Die Geschichte unseres Ordensgrossmeister

Ein Leben im Dienst einer Idee

Jeder Mensch blickt irgendwann auf sein Leben zurück und stellt sich die Frage, welche Spuren er Grossmeister Ralph von Reichenberg hinterlassen wird.

Manche bauen Unternehmen auf, andere widmen sich der Wissenschaft, der Kunst oder der Politik. Wieder andere entscheiden sich dafür, ihr Leben in den Dienst einer Idee zu stellen – einer Idee, die größer ist als sie selbst.

Mein Name ist Ralph Hübner, im Orden trage ich den Namen Ralph von Reichenberg. Seit mehr als fünf Jahrzehnten darf ich als Großmeister den Alten Souveränen Templer Orden begleiten und mit vielen engagierten Menschen gemeinsam weiterentwickeln.

Wenn ich heute auf diesen Weg zurückblicke, erscheint vieles wie eine Fügung. Begegnungen, Entscheidungen und Ereignisse, die zunächst zufällig wirkten, fügten sich im Laufe der Jahre zu einem Gesamtbild zusammen.

Als junger Mann hätte ich niemals gedacht, dass mein Leben einmal so eng mit der Geschichte der Tempelritter verbunden sein würde. Damals standen Beruf, Familie und der Aufbau meiner beruflichen Existenz im Mittelpunkt. Spiritualität interessierte mich zwar schon früh, doch ich ahnte nicht, welche Bedeutung sie eines Tages für mein weiteres Leben gewinnen würde.

In den frühen 1970er-Jahren führte mich mein Beruf regelmäßig nach Budapest. Diese Reisen hatten ursprünglich nichts mit dem Templerorden zu tun. Ungarn war damals für viele Österreicher ein günstiges Reiseland, und zugleich lebte dort eine Schwester meiner Großmutter, die aus Polen stammte. Bei meinen Besuchen lernte ich nicht nur das Alltagsleben hinter dem Eisernen Vorhang kennen, sondern begegnete auch Menschen, deren Lebensgeschichte eng mit einer kaum bekannten Überlieferung verbunden war.

Diese Begegnungen sollten mein weiteres Leben nachhaltig verändern.

Damals erfuhr ich von einer kleinen Gemeinschaft, deren Mitglieder davon überzeugt waren, eine geistige Tradition zu bewahren, die bis zu den Tempelrittern zurückreichte. Nach ihrer Überlieferung hatten sich nach der Auflösung des historischen Templerordens einzelne Eingeweihte in verschiedenen Ländern Mittel- und Osteuropas zusammengeschlossen, um Teile ihres Wissens und ihrer Rituale für kommende Generationen zu erhalten. Ob man diese Überlieferung als historische Tatsache, als Ordenslegende oder als geistiges Vermächtnis versteht, bleibt jedem Leser selbst überlassen. Für die Menschen, denen ich damals begegnete, war sie jedoch gelebte Wirklichkeit.

Je häufiger ich diese Männer traf, desto deutlicher wurde mir, dass sie weit mehr verband als ein gemeinsames Interesse an Geschichte. Sie lebten nach klaren ethischen Grundsätzen, begegneten einander mit großem Vertrauen und verstanden den Templergedanken nicht als romantische Erinnerung an das Mittelalter, sondern als Auftrag für die Gegenwart.

Ihre Überzeugung lautete: Große Ideen sterben nicht. Sie überdauern Generationen, verändern ihre äußere Form und finden immer wieder Menschen, die bereit sind, sie weiterzutragen.
Diese Erkenntnis hat mich mein ganzes Leben begleitet.

Im Laufe der folgenden Jahre wurde ich Schritt für Schritt in diese Gemeinschaft eingeführt. Ich erhielt Einblicke in ihre Traditionen, studierte alte deutschsprachige Unterlagen und lernte Menschen kennen, die ihr Wissen oft unter schwierigsten politischen Bedingungen bewahrt hatten. Aus diesen Erfahrungen entwickelte sich schließlich der Weg, der mich zum Aufbau des Alten Souveränen Templer Ordens in der westlichen Welt führte.

Heute, mehr als fünfzig Jahre später, ist aus den kleinen Anfängen eine internationale Gemeinschaft entstanden. Moderne Kommunikationsmittel ermöglichen es Menschen aus verschiedenen Ländern, gemeinsam zu lernen, sich auszutauschen und den Weg des Ordens zu gehen. Vieles hat sich verändert – doch die Grundidee ist dieselbe geblieben: Menschen zu einem Leben in Verantwortung, Wahrhaftigkeit, Nächstenliebe und geistiger Entwicklung zu ermutigen.

Mit dieser Chronik möchte ich nicht nur meine persönliche Geschichte erzählen. Sie ist zugleich die Geschichte eines Ordens, der sich über Jahrzehnte entwickelt hat, vieler Menschen, die diesen Weg mitgetragen haben, und einer Idee, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat.

Ich lade Sie ein, mich auf dieser Reise zu begleiten.

Budapest – Die Begegnung, die mein Leben veränderte

Manche Begegnungen erscheinen zunächst unbedeutend. Erst viele Jahre später erkennt man, dass sie den Verlauf des eigenen Lebens grundlegend verändert haben. So war es auch bei meinen Reisen nach Budapest Anfang der 1970er-Jahre.

Damals war ich etwa dreißig Jahre alt und befand mich am Anfang meines beruflichen Weges als Einreisestempel nach Ungarn Verleger. Ungarn gehörte noch zum Ostblock, und das Leben dort unterschied sich deutlich von dem in Österreich. Trotz der politischen Grenzen zog es mich immer wieder nach Budapest. Die Stadt faszinierte mich durch ihre Geschichte, ihre Kultur und vor allem durch die Menschen, die trotz oft bescheidener Lebensverhältnisse eine bemerkenswerte Herzlichkeit und Lebensfreude ausstrahlten.

Ein besonderer Grund für meine Besuche war die Schwester meiner Großmutter. Sie stammte ursprünglich aus Polen und lebte in Budapest in einer großen Altbauwohnung. Wie viele Bürger im sozialistischen Ungarn musste sie einen Teil ihrer Wohnung mit fremden Menschen teilen. Der Staat hatte zusätzliche Bewohner einquartiert, sodass ihr selbst nur noch ein kleines Zimmer blieb. Dennoch beklagte sie sich nie. Im Gegenteil – sie verstand sich gut mit den Menschen, die mit ihr unter einem Dach lebten. Man kaufte gemeinsam ein, kochte miteinander und half sich gegenseitig. Diese Erfahrung zeigte mir schon damals, dass wahre Gemeinschaft nicht vom materiellen Wohlstand abhängt, sondern von der Einstellung der Menschen zueinander.

Während meiner Aufenthalte lernte ich nach und nach Menschen kennen, die sich deutlich von anderen unterschieden. Sie sprachen nur selten über Politik und vermieden öffentliche Aufmerksamkeit. Stattdessen interessierten sie sich für Geschichte, Spiritualität und die Überlieferungen alter Bruderschaften.

Eines Tages wurde mir anvertraut, dass diese kleine Gemeinschaft ihre Wurzeln in einer Überlieferung Templerloge vor dem 2. Weltkrieg sah, die bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurückreichte. Nach ihrer Tradition waren ihre Vorgänger in einer Loge in Reichenberg eingeweiht worden – jener Stadt, aus der auch meine Vorfahren stammten. Nach Krieg, Vertreibung und den politischen Umbrüchen Europas seien die Mitglieder dieser Gemeinschaft auf verschiedene Länder verstreut worden: nach Polen, in die damalige Tschechoslowakei, nach Ungarn, in die Ukraine und teilweise sogar nach Amerika. Dort hätten sie ihre Zusammenkünfte im kleinen Kreis fortgesetzt und versucht, das ihnen anvertraute Wissen zu bewahren.

Für mich war diese Nachricht zunächst überraschend. Ich war nach Budapest gekommen, um Verwandte zu besuchen und berufliche Kontakte zu pflegen – nicht, um in eine kaum bekannte Ordensüberlieferung einzutauchen. Doch je mehr Gespräche ich führte, desto stärker wuchs mein Interesse.

