✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

Streng vertraulich: Das Dreigestirn der Heiligen und das Geheimnis der Schwarzen Madonna

Für uns Templer war die Verehrung des Weiblich-Göttlichen stets ein wesentlicher Teil des geistigen Weges. Unter den Gestalten, die wir in besonderer Weise ehrten, finden wir ein heiliges Dreigestirn: die Jungfrau Maria, die heilige Maria Magdalena und die heilige Katharina von Alexandria.

Das Dreigestirn der Templer

Diese drei Frauen bilden in ihrer geistigen Bedeutung ein Dreieck der Vollkommenheit:

  • Maria, die Mutter Jesus – Symbol der reinen Hingabe und Empfängnis des Göttlichen.

  • Maria Magdalena – die Gefährtin Christi, Hüterin des verborgenen Wissens und der Gralstradition.

  • Katharina von Alexandria – die ewig Reine, Schutzheilige der Gelehrsamkeit und Philosophie.

Allen drei war gemeinsam, dass sie nach der Überlieferung in den Himmel aufgenommen wurden. So erscheinen sie nicht nur als historische Gestalten, sondern als Sinnbilder der vergeistigten Frauenseele, die im göttlichen Licht ihre Vollendung findet.

Die drei heiligen Madln

Katharina von Alexandria gehörte auch zu den vierzehn Nothelfern. Gemeinsam mit Barbara und Margarethe bildete sie die drei weiblichen Heiligen, die im Volksmund als die „drei heiligen Madln“ verehrt wurden:

„Margarethe mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Radl,
das sind die drei heiligen Madl.“

Diese volkstümliche Formel birgt eine tiefe Symbolik:

  • Margarethe mit dem Wurm – sie besiegte den Drachen, der in der inneren Deutung das Biest in uns, die niedere Natur, symbolisiert.

  • Barbara mit dem Turm – sie wurde von ihrem Vater eingesperrt. Der Turm ist Sinnbild des Körpers, der die Seele gefangen hält.

  • Katharina mit dem Rad – sie wurde auf dem Rad gefoltert. Das Rad (Rota, Sonnenrad) weist auf den Kreislauf des Schicksals hin, auf Leiden, Läuterung und die ewige Wiederkehr.

So sind die drei Madln ein Spiegelbild des inneren Kampfes, den jede Seele zu bestehen hat.

Das Mysterium der Schwarzen Madonna

Neben diesen Gestalten ehrten wir Templer auch die Schwarze Madonna, deren Ursprung weit älter ist als die christliche Tradition. Lange nahm man an, ihre dunkle Farbe sei lediglich durch das Alter des Holzes oder durch Kerzenruß entstanden. Doch die Wahrheit weist tiefer.

Die Schwarzen Madonnen gehen auf vorchristliche Göttinnen zurück, die von Ägypten über Palästina und Syrien bis nach Persien verehrt wurden. Bereits im 1. Jahrhundert gelangten sie durch die Phönizier nach Südfrankreich, wo im Languedoc ihre Verehrung begann. Später, so legen es viele Spuren nahe, brachten auch die Kreuzzüge diese Tradition zurück nach Europa. Wir Templer mögen dabei eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben, denn in Jerusalem begegneten wir den Legenden der schwarzen Königinnen von Kusch.

Auch die Schrift bezeugt die Würde des Schwarzen: „Ich bin schwarz, aber gar lieblich, ihr Töchter Jerusalems.“ (Hoheslied 1,5)

Schwarz und Weiß – die Bipolarität der Göttin

Das Antlitz der Schwarzen Madonna wird oftmals mit weißer und schwarzer Gesichtshälfte dargestellt oder sie trägt Gewänder in Schwarz und Weiß. Dies weist auf ihre Bipolarität hin – nicht im Sinne einer Spaltung, sondern als Ausdruck der Gegensätze, die sich im Göttlichen vereinen: Licht und Finsternis, Leben und Tod, Werden und Vergehen.

Dieser Dualismus findet sich auch in den alten Mondgöttinnen, deren Antlitz einmal hell, dann wieder dunkel erschien:

  • Isis in Ägypten, meist als dunkelhäutige Frau mit dem Knaben Horus dargestellt.

  • Ischtar in Syrien und Babylon, die im griechischen Mythos zur Venus wurde.

  • Astarte bei den Phöniziern, oft halb schwarz, halb weiß gezeichnet.

Alle diese Göttinnen verweisen auf die Urmutter, die Erde, aus deren Schoß alles Leben geboren wird und in die alles wieder zurückkehrt. Die Farbe Schwarz symbolisiert hier den Schoß der Tiefe, den geheimnisvollen Ursprung allen Seins.

Schlussgedanke

So vereinten wir Templer im Zeichen des Dreigestirns und der Schwarzen Madonna die weiblichen Aspekte des Göttlichen. Sie sind für uns nicht nur fromme Figuren der Legende, sondern Schlüssel zu den tiefsten Geheimnissen des Lebens: Reinheit, Weisheit, Erkenntnis und das Mysterium des ewigen Kreislaufs von Licht und Finsternis.

Schreibe einen Kommentar