Nicht überall, wo „Templer“ steht, ist auch Templertradition vorhanden
Wie unsere Leser wissen, verwenden heute zahlreiche Vereine, Gemeinschaften und private Initiativen den Namen „Templer“ oder „Tempelritter“. Die Bezeichnung allein sagt jedoch noch nichts über das Alter, die Herkunft, die geistige Ausrichtung oder die Seriosität einer Organisation aus. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, muss deshalb selbst sorgfältig prüfen, welcher Gemeinschaft er sein Vertrauen schenkt.
Immer wieder begegnen uns Organisationen, die mit eindrucksvollen Namen, historischen Behauptungen, prächtigen Uniformen, Orden und vermeintlich alten Wappen auftreten. Dadurch soll häufig der Eindruck erweckt werden, es handle sich um eine traditionsreiche oder sogar unmittelbar aus dem mittelalterlichen Templerorden hervorgegangene Gemeinschaft. Ein aufwendig gestalteter Auftritt ist jedoch noch kein Beweis für eine geschichtlich belegbare Herkunft.
Gerade bei den verwendeten Wappen zeigen sich häufig deutliche Mängel. Manche Darstellungen mögen auf den ersten Blick prachtvoll und eindrucksvoll erscheinen, lassen aber grundlegende Kenntnisse der Heraldik vermissen. Verschiedene Kronen, Helme, Tiere, Kreuze, Ordensketten, Schilde und weitere Schmuckelemente werden miteinander verbunden, ohne dass ihre Bedeutung, Rangordnung oder heraldischen Regeln beachtet werden. Das Ergebnis wirkt zwar pompös, ist aber deshalb noch lange kein korrektes Wappen. Das gezeigte Wappen ist aber noch nicht das schlimmste. In Zukunft werden wir ihnen noch grössere heraldischen Entgleisungen zeigen. Die KI wusste bei den gezeigten Wappen natürlich auch nicht wie man den Pelz „Hermelin“ darstellt. Noch viel Merkwürdig ist, dass im Spruchband zwei verschiedene Orden genannt werden.
Heraldik ist keine beliebige Dekoration
Ein Wappen ist nicht einfach ein buntes Zeichen, das nach persönlichem Geschmack zusammengestellt werden kann. Die Heraldik besitzt eine über Jahrhunderte gewachsene Ordnung. Farben und Metalle müssen richtig verwendet, Figuren eindeutig dargestellt und Bestandteile sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Auch Helm, Helmzier, Krone, Schildhalter, Wahlspruch und Rangzeichen dürfen nicht wahllos miteinander kombiniert werden.
Wer diese Regeln nicht kennt, kann leicht ein Bild schaffen, das zwar historisch wirken soll, aus heraldischer Sicht jedoch widersprüchlich oder unzulässig ist. Besonders auffällig wird dies, wenn Symbole verschiedener Zeiten, Länder und Rangstufen ohne nachvollziehbaren Zusammenhang zusammengefügt werden. Solche Darstellungen verraten häufig, dass kein ausgebildeter oder erfahrener Heraldiker hinzugezogen wurde.
Das gezeigte Wappen ist ein gutes Beispiel dafür. Es erscheint auf den ersten Blick großartig, reich geschmückt und eindrucksvoll. Bei genauerer Betrachtung erkennt man jedoch, dass Pracht und heraldische Richtigkeit nicht dasselbe sind. Ein Wappen gewinnt seine Würde nicht durch möglichst viele Kronen, Adler, Schwerter oder Kreuze, sondern durch Klarheit, Ordnung und eine fachlich begründete Gestaltung. Diskreditiert sich nicht ein Orden, der sich auf den mittelalterlichen Templerorden beruft, wenn er von Heraldik keine Ahnung hat?
Unser Orden verfügt über einen eigenen Herold
Der Alte Souveräne Templer Orden überlässt die Gestaltung und Verleihung von Wappen nicht dem
Zufall. Unser Orden verfügt über einen Herold, der die heraldischen Regeln kennt, Wappen fachgerecht entwirft und ihre ordnungsgemäße Verleihung begleitet. Dadurch wird sichergestellt, dass die verwendeten Zeichen nicht nur ansprechend aussehen, sondern auch inhaltlich begründet und heraldisch korrekt aufgebaut sind.
Eine Wappenverleihung ist für uns keine dekorative Spielerei. Sie ist ein würdevoller Vorgang, der mit der Persönlichkeit, den Verdiensten und der Stellung des Wappenträgers verbunden sein soll. Ein verliehenes Wappen trägt eine Geschichte und eine Bedeutung. Es soll Bestand haben und auch kommenden Generationen verständlich bleiben.
Prüfen Sie, wem Sie vertrauen
Interessenten sollten sich daher nicht allein von großen Titeln, eindrucksvollen Bildern und angeblich
alten Wappen überzeugen lassen. Fragen Sie nach der Geschichte der Organisation, ihrer tatsächlichen Tätigkeit, ihren Grundsätzen und der Herkunft ihrer Symbole. Lassen Sie sich erklären, wer ein Wappen entworfen hat, nach welchen Regeln es gestaltet wurde und ob die behauptete Tradition nachvollziehbar belegt werden kann.
Der Name „Templer“ allein ist kein Qualitätssiegel. Entscheidend sind die Menschen, die Werte, die Arbeit und die Glaubwürdigkeit einer Gemeinschaft. Jeder Interessent muss letztlich selbst entscheiden, welcher Organisation er sein Vertrauen schenkt. Doch eine solche Entscheidung sollte nicht aufgrund äußerer Pracht getroffen werden, sondern nach sorgfältiger Prüfung.
Ein wahrer Templerweg braucht keine künstliche Überhöhung. Er zeigt sich in Verlässlichkeit, Wahrhaftigkeit, ernsthafter geistiger Arbeit und im verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Tradition. Denn nicht alles, was glänzt und ein Templerkreuz trägt, steht deshalb auch in einer glaubwürdigen Templertradition.