Besonders beeindruckte mich, dass diese Menschen nicht versuchten, andere von ihren Ansichten zu überzeugen. Sie lebten ihre Überzeugungen in aller Stille. Für sie bedeutete Templertum keine romantische Verklärung des Mittelalters und auch keinen äußeren Prunk. Es war eine Haltung des Lebens – geprägt von Disziplin, gegenseitigem Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und der Verpflichtung, den eigenen Charakter ständig weiterzuentwickeln.

Ich erkannte, dass hier nicht über Macht oder Einfluss gesprochen wurde, sondern über Dienst, Ethik und geistige Reifung. Dieser Gedanke unterschied sich grundlegend von vielen Organisationen, die ich bis dahin kennengelernt hatte.

Mit der Zeit entstand zwischen uns ein Vertrauensverhältnis. Ich durfte an Gesprächen teilnehmen, in denen über Geschichte, Symbolik und geistige Zusammenhänge gesprochen wurde. Gleichzeitig erhielt ich Zugang zu älteren deutschsprachigen Schriften, von denen viele noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammten. Sie sollten später zu einer wichtigen Grundlage meiner eigenen Studien werden und den Aufbau des heutigen Alten Souveränen Templer Ordens entscheidend beeinflussen.

Rückblickend waren diese Jahre in Budapest weit mehr als eine Reihe von Reisen in ein Nachbarland. Sie wurden zum Beginn eines Weges, der mein Leben grundlegend verändern sollte. Aus einer zufälligen Begegnung entstand eine lebenslange Aufgabe.

Noch wusste ich nicht, welche Verantwortung eines Tages auf mich zukommen würde. Doch ich ahnte bereits, dass ich hier Menschen begegnet war, deren Vertrauen ein kostbares Geschenk war – und zugleich eine Verpflichtung.

Der nächste Schritt auf diesem Weg sollte meine Einweihung und die Begegnung mit den Männern sein, die in der Ordensüberlieferung als die „Sieben Weisen“ bezeichnet werden.

Die Einweihung und die Überlieferung der „Sieben Weisen“

Mit dem wachsenden Vertrauen öffnete sich mir Schritt für Schritt eine Welt, von deren Existenz ich zuvor nichts geahnt hatte.

Die Männer, denen ich in Budapest begegnete, verstanden sich nicht als Gründer einer neuen Bewegung. Sie sahen sich vielmehr als Bewahrer einer geistigen Überlieferung, die nach ihrer Auffassung über Generationen hinweg weitergegeben worden war. Vieles geschah bewusst im kleinen Kreis und fern der Öffentlichkeit. Die politischen Verhältnisse jener Zeit ließen ein offenes Ordensleben ohnehin kaum zu.

Im Laufe der Zeit wurde ich in diese Gemeinschaft aufgenommen und erhielt Unterricht von mehreren erfahrenen Würdenträgern. Einige sprachen Deutsch, andere nur Ungarisch oder Polnisch, sodass Gespräche häufig übersetzt werden mussten. Trotz der unterschiedlichen Sprachen verband alle dieselbe Überzeugung: Geistiges Wissen verpflichtet den Menschen zu einem verantwortungsvollen Leben.

Während dieser Ausbildungszeit wurden mir zahlreiche deutschsprachige Manuskripte übergeben. Ein großer Teil dieser Unterlagen stammte noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie behandelten Geschichte, Symbolik, Ethik und spirituelle Übungen. Viele dieser Texte bildeten später die Grundlage für die Lehrbriefe der Ritterrunde und der Gralsrunde des heutigen Alten Souveränen Templer Ordens.

Besonders beeindruckte mich eine Überlieferung, die innerhalb dieser Gemeinschaft von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Sie berichtete von sieben Prioren, die verschiedene Länder vertraten und sich – soweit es die politischen Verhältnisse zuließen – einmal jährlich zu einem Kapitel in Budapest trafen. Ungarn galt damals als vergleichsweise gut erreichbar, weshalb sich dieser Ort für persönliche Begegnungen anbot. Diese sieben Würdenträger werden in der Ordensüberlieferung bis heute als die „Sieben Weisen“ bezeichnet.

Mit dieser Überlieferung war ein außergewöhnliches Symbol verbunden.

Vor Beginn eines Kapitels stand in der Mitte des Raumes ein runder Tisch, der an die Gralsrunde erinnerte. Auf ihm befand sich ein kunstvoll gearbeitetes Podest mit sieben kleinen Türen – für jeden Prior eine.

Jeder Teilnehmer besaß einen persönlichen Schlüssel. Erst wenn dieser Schlüssel die entsprechende Tür öffnete, galt seine Identität als bestätigt und er durfte am Kapitel teilnehmen.

Für die Mitglieder symbolisierte dieser Schlüssel weit mehr als ein Stück Metall. Er stand für Vertrauen, Verantwortung und die rechtmäßige Weitergabe einer Aufgabe. Wer einen solchen Schlüssel erhielt, übernahm nach der Ordensüberlieferung nicht nur ein Amt, sondern auch die Verpflichtung, das geistige Erbe treu zu bewahren und an einen würdigen Nachfolger weiterzugeben.

Um dieses Ritual rankten sich zahlreiche Erzählungen. Eine davon berichtet, dass das Podest über einen verborgenen Sicherheitsmechanismus verfügt habe, der unberechtigte Eindringlinge ausschließen sollte. Ob diese Geschichte historisch zutrifft oder eher symbolischen Charakter besitzt, lässt sich heute nicht mehr überprüfen. Innerhalb der Gemeinschaft verdeutlichte sie jedoch den hohen Stellenwert von Vertrauen und Verschwiegenheit.

Auch ich erhielt schließlich eine Einweihung in diesen Kreis.

Da meine Vorfahren aus Reichenberg stammten, wählte ich den Ordensnamen „Ralph von Reichenberg“. Mit diesem Namen wollte ich die Erinnerung an meine familiären Wurzeln bewahren und zugleich die Verbindung zu jener Überlieferung zum Ausdruck bringen, aus der meine Lehrer ihre geistige Herkunft ableiteten.

Diese Jahre veränderten mein Denken grundlegend.

Ich begann zu erkennen, dass Erfolg allein kein erfülltes Leben ausmacht. Wichtiger wurden Fragen nach Verantwortung, Charakter und dem Sinn des eigenen Handelns. Geld und beruflicher Erfolg verloren nicht ihre Bedeutung, aber sie traten hinter einem höheren Ziel zurück.

Ein Leitsatz prägte mich seit dieser Zeit besonders:

Zuerst dienen – dann verdienen.“

Dieser Gedanke wurde zu einem Leitmotiv meines weiteren Lebens. Er beeinflusste nicht nur meine spätere Tätigkeit als Verleger, sondern auch den Aufbau des Alten Souveränen Templer Ordens.

Rückblickend war die Einweihung nicht das Ende einer Suche, sondern ihr eigentlicher Beginn. Aus Interesse wurde Überzeugung, aus Überzeugung Verantwortung – und aus Verantwortung erwuchs schließlich der Auftrag, den Orden in der westlichen Welt neu aufzubauen.

Von diesem Zeitpunkt an wusste ich, dass mein weiterer Lebensweg untrennbar mit dem Schicksal des Alten Souveränen Templer Ordens verbunden sein würde.

Die Ernennung zum Großmeister – Der Auftrag für den Westen

Jedes Leben kennt Augenblicke, die den weiteren Weg entscheidend prägen. Für mich war ein solcher Tag der 17. Februar 1974.

Nach Jahren des Lernens, des Studiums und der Vorbereitung erhielt ich den Auftrag, den Horoskop der Wiedergründung des ASTO Templergedanken in der westlichen Welt neu aufzubauen. An diesem Tag wurde ich zum Großmeister des Ordens ernannt.

