✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

Die Drei Ausreden, die uns von uns selbst trennen

Es ist eine alte menschliche Schwäche, dass wir versuchen, durch Ausreden unseren Pflichten zu entkommen. Der Ritter des Tempels aber weiß, dass jede Ausrede ein Schleier ist, den wir uns selbst vor die Augen legen, um nicht die Verantwortung zu tragen, die uns gegeben wurde. Hinter diesem Schleier jedoch liegt nicht Befreiung, sondern Entfremdung – von uns selbst, von der Wahrheit und vom Pfad, der uns zu innerer Meisterschaft führen soll.

Die drei häufigsten Ausreden unserer Zeit sind: „Keine Zeit“ – „Kein Geld“ – „Kein Interesse“. Sie erscheinen harmlos, ja fast verständlich. Doch in Wahrheit sind sie Ketten, die uns an der Oberfläche halten und uns hindern, das Tiefere in uns zu erkennen.

1. „Keine Zeit“ – Der trügerische Mangel

Gewiss, das Leben fordert viel: Arbeit, Schlaf, Sorgen und Pflichten. Doch fragen wir uns ehrlich – sind wir nicht alle mit denselben vierundzwanzig Stunden gesegnet? Die Frage ist nicht, ob wir Zeit haben, sondern wofür wir sie geben.
Wer sagt, er habe „keine Zeit“, hat in Wahrheit seine Prioritäten bereits gesetzt. Der Tempelritter weiß: Es genügen oft Minuten der Stille, um die Seele zu nähren, ein Gebet zu sprechen, ein Wort der Weisheit zu lesen oder sich mit der Bruderschaft zu verbinden.
Es ist nicht die Zeit, die fehlt – es ist der Mut, sie zu weihen.

2. „Kein Geld“ – Der falsche Wertmaßstab

Geld ist ein Werkzeug, nicht der Herrscher. Wohlstand und Armut können beide Lasten tragen, wenn das Herz sich allein an Münzen klammert.
Wer sagt „kein Geld“, verwechselt oft Notwendigkeit mit Bequemlichkeit. Ist es nicht so, dass wir fast immer Mittel finden für das, was uns wichtig erscheint? Ein Fest, ein Genuss, eine Gewohnheit? Warum sollten wir dann nicht auch Mittel finden für das, was unsere Seele stärkt und unseren Geist erhebt?
Die wahre Investition liegt nicht in Gold und Silber, sondern in Erkenntnis, im Austausch mit Brüdern und Schwestern und im Wachsen des eigenen Inneren. Alles andere vergeht – doch was wir in uns selbst legen, trägt Frucht in Ewigkeit.

3. „Kein Interesse“ – Das Tor, das wir verschließen

Die gefährlichste der drei Ausreden ist die Behauptung, es fehle an Interesse. Denn wer nicht einmal einen Blick wagt, verschließt sein Herz vor der Möglichkeit des Wandels.
Interesse erwacht, wenn wir uns öffnen. Oft genügt ein kleiner Funke, eine neue Erfahrung, ein Gedanke, der uns trifft – und plötzlich sehen wir eine ganze Welt, die uns zuvor verborgen war.
Wer „kein Interesse“ sagt, verwehrt sich selbst das Entdecken, die Freude am Neuen, das Staunen über die Tiefe des Daseins. Der Templer aber weiß: Das Interesse an der Wahrheit muss in uns beständig entzündet bleiben, wie ein heiliges Feuer, das nährt und schützt.

Die Entscheidung liegt bei uns

Brüder und Schwestern, diese drei Ausreden sind nichts anderes als Spiegelungen der inneren Trägheit. Sie sind Barrieren, die wir selbst errichten. Doch ebenso liegt es in unserer Hand, sie einzureißen.
Unser Orden bietet uns Räume des Lernens, des Dienens und der Gemeinschaft. Wer sich den Ausreden hingibt, trennt sich selbst von diesen Gaben. Wer sie überwindet, tritt in den Kreis des Wirkens ein – und erkennt, dass er selbst der Gestalter seines Lebens ist.

Lasst uns also erinnern: Wir sind die Herren unserer Zeit, die Verwalter unserer Mittel und die Hüter unseres Interesses. Nutzen wir die Stunden, die uns geschenkt sind, weihen wir die Mittel, die uns anvertraut sind, und bewahren wir das Interesse an der Wahrheit.

Denn der Weg des Templers ist nicht jener der Ausreden, sondern der Tat, der Wachsamkeit und der Hingabe.

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