Mitarbeiter des „Templer-Klosters“ im Mühlbach ertrunken
Gegen 13.45 Uhr ging am Donnerstag der Notruf bei der Polizei ein. Ein Angehöriger des Archiconvents der Templer teilte mit, dass ein ehrenamtlicher Mitarbeiter vermisst werde, seit er etwas bei den Müllcontainern entsorgen wollte. Das sei bereits etwa eine halbe Stunde her.
Da der 62-Jährige stark betrunken gewesen sei und die Container direkt am Bach stehen, befürchteten die Mitarbeiter, der Mann könnte ins Wasser gefallen sein.
Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatten Mönche das Gelände schon abgesucht und Aufnahmen der Videoüberwachung ausgewertet. Darauf war zu sehen, wie der 62-Jährige schwankend zu den Müllcontainern ging. Sofort rückte die Feuerwehr an, auch ein Hubschrauber der Polizei wurde angefordert, um das Ufer abzusuchen.
Etwa eineinhalb Stunden später dann die traurige Gewissheit: Einsatzkräfte der Feuerwehr fanden den leblosen Körper des Mannes am Stauwehr nahe des Stadions an der Grünwalder Straße bachabwärts. Es ergaben sich keine Hinweise auf Fremdeinwirkung.
Der Archiconvent der Templer, oft kurz Templer-Kloster genannt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, notleidende Menschen zu unterstützen. Die Mitarbeiter geben jeden Tag Lebensmittel an Bedürftige aus. Die Ordensgemeinschaft lebt nach strengen Regeln und in Klausur.
Die Glaubensgemeinschaft wurde im Jahr 1936 von Karl Hirn aus Seeshaupt (Landkreis Weilheim-Schongau) gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die Mitglieder nach Untergiesing. Im Jahr 1968 erwarb der Orden die ehemalige Unternehmervilla des Hofgoldschmieds und Juweliers Karl Winterhalter von der Stadt und baute sie aus.