Dieses Datum besitzt für mich bis heute eine besondere Bedeutung. Nach den Berechnungen jener Zeit bildeten die Planeten Jupiter, Saturn und Uranus ein exaktes Trigon – ein seltenes astronomisches Ereignis, das innerhalb der Gemeinschaft als symbolischer Hinweis auf einen neuen Beginn verstanden wurde. Unabhängig davon, welche Bedeutung man solchen Konstellationen beimisst, bleibt dieser Tag für mich der Beginn einer lebenslangen Aufgabe.

Mit der Ernennung war keine Auszeichnung verbunden, sondern eine Verpflichtung.

Mir wurde die Verantwortung übertragen, den Orden außerhalb der damaligen kommunistischen Staaten neu aufzubauen und seine geistige Tradition in einer freien Welt fortzuführen.

Dies war keine einfache Aufgabe.

Der historische Templerorden war seit Jahrhunderten aufgelöst. Zahlreiche Gruppen beriefen sich auf sein Erbe, verfolgten jedoch ganz unterschiedliche Ziele. Manche verstanden sich als historische Vereine, andere als ritterliche Gemeinschaften oder esoterische Zirkel.

Mir wurde schnell bewusst, dass der Aufbau eines glaubwürdigen Ordens nur gelingen konnte, wenn er auf klaren ethischen Grundlagen beruhte.

Der Orden durfte keine romantische Mittelaltervereinigung werden.
Er sollte Menschen helfen, ihr Leben bewusster, verantwortungsvoller und geistig reifer zu gestalten.
So entstand nach und nach das Leitbild, das den Alten Souveränen Templer Orden bis heute prägt.
Nicht äußere Titel sollten den Menschen auszeichnen.
Nicht gesellschaftliche Herkunft.
Nicht Reichtum.
Entscheidend sollte allein der Charakter sein.

Ich begann daher, die mir übergebenen Unterlagen sorgfältig zu ordnen und zu überarbeiten. Viele Manuskripte waren Jahrzehnte alt, manche unvollständig oder nur schwer verständlich. Schritt für Schritt entstand daraus ein modernes Ausbildungssystem, das den Geist der Überlieferung bewahrte und gleichzeitig den Bedürfnissen der heutigen Zeit gerecht wurde.

Dabei wurde mir immer deutlicher, dass der Orden mehr sein musste als eine historische Erinnerung.
Er sollte Menschen auf ihrem persönlichen Lebensweg begleiten.
Nicht Vergangenheit allein sollte im Mittelpunkt stehen, sondern Zukunft.

Aus diesem Gedanken entwickelte sich später das Lehrsystem des Alten Souveränen Templer Ordens mit seiner Ritterrunde, dem Vorhof zur Gralsrunde und der Gralsrunde als innerem Kreis.

Im Laufe der folgenden Jahre kamen weitere geistige Traditionen hinzu. Ich erkannte, dass sich die großen europäischen Einweihungswege nicht widersprechen, sondern ergänzen.

So entstand das Konzept der Vier Säulen:

  • die ritterliche Ethik der Templer,
  • die Weisheit der Rosenkreuzer,
  • die Selbsterkenntnis der Freimaurer,
  • und die innere Wandlung der Alchemisten.

Diese vier Strömungen bilden bis heute das Fundament unserer Ausbildung.

Mit der Ernennung zum Großmeister begann gleichzeitig eine Zeit intensiver Aufbauarbeit.
Es mussten neue Kontakte geknüpft, Lehrunterlagen erstellt, Mitglieder begleitet und organisatorische Strukturen geschaffen werden.
Oft geschah dies neben meinem Beruf als Verleger von Who is Who Enzyklopädien und erforderte viel Geduld und Ausdauer.
Dennoch war ich überzeugt, dass sich jede Anstrengung lohnen würde.
Denn große Ideen leben nicht von Gebäuden oder Organisationen.
Sie leben durch Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Wenn ich heute auf diese Jahre zurückblicke, erkenne ich, dass der eigentliche Aufbau des Ordens nicht mit einer feierlichen Ernennung begann.

Er begann mit einer Entscheidung.
Der Entscheidung, einen Weg zu gehen, dessen Ende ich damals noch nicht kennen konnte.
Aus dieser Entscheidung entstand Schritt für Schritt der Alte Souveräne Templer Orden, wie wir ihn heute kennen – eine internationale Gemeinschaft, die historische Wurzeln mit einem modernen geistigen Ausbildungsweg verbindet.

Die ersten Schritte – Der Aufbau des Alten Souveränen Templer Ordens

Mit der Ernennung zum Großmeister begann für mich eine Aufgabe, deren Umfang ich damals noch nicht abschätzen konnte.

Eine geistige Tradition allein genügt nicht. Sie muss von Menschen getragen werden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihre Ideale im Alltag zu leben. Deshalb bestand meine erste Aufgabe nicht darin, möglichst viele Mitglieder zu gewinnen, sondern ein solides Fundament für den zukünftigen Orden zu schaffen.

In den ersten Jahren geschah vieles im Verborgenen. Es gab keine repräsentativen Gebäude, keine große Organisation und keine umfangreichen finanziellen Mittel. Was vorhanden war, waren einige Menschen, die dieselben Werte teilten, sowie die Überzeugung, dass der Templergedanke auch in der modernen Welt eine Zukunft haben konnte.

Von Anfang an war mir bewusst, dass der Orden keine Kopie des mittelalterlichen Templerordens werden durfte. Die Aufgaben des 12. Jahrhunderts waren andere als die Herausforderungen unserer Zeit.
Die historischen Tempelritter schützten Pilger auf ihrem Weg nach Jerusalem.
Unsere Aufgabe sollte darin bestehen, Menschen auf ihrem persönlichen Lebensweg zu begleiten.

Nicht das Schwert sollte unser Werkzeug sein.
Sondern Bildung.
Nicht militärische Stärke.
Sondern Charakter.
Nicht Macht.
Sondern Verantwortung.

Aus diesen Überlegungen entstand Schritt für Schritt die Grundstruktur des heutigen Alten Souveränen Templer Ordens.

Ein besonderes Anliegen war mir die Entwicklung eines klaren Ausbildungsweges.

Viele Organisationen vermitteln einzelne Vorträge oder Seminare. Ich wollte jedoch einen Weg schaffen, auf dem jedes Mitglied über viele Jahre hinweg wachsen kann.

So entstanden zunächst die ersten Lehrunterlagen.

Dabei griff ich auf jene deutschsprachigen Manuskripte zurück, die ich während meiner Ausbildung erhalten hatte. Gleichzeitig ergänzte ich sie durch historische Forschung, eigene Erfahrungen und neue Erkenntnisse. Nach und nach entwickelte sich daraus ein geschlossenes Lehrsystem, das heute aus der Ritterrunde, dem Vorhof zur Gralsrunde und der Gralsrunde besteht.

Parallel dazu musste auch eine organisatorische Struktur aufgebaut werden.
Der Orden sollte international arbeiten können, gleichzeitig aber überschaubar bleiben.
Deshalb entschieden wir uns für ein System aus Komtureien und Landesmeistern, das an die historische Organisation des Templerordens erinnert und dennoch den Anforderungen der Gegenwart entspricht.
Schon früh zeigte sich, dass das Interesse weit über Österreich hinausreichte.

Die ersten Kontakte entstanden in der Schweiz. Dort wurde der Orden zunächst gegründet, bevor später in den Vereinigten Staaten unter dem Namen „Free Templar Order“ eine Registrierung erfolgte. Mit der Zeit kamen weitere Länder hinzu, in denen Komture und später eigene Landesmeister ihre Arbeit aufnahmen.

Der ursprüngliche Name „Free Templar Order“ führte jedoch immer wieder zu Missverständnissen. Manche Menschen verbanden mit dem Begriff „Free“ Vorstellungen, die nicht dem Selbstverständnis des Ordens entsprachen.

Deshalb fiel schließlich die Entscheidung, einen neuen Namen zu wählen. Seit den 1990er-Jahren trägt unsere Gemeinschaft den Namen:

Alter Souveräner Templer Orden – kurz ASTO.

Dieser Name bringt bis heute zum Ausdruck, wofür wir stehen.

Alter“ verweist auf die historische Überlieferung.

