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Was kommt wirklich von Jesus?

Von Jesus selbst (mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit)

  • Abendmahl / Eucharistie-Grundform („Tut dies zu meinem Gedächtnis“)

  • Umkehr/Vergebung (nicht als „Sakrament Beichte“, aber als Praxis)

  • Heilung der Kranken (Keimform späterer Krankensalbung)

✅ Von der Urkirche (direkt nach Jesus)

  • Taufe als Aufnahme in die Jesusbewegung (zuerst Erwachsene)

  • Abendmahlsfeiern als Gottesdienstform

  • Handauflegung / Geistgabe (spätere Wurzel der Firmung)

Wer hat was „eingeführt“?

Erbsünde

Wer?

👉 Augustinus von Hippo (354–430) ist der zentrale Name.

Wie kam es dazu?

  • Paulus lieferte den Deutungsrahmen (Adam/Christus in Römer 5).

  • Augustinus formte daraus ein Dogmen-System:

    • der Mensch ist von Geburt verdorben/sündig

    • Schuld wird „vererbt“

    • Taufe wird zum Heilsmittel gegen diesen Zustand

Ergebnis: Erbsünde wird in der Westkirche Grundpfeiler.

Kindertaufe

Wer?

👉 Nicht Jesus, sondern frühe Kirche + später Augustinus als Verstärker.

Früheste Stützen:

  • Irenäus (ca. 130–200): spricht so, dass es Kindertaufe nahelegt

  • Origenes (ca. 185–254): erwähnt Kindertaufe als kirchliche Praxis

  • Cyprian von Karthago († 258): befürwortet Taufe sehr früh nach Geburt

Aber der eigentliche „Durchbruch“ kommt durch:
👉 Augustinus, weil ohne Kindertaufe nach seiner Logik Kinder unerlöst wären.

Ergebnis: Kindertaufe wird im Westen Standard.

Beichte

Hier muss man unterscheiden:

1) Sündenvergebung in der Gemeinde – Urkirche

👉 Apostolische Zeit / frühe Kirche

2) Öffentliche Buße (für schwere Sünden)

👉 2.–4. Jahrhundert

  • Sünden wurden teils öffentlich bekannt

  • lange Bußzeiten

3) Private Beichte („Ohrenbeichte“)

👉 vor allem durch irische Mönche (6.–7. Jh.)

  • Beichte wiederholbar

  • Bußkataloge („Bußbücher“)

4) Pflichtbeichte in der ganzen Kirche

👉 Viertes Laterankonzil 1215 (unter Papst Innozenz III.)

  • mindestens einmal im Jahr beichten

Ergebnis: Beichte wird institutionalisiert wie man sie heute kennt.

Kommunion / Eucharistie

Wer?

👉 Grundlegung: Jesus
👉 Ausformung: Urkirche + Kirchenväter + Mittelalter

Früh wichtig:

  • Paulus (1 Kor 11) = ältester Text zur Eucharistie überhaupt

  • Ignatius von Antiochien († ca. 107): Eucharistie als Zentrum der Kirche

  • Justin der Märtyrer († ca. 165): beschreibt schon eine Liturgieform

Dogmatische Fixierung der Wandlungslehre:
👉 4. Laterankonzil 1215: Begriff „Transsubstantiation“ (im Kern bestätigt)
👉 Thomas von Aquin (1225–1274): erklärt es philosophisch im System

Ergebnis: Abendmahl wird das „Altarsakrament“ der Hochkirche.

Firmung

Wer?

👉 Kein einzelner Gründer.
Entsteht durch Trennung eines ursprünglichen Gesamt-Ritus.

Ursprung:

  • Taufe + Handauflegung + Salbung = eine Initiation (Urkirche)

Trennung im Westen:

  • weil der Bischof die Handauflegung reserviert

  • aber nicht überall sein konnte

  • daher Taufe früh durch Priester, Firmung später durch Bischof

Festigung als eigenes Sakrament:
👉 12.–13. Jahrhundert (Scholastik, Sakramentenlehre)
👉 offiziell im Katalog später bestätigt (z.B. Konzil von Trient 16. Jh.)

Ergebnis: Firmung = „eigenständiges Sakrament“ im Westen.

Letzte Ölung / Krankensalbung

Wer?

👉 Ursprung aus Bibel/Urkirche, Umdeutung im Mittelalter.

Biblischer Kern:

  • Jakobusbrief 5,14–15: Salbung der Kranken durch Älteste

Praxis:

  • Frühchristlich: echte Krankensalbung zur Heilung/Stärkung

Mittelalterliche Verschiebung:
👉 wurde zunehmend zu einem Ritus „vor dem Tod“
→ daher Name „Letzte Ölung“

Dogmatische Fixierung:
👉 Konzil von Trient (1545–1563) bestätigt es als Sakrament

Ergebnis: Aus Heilritus wird Sterberitus (später teils wieder korrigiert).

 Wer hat „die 7 Sakramente“ festgelegt?

In der Bibel steht nirgends: „Es sind genau sieben.“

Das wurde erst im Mittelalter klar festgezurrt.

Wer?

👉 Peter Lombard († 1160) – „Sentenzen“

  • extrem einflussreiches theologisches Lehrbuch

  • listet und systematisiert die 7 Sakramente

Danach:
👉 4. Laterankonzil 1215 stärkt Sakramentsverständnis
👉 Konzil von Florenz 1439 zählt die 7 explizit auf
👉 Konzil von Trient (1545–1563) definiert sie endgültig gegen die Reformation

„Wer hat das alles eingeführt?“

  • Jesus: Eucharistie-Grundform, Verkündigung von Umkehr/Vergebung, Heilungen

  • Urkirche: Taufe, Mahlfeier, Handauflegung/Salbung, Gemeindestrukturen

  • Paulus: theologische Deutung von Sünde/Erlösung (wichtig für spätere Dogmen)

  • Kirchenväter: Ausarbeitung (v.a. Augustinus für Erbsünde & Taufe)

  • Mönchtum (Irland): moderne Form der privaten Beichte

  • Mittelalterliche Scholastik (z.B. Thomas von Aquin): Systematisierung

  • Konzilien: Festlegung/Pflicht/Definition (1215 Lateran; 1439 Florenz; 1545–63 Trient)

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