DECLARATION OF PRINCIPLES von 1842 (Auszug)
ORDEN DES TEMPELS
Wie von der Generalversammlung des Templerordens des 19. Jahrhunderts im Jahre 1841 beschlossen.
„Der Orden des Tempels ist von allen anderen Institutionen, wie auch immer deren Bezeichnung oder Zielsetzung lauten mag, verschieden und unabhängig. Er ist weder die Verkörperung noch der Nachfolger irgendeiner Vereinigung, die vor dem Jahre 1118 n. Chr. bestanden hat. Vielmehr ist er im Schoße des apostolischen, römisch-katholischen Glaubens entstanden und gegründet worden; heute jedoch nimmt er Angehörige aller christlichen Konfessionen in gleicher Weise auf, um den Völkern der Welt ein Beispiel weiser Toleranz sowie wahrer und frommer Brüderlichkeit zu geben.
Der Orden ist kosmopolitisch; das Universum ist seine Heimat. Er lehrt und sammelt die Weisheit alter wie neuer Zeiten. Seine Gebräuche stehen im Einklang mit dem Fortschritt der Vernunft, und er übt die reine Form evangelischer Nächstenliebe.
Er bietet ehrenhaften Menschen in allen Ländern, in denen das Christentum bekannt wird, eine Möglichkeit der Verbindung und Verständigung. Er erhält und pflegt alle edlen Empfindungen und strebt danach, sich den Titel eines Wohltäters der Menschheit zu verdienen, indem er Hospize und Einrichtungen zum öffentlichen Wohl gründet und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zum Wohl der Menschheit beiträgt.
Niemand wird in den Orden aufgenommen, sofern er nicht Christ ist, eine umfassende Bildung genossen hat, eine ehrenvolle Stellung in der Gesellschaft einnimmt und aufgrund seiner Tugenden und seiner sittlichen Lebensführung empfohlen werden kann.
Auf diese Weise deutet der Orden heute die vier Adelsgrade, die nach den alten Statuten erforderlich waren.
Jeder Ritter ist für die höchsten Ämter des Ordens wählbar; sein Titel ist dauerhaft und heilig und darf niemals aufgehoben werden.
Sollte jedoch – was Gott verhüten möge – ein Ritter seinen edlen Charakter beflecken, so wird er von seinesgleichen gerichtet und entweder der Ritterwürde für unwürdig erklärt oder seiner Ehrenrechte enthoben, sei es auf Dauer oder für einen bestimmten Zeitraum.
Das Magisterium leitet den Orden als Ganzes, verwaltet ihn durch Erlasse und wacht über die Einhaltung der Regel, der Gesetze und der Statuten, die von den Generalversammlungen beschlossen wurden.
Der Orden des Tempels ist dankbar für den Schutz, der ihm von verschiedenen Regierungen gewährt wurde. Er achtet alle bestehenden Verfassungen und hält sich vollständig aus der Politik heraus.
Sollten jedoch zwischen Staaten schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten entstehen, die sogar zu einem Krieg führen, dann wäre es die heilige Pflicht eines jeden Ritters, während er den Anordnungen seiner Regierung Folge leistet, Worte des Friedens zu sprechen und vor der Welt für die heilige Sache der Menschlichkeit einzutreten.“
Im Tempel zu Paris, im Jahre des Herrn 1841.