Souverän“ bedeutet geistige Unabhängigkeit und Eigenverantwortung.

Templer Orden“ erinnert an jene Werte, die uns seit Beginn unseres Weges begleiten: Glaube, Mut, Dienstbereitschaft und Verantwortung.

Mit zunehmender Größe des Ordens entstand auch der Wunsch nach einem festen Mittelpunkt.

Ein Ort, an dem Lehrunterlagen entstehen, Mitglieder empfangen und Rituale gefeiert werden konnten.
Zunächst geschah dies in bescheidenem Rahmen.
Doch schon bald sollte der Orden seinen ersten offiziellen Hochsitz erhalten – ein Ort, an dem wichtige Grundlagen für seine weitere Entwicklung gelegt wurden.

Von dort aus begann ein neuer Abschnitt der Ordensgeschichte, der den Alten Souveränen Templer Orden weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt machen sollte.

Der erste Ordenshochsitz – Bescheidene Anfänge mit großer Vision

Jede große Entwicklung beginnt mit einem ersten Schritt.

Auch der Alte Souveräne Templer Orden hatte keinen prächtigen Ordenspalast und keine mittelalterliche Burg als ersten Hochsitz. Unsere Anfänge waren bewusst einfach. Entscheidend war nicht die Größe der Räume, sondern die Größe der Idee, die dort Gestalt annahm.

Der erste offizielle Hochsitz des Ordens befand sich in einem Büro in der Breitegasse in Wien. Es war ein schlichter Ort, der nach außen kaum Aufmerksamkeit erregte. Doch hinter seinen Türen entstand etwas, das den Orden bis heute prägt.

Hier wurden die ersten Lehrunterlagen ausgearbeitet.
Hier fanden Gespräche mit Interessenten statt.
Hier wurden Rituale vorbereitet, organisatorische Fragen gelöst und die Grundlagen für den späteren internationalen Ausbau geschaffen.

Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, erinnere ich mich weniger an die Einrichtung des Büros als an die Atmosphäre, die dort herrschte.
Es war eine Zeit des Aufbruchs.
Wir hatten große Ziele, aber nur bescheidene Mittel.

Viele Arbeiten wurden nach Feierabend erledigt. Tagsüber führte ich meinen Verlag, daneben widmete ich jede freie Stunde dem Aufbau des Ordens. Oft saß ich bis spät in die Nacht an Manuskripten, Studienunterlagen und organisatorischen Planungen.

Damals entstand auch die Überzeugung, dass der Orden nicht von Gebäuden leben würde.
Seine eigentliche Heimat sollten immer die Menschen sein.
Gebäude können verkauft, zerstört oder verlassen werden.
Ideen dagegen überdauern Generationen.

Gerade deshalb legten wir von Anfang an großen Wert auf die Ausbildung der Mitglieder. Nicht repräsentative Räume sollten den Orden prägen, sondern Menschen mit Charakter, Verantwortungsbewusstsein und geistiger Reife.

Im Büro der Breitegasse entstanden nach und nach die ersten Studienbriefe. Viele davon basierten auf den Unterlagen, die ich während meiner Ausbildung erhalten hatte. Andere wurden vollständig neu geschrieben oder an die Bedürfnisse der Gegenwart angepasst.

Mit jedem Lehrbrief wurde deutlicher, dass hier nicht nur historische Kenntnisse vermittelt werden sollten.

Es ging um die Entwicklung des Menschen.
Der historische Templerorden war einst für den Schutz der Pilger verantwortlich.
Unser Orden sollte Menschen auf ihrem inneren Lebensweg begleiten.
Diese Idee wurde zum Leitgedanken aller weiteren Arbeiten.
Mit der wachsenden Zahl der Mitglieder stieß der erste Hochsitz jedoch bald an seine Grenzen.

Es fehlte an Platz für Zusammenkünfte, Vorträge und feierliche Zeremonien. Der Wunsch nach einem größeren und würdigeren Ordenszentrum wurde immer stärker.

Schon bald bot sich eine außergewöhnliche Gelegenheit.

Der Orden konnte seinen Hochsitz in die XAIR Villa beim Schloss Schönbrunn verlegen – einen  Ort, der Geschichte, Kultur und Spiritualität in einzigartiger Weise miteinander verband.

Rückblickend erscheint mir der kleine Hochsitz in der Breitegasse wie ein Samenkorn. Von außen unscheinbar.

Doch aus diesem kleinen Anfang entwickelte sich Schritt für Schritt eine internationale Ordensgemeinschaft, deren Mitglieder heute in verschiedenen Ländern der Welt leben.

Die Geschichte zeigt immer wieder, dass große Werke selten in prachtvollen Gebäuden beginnen.

Sie entstehen dort, wo Menschen bereit sind, an eine Idee zu glauben und ihr über viele Jahre hinweg treu zu bleiben.
Genau das war der Geist, der unseren ersten Ordenshochsitz erfüllte.
Und genau dieser Geist begleitet den Alten Souveränen Templer Orden bis heute.

Schloss Schönbrunn – Der Ordenshochsitz mit Geschichte

Mit dem stetigen Wachstum des Alten Souveränen Templer Ordens wurde deutlich, dass der erste Hochsitz in der Wiener Breitegasse den Anforderungen des Ordens auf Dauer nicht mehr gerecht werden konnte.

Es wurde ein Ort benötigt, der genügend Raum für Begegnungen, Vorträge, Rituale und die weitere Entwicklung des Ordens bot. Gleichzeitig sollte dieser Ort die geistige Ausrichtung des Ordens widerspiegeln – Würde, Geschichte und Kontinuität.

So ergab sich die Möglichkeit, den Hochsitz in die XAIR Villa beim Schloss Schönbrunn zu verlegen.

Für unseren Orden bedeutete dieser Umzug weit mehr als einen Wechsel der Adresse.
Er markierte den Beginn eines neuen Abschnitts.
Das Schloss Schönbrunn zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Europas. Über Jahrhunderte war es die Sommerresidenz der Habsburger und ein Ort, an dem europäische Geschichte geschrieben wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft dieses geschichtsträchtigen Ensembles erhielt auch unser Orden eine neue Heimat.

Die XAIR Villa bot ideale Voraussetzungen für unsere Arbeit.

Erstmals standen ausreichend Räume zur Verfügung, um Kapitel, Andachten, Vorträge und Zusammenkünfte in einem würdigen Rahmen abzuhalten. Gleichzeitig entstand ein Ort, an dem Besucher den Orden kennenlernen und Mitglieder gemeinsam arbeiten konnten.

Schon beim Betreten des Hauses spürte man eine besondere Atmosphäre.
Es war kein Ort des Prunks.
Es war ein Ort der Sammlung.

Hier entstanden zahlreiche Lehrunterlagen, wurden neue Rituale vorbereitet und wichtige Entscheidungen für die Zukunft des Ordens getroffen.

Viele Mitglieder erinnern sich noch heute an diese Zeit als einen der schönsten Abschnitte unserer Geschichte.

Die Ordenskapelle

Das geistige Herzstück unseres Hochsitzes bildete die Ordenskapelle.
Sie war weit mehr als ein Raum für Zeremonien.
Hier versammelten sich die Mitglieder zum gemeinsamen Gebet, zur Meditation und zu den wichtigsten rituellen Handlungen des Ordens.

Die Gestaltung der Kapelle erfolgte mit großer Sorgfalt. Fresken erinnerten an die Geschichte der Tempelritter und an die geistigen Ideale, die unseren Orden bis heute prägen.

Wer diesen Raum betrat, sollte spüren, dass Spiritualität nicht von äußeren Formen lebt, sondern von der inneren Haltung des Menschen.

Der Rempter

Ebenso wichtig war der Rempter – der gemeinsame Versammlungsraum des Ordens.
Hier fanden Gespräche statt.
Hier wurden Vorträge gehalten.
Hier kamen Mitglieder zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an der Weiterentwicklung des Ordens zu arbeiten.

Der Rempter war Ausdruck einer lebendigen Gemeinschaft, in der gegenseitiger Respekt und Vertrauen wichtiger waren als Rang oder Titel.

