschaft: Das wahre Rittertum lebt nicht vom Schwert allein, sondern aus der geistigen Einheit von Christus und seiner Braut – dem ewigen Weiblichen, das sich in Maria offenbart.

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