✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

⚔️ Gedanken am 13. April

Wenn niemand zu Hause ist – Warum Achtsamkeit der Schlüssel zu echter Lebendigkeit ist

In einer Welt, die von Geschwindigkeit, Ablenkung und Multitasking geprägt ist, ist es kein Wunder, dass viele Menschen zwar alles tun – aber kaum etwas wirklich erleben.

Eine eindrückliche Anekdote bringt dieses Phänomen auf den Punkt:
Eine Patientin berichtet, dass sie Schwierigkeiten habe, beim Sex Lust zu empfinden. Auf die Frage, wann sie mit ihrem Mann schläft, antwortet sie:

„Samstagmorgens, direkt bevor ich zum Supermarkt, zur Reinigung und zur Autowaschanlage fahre.“

Auf die nächste Frage, wo ihre Gedanken währenddessen sind, sagt sie offen:

„Im Supermarkt, in der Reinigung und in der Autowaschanlage.“

Und damit ist alles gesagt: Es war niemand zu Hause, der hätte genießen können.

Die Abwesenheit im eigenen Leben

Diese Geschichte ist keine Ausnahme – sie ist sinnbildlich für eine weitverbreitete Lebensweise.
Wir tun, was getan werden muss – aber unser Geist ist bereits beim nächsten Schritt, in der Zukunft, in Listen, in Sorgen, in Erwartungen.

Wir sind körperlich anwesend, aber geistig abwesend.
Und das gilt nicht nur für Sexualität – sondern für fast alle Bereiche unseres Lebens:
beim Essen, beim Sprechen, beim Zuhören, beim Gehen, sogar beim Atmen.

Achtsamkeit: Die Rückkehr nach Hause

Achtsamkeit bedeutet: “zu Hause zu sein” – im gegenwärtigen Augenblick, mit dem, was gerade ist.

Wenn du wirklich da bist, mit deinem Körper, deinem Atem, deinem Herzen, deinem Geist, dann geschieht etwas ganz Einfaches und zugleich Heiliges:
Das Leben wird wieder spürbar.

Templerarbeit: Ganz da sein – im Kleinen wie im Großen

„Führe eine fünfminütige Shamatha-Vipassana-Meditation durch und bekräftige deine Absicht, heute achtsam zu leben.“

Diese Meditation ist nicht nur ein Mittel zur Beruhigung – sie ist ein Tor zur Präsenz.
Wenn du regelmäßig still wirst, kehrst du bewusst in deinen inneren Raum zurück.
Und von dort kannst du auch in den Alltag gehen – wach, offen, empfänglich.

Übung: Achtsamkeit in einer einfachen Handlung

  1. Wähle heute eine Alltagstätigkeit, z. B.:

    • Geschirr spülen

    • Duschen

    • Spazierengehen

    • Zähneputzen

  2. Sage dir vorab:

    „Ich werde ganz da sein. Ich werde mit allen Sinnen dabei sein. Ich bin bereit, das Wunder im Einfachen zu sehen.“

  3. Tue diese Handlung bewusst:

    • Spüre das Wasser auf deiner Haut

    • Achte auf Geräusche, Gerüche, Bewegungen

    • Lass deine Gedanken ziehen, wenn sie abschweifen

    • Kehre immer wieder freundlich zurück ins Jetzt

  4. Freue dich über das Erleben selbst – nicht über das Ergebnis.

Die Überraschung der Einfachheit

Was du entdecken wirst, ist erstaunlich:
Selbst die scheinbar banalsten Tätigkeiten gewinnen an Tiefe und Schönheit, wenn du ihnen deine volle Präsenz schenkst.

Du wirst merken:

  • Der Spaziergang ist nicht „nur Bewegung“, sondern Begegnung mit der Welt

  • Das Spülen ist nicht „nur Pflicht“, sondern ein Tanz mit Wasser und Seife

  • Und selbst der Sex – mit Achtsamkeit gelebt – wird zur Begegnung zweier Gegenwarten, nicht zweier Abwesenheiten.

Fazit: Freude ist nicht im Tun – sie ist im Dasein

Wo du bist, das entscheidet, wie du bist.
Und wenn du wirklich da bist, ist das Leben reich, sinnlich, berührend – auch in den kleinen Dingen.

Möge dich der Große Geist daran erinnern, heute nach Hause zu kommen
in deinen Körper, in deinen Atem, in dein Herz.
Und mögest du erkennen:

🕯️ Es war nie etwas falsch – es war nur niemand zu Hause, der es hätte genießen können.
In Präsenz und Freude – dein Templerweg.

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