Der Garten – Ein Ort der Stille

Besonders eindrucksvoll war der weitläufige Garten der Villa.
Seine alten Bäume vermittelten den Eindruck von Beständigkeit und Ruhe.
Viele Mitglieder nutzten diesen Ort für stille Gespräche, Meditation oder persönliche Besinnung.
Gerade in einer Großstadt wie Wien war dieser Garten eine kleine Oase.
Hier konnte man Abstand vom Alltag gewinnen und neue Kraft schöpfen.
Nicht selten wurden auch Gespräche über Geschichte, Philosophie oder spirituelle Fragen unter den alten Bäumen geführt.

Der Garten wurde so zu einem natürlichen Bestandteil des Ordenslebens.

Der geheime Gang

Während unserer Zeit in der XAIR Villa wurde eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht.
Im Zuge von Bauarbeiten kam ein unterirdischer Gang zum Vorschein, der die Villa mit dem Hauptgebäude des Schlosses Schönbrunn verband.
Niemand wusste mit Sicherheit, welchem Zweck dieser Gang ursprünglich gedient hatte.
Vielleicht war er ein Fluchtweg.
Vielleicht diente er dem unbemerkten Wechsel zwischen den Gebäuden.
Für uns erhielt dieser Fund jedoch eine symbolische Bedeutung.

Er erinnerte daran, dass Geschichte oft verborgene Wege kennt und dass manche Zusammenhänge erst viele Jahre später sichtbar werden.

Wie dieser unterirdische Gang Vergangenheit und Gegenwart miteinander verband, so verstand sich auch unser Orden als Brücke zwischen der historischen Überlieferung der Tempelritter und ihrer zeitgemäßen Fortführung.

Ein Ort, der Geschichte schrieb

Viele bedeutende Entscheidungen für den Alten Souveränen Templer Orden wurden in der XAIR Villa getroffen.

Von hier aus entwickelte sich der Orden weiter.
Neue Lehrbriefe entstanden.
Internationale Kontakte wurden aufgebaut.
Mitglieder aus verschiedenen Ländern besuchten unseren Hochsitz.

Heute befindet sich das Gebäude im Eigentum der Volksrepublik China und dient als Residenz des chinesischen Botschafters in Österreich. Die Nutzung hat sich verändert – die Erinnerungen jedoch sind geblieben.

Wenn ich heute an diese Jahre zurückdenke, sehe ich nicht in erster Linie die Gebäude vor mir.
Ich sehe die Menschen.
Ich erinnere mich an unzählige Gespräche, gemeinsame Rituale, Vorträge und Begegnungen, die den Orden geprägt haben.
Die XAIR Villa war für viele Jahre das geistige Zentrum unseres Wirkens.

Doch der Weg des Ordens sollte noch weiterführen.
Schon bald begann ein neues Kapitel – weit entfernt von Europa, auf einer kleinen Insel im Pazifik vor der Küste Panamas.
Dort entstand ein Ordenshochsitz, wie ihn wohl niemand erwartet hätte.

Taborcillo – Der Ordenshochsitz auf der Insel von John Wayne

Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die ungewöhnlicher sind als jeder Roman.

Nachdem der Alte Souveräne Templer Orden über viele Jahre seinen Hochsitz in Wien gehabt hatte, führte unser weiterer Weg an einen Ort, den wohl kaum jemand mit den Tempelrittern in Verbindung bringen würde – auf eine kleine Insel im Pazifik vor der Küste Panamas.

Diese Insel trägt den Namen Taborcillo.

Sie ist nur wenige Hektar groß, von tropischer Vegetation bedeckt und vom warmen Wasser des Pazifischen Ozeans umgeben. Wer heute auf ihre Küste tritt, spürt sofort die besondere Atmosphäre dieses Ortes. Fernab vom Lärm der Großstädte bietet Taborcillo jene Ruhe, die seit Jahrhunderten von Menschen gesucht wird, die sich auf das Wesentliche besinnen möchten.

Doch die Insel besitzt noch eine weitere Besonderheit.

Sie gehörte einst dem berühmten Hollywood-Schauspieler John Wayne. Der legendäre Darsteller unzähliger Westernfilme nutzte Taborcillo als privaten Rückzugsort, weit entfernt vom Trubel der Filmstudios. Hier fand er jene Ruhe, die ihm das öffentliche Leben oft nicht erlaubte. Nach seinem Tod wechselte die Insel mehrfach den Besitzer, bevor sie schließlich in unseren Besitz gelangte.

Für viele Menschen war Taborcillo einfach eine tropische Insel.
Für mich wurde sie zu etwas weit Größerem.
Sie wurde zum Ordenshochsitz.

Ein Ort der Einkehr

Schon bei meinem ersten längeren Aufenthalt erkannte ich, dass Taborcillo ideale Voraussetzungen für die geistige Arbeit bot.

Hier gab es keine Ablenkung.
Keinen Straßenlärm.
Keine Hektik.
Nur das Rauschen des Meeres, den Wind in den Palmen und die unberührte Natur.
Gerade diese Einfachheit machte den Ort so wertvoll.

Seit den Anfängen des Templerordens gehörten Stille, Gebet und Besinnung zum Leben der Ritter. Auch wenn sich die Welt seit dem Mittelalter grundlegend verändert hat, bleibt das Bedürfnis des Menschen nach innerer Ruhe unverändert.

Taborcillo wurde deshalb zu einem Ort, an dem man Abstand vom Alltag gewinnen und den Blick wieder auf die wirklich wichtigen Fragen des Lebens richten konnte.

Unsere Ordenskapelle

Im Mittelpunkt unseres Ordenshochsitzes entstand eine kleine Ordenskapelle.
Sie wurde bewusst schlicht gestaltet.
Nicht Größe oder kostbare Ausstattung sollten beeindrucken.
Entscheidend war ihre geistige Ausstrahlung.
Hier fanden Andachten, Gebete und Zeremonien statt.
Die Kapelle wurde zum geistigen Mittelpunkt unseres Wirkens auf der Insel.

Wer sie betrat, sollte nicht Ehrfurcht vor einem Gebäude empfinden, sondern Offenheit für die Begegnung mit Gott und für den eigenen inneren Weg.

Die Natur als Lehrmeister

Auf Taborcillo wurde mir erneut bewusst, wie eng Spiritualität und Natur miteinander verbunden sind.

Die historischen Tempelritter betrachteten die Schöpfung als Ausdruck göttlicher Ordnung.

Auch ich empfand die Insel als einen Ort, an dem diese Ordnung besonders deutlich spürbar wurde.
Der Wechsel von Ebbe und Flut. Die tropischen Regenfälle. Der Sonnenaufgang über dem Pazifik.
Die gewaltigen Sternenhimmel in der Nacht.
All dies erinnert den Menschen daran, dass er Teil einer weit größeren Schöpfung ist.

Gerade in unserer modernen Zeit verlieren viele Menschen dieses Bewusstsein. Die Insel half mir immer wieder, den Blick auf das Wesentliche zurückzugewinnen.

Ein Ort der Begegnung

Taborcillo war jedoch nie als abgeschiedener Rückzugsort nur für mich gedacht.

Auch Mitglieder unseres Ordens besuchten die Insel.
Hier fanden Gespräche statt, wurden Pläne entwickelt und Gedanken ausgetauscht.
Die besondere Atmosphäre förderte Offenheit, Vertrauen und gegenseitiges Verständnis.
Viele Besucher beschrieben ihren Aufenthalt als eine Zeit innerer Ruhe und persönlicher Neuorientierung.

Erinnerungen für kommende Generationen

Von Zeit zu Zeit veröffentlichte ich Fotos und Eindrücke von Taborcillo, damit auch jene Menschen, die die Insel nie persönlich besuchen konnten, einen Eindruck von diesem außergewöhnlichen Ort erhielten. Die Bilder zeigen nicht nur die Schönheit der Landschaft, sondern auch die Verbindung von Natur, Geschichte und Spiritualität, die unseren Ordenshochsitz geprägt hat.

