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⚔️ Gab es auch Templerinnen?

Frauen im Umfeld des Templerordens

Die Templer – tapfere Ritter, strenge Ordensregeln, asketisches Leben im Dienst Christi. Doch wie steht es um die Frauen? Gab es Templerinnen? Eine spannende Frage, die nicht mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann. Zwar war die ursprüngliche Ordensregel der Tempelritter ausdrücklich gegen die Aufnahme von Frauen gerichtet, doch die Realität war – wie so oft in der Geschichte – komplexer und vielschichtiger.

Ausschluss in der Ordensregel

Die lateinische Ordensregel der Templer spricht in § 56 (bzw. § 53 der französischen Übersetzung) eine deutliche Sprache:

„Sich weiterhin Schwestern beizugesellen betrachten wir als gefährlich, denn der alte Feind hat über die Gesellschaft der Frauen schon Viele vom rechten Weg ins Paradies abgebracht. Daher, geliebte Brüder, soll dieser Brauch von jetzt an nicht mehr erlaubt sein, damit die Blume der Reinheit vollkommen unter euch blühe.“

Dieser Passus zeigt klar, dass eine Aufnahme von Mitschwestern in den eigentlichen Ritterorden ausdrücklich untersagt war. Der Grund dafür lag in der Sorge um die religiöse Disziplin und die Keuschheit der Brüder – eine Haltung, die auch in anderen mittelalterlichen Männerorden üblich war.

Frauen als Donaten und Unterstützerinnen

Trotz dieses formellen Ausschlusses spielten Frauen im Umfeld des Templerordens eine bedeutende Rolle. Viele adelige Frauen oder Ehepaare traten als sogenannte Donaten in Verbindung mit dem Orden. Diese Laien unterstützten den Orden finanziell oder durch Schenkungen – und durften im Gegenzug auf Templergut leben, teilweise auch bis zu ihrem Lebensende. Einige dieser Frauen lebten in direkter Nähe zu den Ordenshäusern oder unter deren Schutz.

Ausnahmen von der Regel: Templerinnenklöster

Noch erstaunlicher ist, dass es offenbar tatsächliche Ordensschwestern gab, die die monastischen Gelübde ablegten. Besonders bemerkenswert ist der Fall der Templerkomturei von Rourell in Katalonien, die von einer Frau geleitet wurde: Ermengard d’Oluja. Sie war nicht nur formell Vorsteherin des Hauses, sondern hatte auch reale Leitungsgewalt – ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Templerordens.

Auch Frauenkonvente mit offizieller Zugehörigkeit zum Orden sind historisch belegt:

  • In Perugia (Norditalien) bestand ein Frauenkloster unter Templerschutz.

  • In Mühlen (Deutschland) unterstanden Templerschwestern ab 1272 dem Orden, nachdem sie aus dem Zisterzienserverband herausgelöst worden waren.

  • Noch 1324, also zwölf Jahre nach der offiziellen Aufhebung des Ordens, weigerten sich die Schwestern von Mühlen, zu den Johannitern überzutreten – ein Beweis für ihre tiefe Identifikation mit dem Templerorden.

Die Templerinnen der Moderne?

Die Vorstellung von Templerinnen überdauerte nicht nur die mittelalterliche Epoche. In der Romantik und Esoterik des 19. Jahrhunderts wurde das Bild der Templerin neu interpretiert. So erklärte Latapie, ein Anhänger der Pariser Neutempler, 1831 in der Encyclopédie Moderne, dass auch der weibliche Zweig des Ordens fortbestanden habe. Berühmte Herrscherinnen wie Elisabeth I. von England oder Katharina II. von Russland seien demnach symbolisch oder spirituell als Templerinnen zu betrachten gewesen.

Ob diese Behauptungen historische Realität oder eher idealisierte Projektionen waren, bleibt offen – sie zeigen jedoch die anhaltende Faszination der Templeridee auch für Frauen.

Streng genommen war der Templerorden ein Männerorden, und Frauen waren laut Regel nicht als Mitschwestern zugelassen. Doch die Wirklichkeit war – wie so oft – vielfältiger. Ob als Donatinnen, als Leiterinnen einzelner Häuser, als Ordensschwestern in Frauenklöstern oder als symbolische Templerinnen der Neuzeit: Frauen nahmen auf ihre Weise aktiv teil an der Geschichte des Tempelordens.

Die Templerinnen – eine verborgene Seite des Ordens, die noch heute Staunen und Neugier weckt.

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