✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

Komturei Vercelli (Italien)

Ein Beitrag im Geiste der Brüder des Tempels von Jerusalem

Im Namen unseres Herrn berichten wir über die Niederlassung unseres Ordens in der ehrwürdigen Stadt Vercelli, die zu den frühen Stützpunkten der Templerorden in Oberitalien gehörte und Zeugnis ablegt von der engen Verbindung zwischen geistlicher Stiftung, Kreuzfahrertradition und regionaler Frömmigkeit.

Frühe Anfänge des Besitzes (1145)

Die ersten sicheren Nachrichten über templarischen Besitz in Vercelli reichen in das Jahr 1145 zurück. In einem Testament wurde unserem Orden in diesem Gebiet ein Weinberg vermacht, ein Zeichen der Wertschätzung und zugleich Ausdruck der geistlichen Verbundenheit der lokalen Bevölkerung mit der Militia Templi.

Solche Stiftungen dienten nicht allein dem Unterhalt der Brüder, sondern unterstützten auch:

  • die Versorgung der Pilger auf ihren Wegen,
  • die Finanzierung der Verteidigung des Heiligen Landes,
  • sowie die caritative Tätigkeit unserer Häuser in Europa.

Die Erwähnung eines Weinbergs ist dabei keineswegs gering zu achten: Wein war liturgisch bedeutsam und zugleich wirtschaftlich wertvoll.

Das Haus der Templer in Vercelli (1222)

Erst 1222 begegnet uns urkundlich ein Komtur des Hauses von Vercelli, womit die Niederlassung eindeutig als organisierte Komturei nachweisbar wird. Dies zeigt, dass sich aus den frühen Besitzungen ein fest etabliertes Ordenshaus entwickelt hatte.

Die Komturei erfüllte vermutlich mehrere Aufgaben:

  • Verwaltung der regionalen Güter,
  • Aufnahme reisender Ordensbrüder,
  • Unterstützung der Kreuzzugsbewegung,
  • Verbindung zwischen lokalen Stiftern und dem Gesamtorden.

Solche Häuser bildeten das Rückgrat unserer Präsenz in Norditalien ⚔️.

Kardinal Guala II. Bicchieri und die Förderung der Templerkirche (1227)

Eine besondere Bedeutung gewann die Niederlassung durch die Stiftung des Kardinals
Guala II Bicchieri, Bischof von Vercelli.

Im Jahr 1227 bedachte er in seinem Testament ausdrücklich die Templerkirche der Stadt. Diese Zuwendung bezeugt:

  • das hohe Ansehen unseres Ordens in der Region,
  • die persönliche Nähe des Kardinals zur Militia Templi,
  • sowie die fortdauernde Einbindung der Komturei in kirchliche Netzwerke Oberitaliens.

Nicht ohne Bedeutung ist auch die Herkunft des Kardinals: Sein Vater war Templerdonat und zugleich Heerführer des italienischen Kontingents während des
Dritter Kreuzzug.
So spiegelte sich in der Stiftung des Sohnes die Frömmigkeit und Kreuzfahrertradition der Familie wider ✠.

Das Ende der Templer in Vercelli

Wie viele unserer Häuser fiel auch die Komturei von Vercelli infolge des Prozesses gegen den Orden im frühen 14. Jahrhundert dem Zugriff weltlicher und kirchlicher Autoritäten zum Opfer.

Nach der Aufhebung des Ordens gingen die Besitzungen der Niederlassung in Vercelli über an die Brüder des
Johanniterorden, die ebenfalls in der Stadt ansässig waren und vielerorts die ehemaligen Güter der Templer übernahmen.

So blieb der geistliche Auftrag erhalten, auch wenn der Name des Tempels verstummte.

Bedeutung der Komturei Vercelli

Die Komturei von Vercelli steht beispielhaft für:

  • die frühe Verwurzelung des Ordens in Oberitalien,
  • die Unterstützung durch lokale Eliten und Kreuzfahrerfamilien,
  • die Rolle kleiner Besitzkomplexe beim Aufbau regionaler Ordensstrukturen,
  • sowie die Weitergabe templarischer Güter an die Johanniter nach der Aufhebung des Ordens.

Mögen solche Zeugnisse uns stets daran erinnern, dass der Dienst am Glauben nicht allein im Heiligen Land geschah, sondern ebenso in den Städten Europas, wo Brüder, Donaten und Förderer gemeinsam am Werk der Militia Templi wirkten. ✠

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