Mehr als eine Insel

Wenn ich heute an Taborcillo denke, sehe ich nicht zuerst Palmen oder Strände.
Ich sehe einen Ort der Stille.
Einen Ort der Begegnung.
Einen Ort des Gebets.
Vor allem aber sehe ich einen Ort, an dem der Alte Souveräne Templer Orden einen weiteren wichtigen Abschnitt seiner Geschichte geschrieben hat.

So unterschiedlich Wien und eine tropische Insel auch sein mögen – beide Hochsitze unseres h.e. Grossmeisters verband derselbe Geist.
Nicht die Gebäude machten den Orden aus.
Nicht die Landschaft.
Nicht die Geschichte.

Es waren die Menschen, die bereit waren, gemeinsam einen Weg zu gehen und die zeitlosen Ideale der Tempelritter in die Gegenwart zu tragen.

Während sich der Orden Schritt für Schritt weiterentwickelte, verlief auch mein beruflicher Lebensweg in eine außergewöhnliche Richtung.

Parallel zum Aufbau des Ordens entstand eines der größten internationalen Verlagsprojekte Europas – der „Who is Who“-Verlag. Beide Aufgaben begleiteten sich über Jahrzehnte hinweg und beeinflussten sich gegenseitig auf überraschende Weise.

Mein Leben als Verleger – Der Aufbau des schweizer „Who is Who“-Verlags

Während der Alte Souveräne Templer Orden langsam Gestalt annahm, entwickelte sich parallel ein  zweiter Lebensweg, der mich über mehr als vier Jahrzehnte begleiten sollte.

Ich wurde Verleger.
Was zunächst als berufliche Tätigkeit begann, entwickelte sich zu einem der größten internationalen Verlagsprojekte Europas.
Viele Menschen fragen mich heute, wie sich die Leitung eines internationalen Verlages mit der Führung eines spirituellen Ordens vereinbaren ließ.

Meine Antwort lautet:
Beides hatte denselben Ursprung – das Interesse am Menschen.

Die Idee hinter „Who is Who“

Die Grundidee war ebenso einfach wie anspruchsvoll.
In jedem Land gibt es Menschen, die durch ihre Leistungen Geschichte schreiben. Wissenschaftler, Unternehmer, Künstler, Politiker, Ärzte, Richter, Professoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens prägen ihre Zeit und beeinflussen das Leben vieler anderer.

Ihre Lebenswege sollten dokumentiert werden.
So entstand der internationale „Who is Who“-Verlag.
Im Laufe der Jahre erschienen Personenenzyklopädien für zahlreiche europäische Länder sowie für Russland und die Türkei. Ziel war es nicht nur, Namen zu sammeln, sondern Lebensleistungen zu dokumentieren und damit ein Stück Zeitgeschichte festzuhalten. Wir erinnern uns noch mit Freude an die Fernsesendung Who is Who mit Karl Habsburg Lothringen ältester Sohn von Otto von Habsburg, dem letzten Kronprinzen von Österreich-Ungarn,

Ein internationales Netzwerk

Mit dem Wachstum des Verlages entstanden Redaktionen in zahlreichen Ländern Europas.

Zeitweise arbeiteten bis zu 300 Redakteure für den Verlag.
Jede Redaktion recherchierte bedeutende Persönlichkeiten ihres Landes, führte Gespräche, überprüfte biografische Angaben und bereitete die Informationen für die Veröffentlichung auf.
Die Arbeit war anspruchsvoll.
Jedes Land hatte seine eigenen kulturellen Besonderheiten.
Die Recherche in Deutschland unterschied sich erheblich von jener in Russland oder der Türkei.
Dennoch verfolgten alle Redaktionen dasselbe Ziel:

Menschen sichtbar zu machen, die durch ihre Arbeit Verantwortung übernommen und einen Beitrag für die Gesellschaft geleistet hatten.

Eine Schule des Lebens

Die jahrzehntelange Tätigkeit als Verleger brachte mich mit Tausenden außergewöhnlicher Persönlichkeiten in Kontakt.

Ich begegnete Unternehmern, Wissenschaftlern, Künstlern, Politikern und Forschern aus ganz Europa.
Dabei stellte ich immer wieder fest, dass Erfolg nur selten auf Zufall beruht.
Die meisten dieser Menschen verbanden ähnliche Eigenschaften:

  • Ausdauer,
  • Verantwortungsbewusstsein,
  • Zielstrebigkeit,
  • Lernbereitschaft,
  • Integrität.

Diese Erkenntnisse beeinflussten auch meine Arbeit im Alten Souveränen Templer Orden.

Mir wurde bewusst, dass Charakter wichtiger ist als Herkunft und dass große Leistungen fast immer auf innerer Disziplin beruhen.

Unternehmertum und Spiritualität

Manche Menschen glauben, wirtschaftlicher Erfolg und Spiritualität würden sich ausschließen.
Meine eigenen Erfahrungen sprechen dagegen.
Während ich den Verlag aufbaute, entwickelte sich gleichzeitig der Alte Souveräne Templer Orden weiter.
Beides erforderte ähnliche Fähigkeiten:

  • langfristiges Denken,
  • Verantwortungsbewusstsein,
  • Vertrauen,
  • Führung,
  • Ausdauer.

Vor allem aber lernte ich, dass wirtschaftlicher Erfolg niemals Selbstzweck sein darf.
Ein Grundsatz begleitete mich während dieser Jahre:

Zuerst dienen – dann verdienen.“

Wer den Menschen dient und ihnen einen echten Nutzen bietet, schafft langfristig Vertrauen. Dieses Prinzip galt für den Verlag ebenso wie für den Orden.

Europa im Wandel

Die Jahrzehnte meiner Verlagstätigkeit waren von tiefgreifenden politischen Veränderungen geprägt.
Ich erlebte den Kalten Krieg.
Den Fall des Eisernen Vorhangs.
Die Öffnung Osteuropas.
Die Entstehung neuer Staaten.

Viele dieser Veränderungen spiegelten sich auch in der Arbeit des Verlages wider.
Plötzlich wurden Länder zugänglich, die zuvor jahrzehntelang hinter politischen Grenzen gelegen hatten.
Neue Kontakte entstanden.
Neue Persönlichkeiten konnten vorgestellt werden.

Auch für den Alten Souveränen Templer Orden eröffneten sich dadurch Möglichkeiten, die zuvor undenkbar gewesen wären.

Ein neuer Lebensabschnitt

Nach über vierzig Jahren intensiver Verlagstätigkeit war für mich der Zeitpunkt gekommen, einen neuen Schwerpunkt zu setzen.

Ich blickte auf ein erfülltes Berufsleben zurück.
Der Verlag hatte seinen Platz gefunden.
Nun wollte ich meine Zeit verstärkt jener Aufgabe widmen, die mich seit meiner Einweihung begleitet hatte:
dem weiteren Aufbau des Alten Souveränen Templer Ordens.
Die Erfahrungen aus dem internationalen Verlagswesen kamen mir dabei zugute.
Sie hatten mich gelehrt, Menschen zuzuhören, unterschiedliche Kulturen zu verstehen und langfristig zu denken.

All dies konnte ich nun in den Dienst des Ordens stellen.
Heute sehe ich beide Lebenswege nicht als Gegensätze.
Sie ergänzen sich.

Der Verlag lehrte mich, den Menschen in seiner Vielfalt kennenzulernen.
Der Orden lehrte mich, den Menschen in seiner Tiefe zu verstehen.
Beides zusammen hat mein Leben geprägt.
Mit dem Ende meiner aktiven Verlagstätigkeit begann deshalb kein Ruhestand.

Es begann ein neuer Abschnitt – die Konzentration auf das geistige Erbe des Alten Souveränen Templer Ordens und die Aufgabe, dieses Wissen an kommende Generationen weiterzugeben.

Der Orden im digitalen Zeitalter – Eine neue Generation von Templern

Als ich in den 1970er-Jahren meinen Weg im Orden begann, sah die Welt noch völlig anders aus.

