✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

⚔️ Gedanken am 30. Juni

Wunder und der Augenblick jenseits der Zeit – Kurze Ausflüge nach „Kairos“
Vom Berührungspunkt zweier Welten

Wunder – jene seltenen, stillen oder überwältigenden Durchbrüche des Unmöglichen in unsere geordnete Welt – geschehen meist nicht dort, wo wir sie am dringlichsten erzwingen wollen, sondern dort, wo sich unser Geist weitet oder ganz still wird.

Sie treten ein, wenn wir plötzlich aus der linearen Zeit (Chronos) heraustreten und in den Raum der ewigen Gegenwart (Kairos) eintauchen – einen Raum, in dem sich das Relative und das Absolute berühren, die Welt der Begrenzung und das Reich Gottes.

Zwei sehr verschiedene Geisteszustände öffnen dieses Fenster zwischen den Welten:

1. Gewahrsein im Jetzt – Einswerden mit dem Geist Gottes

In Momenten tiefen, jetzt-zentrierten Gewahrseins, in denen wir mit uns selbst, der Natur oder dem Göttlichen in vollständiger Präsenz sind, treten wir ein in den Kairos-Raum. Die Zeit scheint stillzustehen. Die Gedanken schweigen. Und in der Weite des Augenblicks kann sich etwas zeigen, das jenseits des Erklärbaren liegt.

Solche Momente entstehen oft in Meditation, Gebet, tiefer Naturerfahrung oder schöpferischer Versunkenheit. Wir hören auf, uns als getrennt zu erleben – und verschmelzen mit dem Großen Geist. Hier geschehen kleine und große Wunder: Erkenntnisse, innere Heilungen, Synchronizitäten, Lichtblicke.

2. Augenblicke der Angst – Das geistige Aussetzen

Weniger angenehm, aber ebenso machtvoll, sind jene Grenzsituationen, in denen die Angst uns ganz ergreift. Wenn unser Verstand nicht mehr greifen kann, was gerade geschieht – etwa bei einem Unfall, in Todesnähe oder einem Schockmoment – setzt der Geist aus.

Doch genau in diesem Aussetzen kann sich der Kairos-Raum öffnen. Denn wenn das rationale Selbst innehält, wird der Weg frei für Gnade. Immer wieder berichten Menschen in solchen Momenten von plötzlicher Klarheit, Schutz, Führung oder wundersamen Rettungen.

In beiden Fällen – tiefer Präsenz oder tiefster Ohnmacht – wird das Fenster zwischen den Welten durchlässig.
Und für einen Augenblick erleben wir nicht nur die Möglichkeit des Himmels, sondern seine Wirklichkeit.

Tempelarbeit: Gebet, Sammlung und kindliches Vertrauen

Heute ist ein guter Tag, dich diesem Raum zu nähern – bewusst, still und mit offenem Herzen. Du musst kein Wunder „herbeibitten“, sondern einfach empfänglich werden für die Berührung des Ewigen.

Schritt 1: Dank und Ausrichtung

Sprich still oder laut:

„Gedankt sei Dir, Großer Geist,
dass mein Glaube und meine Einsicht
im Licht des Sommers aufblühen.
Mit Gabriel zu meiner Rechten lerne ich,
das Leben achtsam und gegenwärtig zu erfahren,
so dass es mir möglich wird, die Welt anzuhalten
und durch das Fenster der Zeit in Dein Reich zu treten,
in dem alles möglich ist.
Stets von meinem Schutzengel begleitet,
weihe ich meine Studien, Übungen und Gebete
der Erweckung aller Wesen.
Mögen diese langen Tage unser Erwachen beschleunigen.“

Schritt 2: Gebet der Sammlung

Schließe die Augen. Spüre deinen Atem.
Lass deine Gedanken vorüberziehen.
Zähle innerlich abwärts: vier – drei – zwei – eins.
Wiederhole diesen Zyklus für einige Minuten.
Werde ganz gegenwärtig.

Schritt 3: Die erwartungsvolle Unschuld

Rufe nun deinen Schutzengel mit dem Vertrauen eines Kindes.
Nicht, um Antworten zu erzwingen, sondern um den Raum des Staunens zu betreten. Sprich:

„Mein geliebter Engel, ich bin bereit,
den Ort zu betreten, an dem sich Himmel und Erde berühren.
Führe mich mit deiner Weisheit.
Ich öffne mich dem Wunder.“

Verweile still. Vielleicht spürst du nur Frieden.
Vielleicht öffnet sich ein inneres Licht – oder du nimmst die Gegenwart wahr, die immer da ist, wenn wir still werden.

Fazit: Wunder geschehen, wo das Herz weit wird

Ob durch stille Sammlung oder durch Erschütterung –
wenn der Geist aufhört zu kontrollieren, wird Raum für das Göttliche frei.
Das Reich, in dem alles möglich ist, ist kein ferner Ort, sondern ein Zustand des inneren Empfangens.

Im Jetzt berühren sich Chronos und Kairos.
Und für einen Moment ist der Himmel da.

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