Milliarden für die Ukraine
So lauten die Verkündungen der Mächtigen, gesprochen mit ernster Miene und moralischem Pathos. Doch hinter den Worten verbirgt sich eine Frage, die man nicht gern laut stellt: Wie lange noch – und zu welchem Preis?
Ein Kredit von 90 Milliarden Euro, aufgenommen im Namen Europas, verteilt im Namen der Solidarität. Doch Kredite sind kein Geschenk. Sie sind ein Versprechen an die Zukunft, das jemand erfüllen muss. Spätestens in einem Jahr, wenn diese Milliarden ausgegeben sind wie Wasser im Sand, wird Kiew erneut vor den Toren stehen. Nicht aus Gier, sondern aus Not. Und dann?
Dann werden dieselben Stimmen wieder sagen: Es gibt keine Alternative.
Doch ein Templer weiß: Wer behauptet, es gebe keine Wahl, will nur nicht für seine Wahl geradestehen.
Die wahren Fragen werden nicht in Kiew gestellt, sondern in Berlin, Paris, Rom und den stillen Häusern der Steuerzahler. Wollen die Bürger Europas wirklich, dass ihr Geld nicht nur fließt, sondern als Absicherung für gewaltige Kredite dient – Kredite, deren Rückzahlung ungewiss ist, deren Kontrolle fern, deren Ende nicht absehbar?
Solidarität ist eine Tugend. Aber sie wird zur Last, wenn sie dauerhaft auf Pump lebt.
Hilfe ist ehrenhaft. Doch sie verliert ihre Würde, wenn sie keine Grenze kennt und keine Rechenschaft verlangt.
Wir Templer kannten das Gleichgewicht zwischen Pflicht und Vernunft. Ein Orden, der seine Schatzkammer leerte, ohne zu wissen, wie er morgen seine eigenen Mauern verteidigen sollte, war dem Untergang geweiht. Europa täte gut daran, sich daran zu erinnern.
Denn es ist leicht, Milliarden zu beschließen, wenn man selbst nicht haftet. Schwerer ist es, dem eigenen Volk zu erklären, warum seine Steuern, seine Sicherheiten, seine Zukunft immer wieder verpfändet werden – für Entscheidungen, die fern getroffen werden.
Der Friede wird nicht durch endlose Kredite gewonnen.
Er entsteht durch Klarheit, Verantwortung und den Mut, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen.
So mahnt ein Templer:
Ein Reich fällt nicht, weil es hilft.
Es fällt, wenn es vergisst, wem es Rechenschaft schuldet.