Europa war durch den Eisernen Vorhang geteilt. Zwischen Ost und West verliefen nicht nur politische Grenzen, sondern oft auch Grenzen des Vertrauens und der Kommunikation.

Wer damals mit Menschen in den Ländern des Ostblocks in Verbindung bleiben wollte, brauchte Geduld, Vorsicht und manchmal auch Einfallsreichtum.

Ein einfacher Brief konnte bereits Misstrauen erwecken.

Manche Nachrichten wurden deshalb an ungewöhnlichen Stellen versteckt – unter Briefmarken oder unter der Verklebung eines Briefumschlages. Persönliche Treffen waren oft nur mit erheblichen Schwierigkeiten möglich und Reisen ins Ausland bedurften zahlreicher Genehmigungen. Unter diesen Bedingungen war der Aufbau einer internationalen Gemeinschaft eine große Herausforderung.

Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, erscheint mir der Wandel beinahe unglaublich.
Das Internet hat die Welt grundlegend verändert.
Was früher Monate dauerte, geschieht heute innerhalb weniger Sekunden.
Menschen aus verschiedenen Ländern können miteinander sprechen, gemeinsam lernen und Erfahrungen austauschen, ohne ihre Heimat verlassen zu müssen.

Auch der Alte Souveräne Templer Orden hat diese Entwicklung bewusst genutzt.
Dabei ging es uns nie darum, die persönliche Begegnung zu ersetzen.
Sie bleibt ein wertvoller Bestandteil unseres Ordenslebens.
Doch moderne Kommunikationsmittel ermöglichen es, Menschen unabhängig von ihrem Wohnort in unsere Gemeinschaft einzubinden.

Lernen ohne Grenzen

Heute erhalten unsere Mitglieder ihre Studienunterlagen über den geschützten Mitgliederbereich unserer Website.

Alle vierzehn Tage wird ein neuer Lehrbrief freigeschaltet.
Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Ausbildungsweg, der sich über mehrere Jahre erstreckt und genügend Zeit lässt, die Inhalte nicht nur zu lesen, sondern auch im eigenen Leben umzusetzen.
Vorträge, Seminare und Rituale können heute teilweise auch online begleitet werden.
So erreichen wir Menschen, die früher niemals die Möglichkeit gehabt hätten, an unserem Ausbildungsweg teilzunehmen.

Gerade diese Verbindung von Tradition und moderner Technik gehört zu den besonderen Merkmalen unseres Ordens.

Geistesadel statt Geburtsadel

Eine weitere Entwicklung liegt mir besonders am Herzen. Insignien Templerkomtur

Im Mittelalter war die Zugehörigkeit zu einem Ritterorden häufig an Herkunft und gesellschaftlichen Stand gebunden.

Heute sehen wir das anders.
Für den Alten Souveränen Templer Orden zählt nicht der Geburtsadel.
Entscheidend ist der Geistesadel.
Darunter verstehen wir die Bereitschaft eines Menschen, an sich selbst zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und nach ethischen Grundsätzen zu leben.
Ritterlichkeit ist keine Frage des Stammbaums.

Sie zeigt sich im täglichen Handeln.

Eine internationale Gemeinschaft

Was einst mit wenigen Menschen begann, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer internationalen Gemeinschaft entwickelt.

Mitglieder aus verschiedenen Ländern studieren dieselben Lehrbriefe, tauschen Erfahrungen aus und arbeiten gemeinsam an ihrer persönlichen Entwicklung.

Dabei verbindet sie nicht Nationalität oder gesellschaftliche Stellung.
Sie verbindet ein gemeinsames Ziel.
Die Suche nach Wahrheit.
Die Bereitschaft zum Dienst.
Und der Wunsch, die zeitlosen Ideale der Tempelritter in einer modernen Welt mit Leben zu erfüllen.

Die Zukunft beginnt heute

Der historische Templerorden endete im 14. Jahrhundert durch Gewalt und politische Verfolgung.

Seine Burgen wurden zerstört.
Seine Besitztümer eingezogen.
Viele seiner Mitglieder verloren ihr Leben.
Doch Ideen lassen sich nicht verbrennen.
Sie überdauern die Jahrhunderte, wenn Menschen bereit sind, sie weiterzutragen.

Ich bin überzeugt, dass dies auch für die geistigen Ideale der Tempelritter gilt.
Sie gehören nicht der Vergangenheit an.
Sie können auch heute Orientierung geben – in einer Zeit, die von Unsicherheit, schnellen Veränderungen und der Suche nach Sinn geprägt ist.
Deshalb verstehen wir den Alten Souveränen Templer Orden nicht als historische Erinnerung.
Wir verstehen ihn als lebendige Gemeinschaft.

Eine Gemeinschaft, die Tradition bewahrt, ohne in der Vergangenheit stehen zu bleiben.
Eine Gemeinschaft, die moderne Technik nutzt, ohne ihre geistigen Wurzeln zu vergessen.

Und eine Gemeinschaft, die Menschen dazu ermutigt, Verantwortung für ihr eigenes Leben und für ihre Mitmenschen zu übernehmen.

Mein Vermächtnis

Wenn ich heute auf meinen Lebensweg zurückblicke, empfinde ich vor allem Dankbarkeit.
Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben.
Dankbarkeit gegenüber jenen, die ihr Wissen über Generationen hinweg bewahrt haben.
Und Dankbarkeit dafür, dass ich meinen Beitrag zum Aufbau des Alten Souveränen Templer Ordens leisten durfte.

Mein Wunsch für die Zukunft ist einfach.
Mögen auch kommende Generationen erkennen, dass wahre Ritterlichkeit nicht im Tragen eines Mantels oder eines Ordenszeichens besteht.

Sie zeigt sich im Charakter eines Menschen.
In seiner Wahrhaftigkeit.
In seiner Hilfsbereitschaft.
In seinem Mut.
Und in seiner Bereitschaft, dem Guten zu dienen.

Denn Gebäude vergehen.
Organisationen verändern sich.
Doch Werte, die von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, können Jahrhunderte überdauern.
Genau darin sehe ich die eigentliche Aufgabe des Alten Souveränen Templer Ordens – heute und in der Zukunft.

Das Vermächtnis – Eine Aufgabe für kommende Generationen

Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, erkenne ich einen roten Faden, der sich durch alle Jahrzehnte zieht.

Ob als Verleger, Unternehmer oder Großmeister des Alten Souveränen Templer Ordens – immer ging es mir letztlich um den Menschen.
Nicht um Titel.
Nicht um Besitz.
Nicht um Macht.
Sondern um die Frage, wie ein Mensch sein Leben sinnvoll gestalten und einen positiven Beitrag für seine Mitmenschen leisten kann.

Mit über acht Jahrzehnten Lebenserfahrung weiß ich heute mehr denn je, dass wahre Größe nicht in äußeren Erfolgen liegt.

Sie zeigt sich im Charakter.
Im Umgang mit anderen Menschen.
In der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Und darin, den eigenen Überzeugungen auch dann treu zu bleiben, wenn der Weg schwierig wird.

Eine Idee lebt durch Menschen

Der Alte Souveräne Templer Orden ist niemals das Werk eines einzelnen Menschen gewesen.

Jede Generation hat ihren Beitrag geleistet.

Viele Menschen haben Wissen bewahrt, Dokumente geschützt, Rituale weitergegeben oder den Orden in Zeiten begleitet, in denen dies nicht selbstverständlich war.
Auch ich durfte nur ein Glied in dieser langen Kette sein.
Mein Wunsch ist es, dass diese Kette nicht abreißt.
Denn Ideen können Jahrhunderte überdauern – aber nur dann, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung für sie zu übernehmen.

Der Weg geht weiter

Oft werde ich gefragt, wie ich die Zukunft des Ordens sehe.

Meine Antwort ist einfach:
Ich wünsche mir keinen möglichst großen Orden.
Ich wünsche mir einen Orden mit Menschen von Charakter.
Frauen und Männer, die bereit sind,

  • ehrlich zu handeln,
  • Verantwortung zu übernehmen,
  • ihren Glauben bewusst zu leben,
  • sich ständig weiterzuentwickeln,
  • und anderen Menschen mit Respekt zu begegnen.

