✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

⚔️ Heute ist der Todestag des 11. Templergrossmeisters

Robert de Sablé († 28. September 1193)

Heute gedenken wir eines Mannes, dessen Name untrennbar mit den Wirren des Dritten Kreuzzuges und der Neuordnung des Templerordens verbunden ist: Robert de Sablé, der 11. Großmeister der Tempelritter. Er trat dieses hohe Amt im Jahre 1191 an – in einer Zeit größter Not, da der Orden im Heiligen Land durch den Verlust Jerusalems und zahlreicher Burgen schwer geschwächt war. Nur zwei Jahre führte er das Schwert und den Stab des Meisters, ehe er am 28. September 1193 verstarb – im selben Jahr wie sein großer Gegenspieler, Sultan Saladin.

Ein Baron wird Templer

Robert de Sablé entstammte einem angesehenen Adelsgeschlecht aus Maine und Anjou. Vor seiner Aufnahme in den Templerorden war er ein ritterlicher Baron, Vasall der Könige von England und Frankreich, ein Mann von Bildung, Tapferkeit und diplomatischem Geschick. Anders als viele seiner Vorgänger war er also bereits in der hohen Politik erfahren, ehe er sich dem Orden verschrieb. Seine Nähe zu König Richard Löwenherz brachte den Templern in jenen unruhigen Jahren große Vorteile – und zugleich schwierige Verpflichtungen.

Der Orden in Bedrängnis

Nach der Katastrophe von Hattin (1187) und dem Fall Jerusalems hatten die Templer nahezu all ihre Burgen im Heiligen Land verloren. Nur wenige Festungen, wie Tortosa, konnten sich halten. Robert übernahm die Leitung eines Ordens, der erschöpft, dezimiert und politisch unter Druck war. In dieser Lage war es seine Aufgabe, nicht nur die militärische Schlagkraft zu erneuern, sondern auch die Autorität der Templer im Geflecht der Fürsten, Könige und Kreuzfahrer zu sichern.

Zypern – eine verpasste Chance

Eine der folgenreichsten Episoden seiner Amtszeit war der kurze Erwerb Zyperns. König Richard hatte die Insel nach der Eroberung an den Orden verkauft bzw. verpfändet. Doch die Templer unterschätzten die Unruhe der griechischen Bevölkerung. Mit kaum 100 Mann Besatzung konnten sie den Aufstand nicht niederwerfen und mussten sich bald geschlagen geben. Robert sah sich gezwungen, die Insel an Guido von Lusignan abzutreten. Während die Lusignan-Dynastie dort fast 300 Jahre herrschen sollte, blieb den Templern nur die bittere Erinnerung an eine vertane Gelegenheit.

Rat und Vermittlung

Robert de Sablé war jedoch mehr als ein Heerführer. Zeitgenossen rühmten ihn als gütig, edel und versöhnlich. In den endlosen Streitigkeiten zwischen Richard Löwenherz, Philipp II. von Frankreich und den Kreuzfahrerbaronen suchte er den Ausgleich. Auch mit den Johannitern verband ihn eine Phase relativer Eintracht, beide Orden teilten Verantwortung und Lasten an der Spitze des Kreuzfahrerheeres.

Seine Klugheit zeigte sich darin, dass er wie die Barone des Heiligen Landes selbst zur Vorsicht riet: Jerusalem zu erobern sei möglich, aber nicht zu halten. So blieb der Traum der Kreuzfahrer, die Heilige Stadt zurückzuerobern, unerfüllt.

Vermächtnis eines kurzen Großmeistertums

Robert de Sablé starb am 28. September 1193, nur wenige Tage nach Saladin. Beide Gegner gingen fast gleichzeitig von der Bühne der Geschichte – der eine als Sultan, der andere als Templermeister.

Obwohl seine Amtszeit kurz war, hinterließ Robert de Sablé Spuren:

  • Er festigte das Ansehen des Ordens gegenüber Königen und Fürsten.

  • Er bewahrte die Templer vor dem völligen Untergang nach den Niederlagen von 1187–1189.

  • Er zeigte, dass die Rolle der Templer nicht nur die des Schwertträgers war, sondern auch die des Friedensstifters und Ratgebers.

Ein Templerwort zum Gedenken

„Nicht die Länge der Jahre, sondern die Treue im Dienst entscheidet.“
So könnte man das Wirken Robert de Sablés zusammenfassen. Seine Zeit war kurz, doch sein Einsatz für den Orden geschah in einer Epoche größter Prüfung.

Am heutigen Tag gedenken wir seines Lebens und seines Todes – und erinnern uns daran, dass die Führung eines Ordens stets ein Dienst am Ganzen ist, getragen von Mut, Demut und der Bereitschaft, auch in größter Not die Fahne nicht sinken zu lassen.

Schreibe einen Kommentar