Ein kleiner Kreis engagierter Menschen kann mehr bewirken als eine große Gemeinschaft ohne gemeinsame Werte.

Eine Schule des Lebens

Der Alte Souveräne Templer Orden versteht sich nicht als Selbstzweck.

Er möchte Menschen auf ihrem Lebensweg begleiten.
Unsere Lehrbriefe, Vorträge, Bücher und Seminare sollen nicht nur Wissen vermitteln.
Sie sollen helfen, den Menschen selbst zu verändern.
Denn wahre Bildung besteht nicht darin, möglichst viele Informationen zu besitzen.
Sie zeigt sich darin, ein besserer Mensch zu werden.
Deshalb endet die Ausbildung im Orden niemals.
Jeder Tag bietet eine neue Gelegenheit zu lernen.
Jeder Mensch kann uns etwas lehren.

Jede Erfahrung kann uns reifen lassen.

Hoffnung für die Zukunft

Unsere Welt verändert sich in einem Tempo, das viele Menschen verunsichert.

Technischer Fortschritt, künstliche Intelligenz, wirtschaftliche Krisen und gesellschaftliche Spannungen stellen neue Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt.

Gerade deshalb glaube ich, dass zeitlose Werte wichtiger werden denn je.
Mut.
Verantwortung.
Wahrhaftigkeit.
Nächstenliebe.
Disziplin.
Diese Tugenden sind nicht veraltet.
Sie bilden das Fundament jeder funktionierenden Gemeinschaft.

Der Alte Souveräne Templer Orden möchte dazu beitragen, diese Werte auch kommenden Generationen zu vermitteln.

Eine persönliche Einladung

Vielleicht fragen Sie sich nach dem Lesen dieser Chronik, warum ich all dies aufgeschrieben habe.

Die Antwort lautet:
Weil Erfahrungen nur dann ihren vollen Wert entfalten, wenn sie weitergegeben werden.
Viele Menschen haben mich auf meinem Lebensweg begleitet.
Von ihnen durfte ich lernen.
Nun sehe ich es als meine Aufgabe, etwas von diesem Wissen weiterzugeben.
Nicht damit Menschen mir folgen.
Sondern damit sie ihren eigenen Weg finden.

Wenn diese Seiten dazu beitragen, auch nur einen Menschen zu mehr Verantwortung, mehr Glauben und mehr Menschlichkeit zu ermutigen, dann hat diese Chronik ihren Zweck erfüllt.

Mein Dank

Mein Dank gilt allen Menschen, die den Alten Souveränen Templer Orden über viele Jahrzehnte begleitet haben.
Den Mitgliedern.
Den Freunden.
Den Förderern.
Den Kritikern.
Und auch jenen, die heute zum ersten Mal mit unserem Orden in Berührung kommen.

Sie alle sind Teil einer Geschichte, die noch lange nicht zu Ende geschrieben ist.
Denn der eigentliche Auftrag des Alten Souveränen Templer Ordens besteht nicht darin, die Vergangenheit zu bewahren.

Sein Auftrag besteht darin, die zeitlosen Ideale der Tempelritter in der Gegenwart zu leben und sie vertrauensvoll an die Zukunft weiterzugeben.

Möge dieser Weg auch kommende Generationen inspirieren, den Mut zu finden, Verantwortung zu übernehmen, dem Guten zu dienen und das Licht der Menschlichkeit weiterzutragen.

Die Zukunft des Ordens – Der Weg geht weiter

Als ich vor mehr als fünfzig Jahren meinen Weg im Templerorden begann, konnte ich nicht ahnen, wohin mich dieser führen würde.

Aus ersten Begegnungen in Budapest entstand eine lebenslange Aufgabe.
Aus wenigen Manuskripten entwickelte sich ein umfassendes Ausbildungssystem.
Aus einem kleinen Kreis Gleichgesinnter entstand eine internationale Gemeinschaft.

Wenn ich heute auf diesen Weg zurückblicke, erfüllt mich vor allem Dankbarkeit.
Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben.
Dankbarkeit gegenüber jenen, die das geistige Erbe des Ordens über schwierige Zeiten hinweg bewahrt haben.
Und Dankbarkeit dafür, dass ich meinen Teil zum Aufbau des Alten Souveränen Templer Ordens beitragen durfte.

Doch jede Generation steht vor ihren eigenen Herausforderungen.
Die Welt verändert sich schneller als jemals zuvor.

Technologische Entwicklungen, künstliche Intelligenz, gesellschaftliche Veränderungen und wirtschaftliche Unsicherheiten verlangen nach Orientierung. Immer mehr Menschen stellen sich Fragen nach Sinn, Verantwortung und innerem Halt.

Gerade in einer solchen Zeit können die zeitlosen Ideale der Tempelritter neue Aktualität gewinnen.
Nicht als Rückkehr in das Mittelalter.
Sondern als Erinnerung daran, dass Charakter wichtiger ist als Besitz, Verantwortung wichtiger als Macht und Dienst am Mitmenschen wichtiger als persönlicher Vorteil.

Der Alte Souveräne Templer Orden möchte deshalb auch in Zukunft Menschen begleiten, die bereit sind, an sich selbst zu arbeiten und Verantwortung für ihr Leben und ihre Umwelt zu übernehmen.

Unsere Ausbildung wird weiter wachsen.
Neue Bücher, Lehrbriefe, Vorträge und digitale Bildungsangebote sollen dazu beitragen, das geistige Erbe des Ordens einer neuen Generation zugänglich zu machen.

Dabei werden wir moderne Kommunikationsmittel nutzen, ohne unsere Wurzeln zu vergessen.
Tradition und Fortschritt schließen sich nicht aus.
Sie ergänzen einander.

Der historische Templerorden war seiner Zeit in vielen Bereichen voraus.
Auch wir möchten offen bleiben für neue Möglichkeiten, solange sie den zeitlosen Werten des Ordens dienen.

Ich bin überzeugt, dass die Zukunft nicht den lautesten Menschen gehören wird.
Sie gehört jenen, die Verantwortung übernehmen.
Die Brücken bauen.
Die Wahrheit suchen.
Die bereit sind, anderen zu dienen.

Vielleicht gehören auch Sie zu diesen Menschen.
Vielleicht hat Sie diese Chronik berührt.
Vielleicht spüren Sie den Wunsch, mehr über den Alten Souveränen Templer Orden zu erfahren.
Dann lade ich Sie herzlich ein, unseren Weg kennenzulernen.

Lesen Sie unsere Veröffentlichungen.
Bestellen Sie unsere kostenlosen „Templer Briefe“.
Und wenn Sie sich eines Tages entscheiden sollten, selbst diesen Weg zu gehen, werden wir Sie gerne begleiten.

Denn der Alte Souveräne Templer Orden lebt nicht von Gebäuden, Ritualen oder historischen Erinnerungen.
Er lebt von den Menschen, die seine Werte im täglichen Leben verwirklichen.
Die Geschichte des Ordens ist deshalb kein abgeschlossenes Kapitel.
Sie wird jeden Tag neu geschrieben.

Vielleicht schreiben auch Sie eines Tages ein Stück dieser Geschichte mit.
Große Geistesgebäude bleiben immer real und unzerstörbar.“

Dieser Gedanke hat mich mein ganzes Leben begleitet.
Ideen können verfolgt werden.
Gebäude können zerstört werden.
Organisationen können verschwinden.
Doch Wahrheit, Glaube, Hoffnung und Liebe lassen sich nicht vernichten.
Sie leben in den Herzen der Menschen weiter.

Grosse Geistesgebäude bleiben immer real und unzerstörbar.

Das ist das heilige „APEX MENTIS“, das „Geistesfünklein“ Meister Eckehards, das immer fortlodert, weil es ein Strahl des kosmischen Bewusstseins ist.

Möge der Alte Souveräne Templer Orden auch in Zukunft dazu beitragen, diese Werte zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben.


Ralph von Reichenberg
Großmeister des Alter Souveräner Templer Orden