Bourgoult – Eine Komturei im Vexin
Auch von der Niederlassung Bourgoult im Gebiet des Vexin sei berichtet, denn sie zeigt beispielhaft, wie unser Orden im Norden Frankreichs Fuß fasste und durch kluge Verwaltung der Ländereien seine Stärke aufbaute.
Die Gründung dieser Komturei geht auf eine Schenkung zurück, die um das Jahr 1220 erfolgte. Robert Crespin, Sohn des Barons von Étrépagny, überließ dem Orden Land, das den Grundstock der Niederlassung bildete. Solche Gaben waren für unseren Orden von großer Bedeutung, denn sie ermöglichten die Einrichtung von Höfen, die dauerhaft Erträge erwirtschafteten.
Nur wenige Jahre später folgten weitere bedeutende Schenkungen. 1222 übergab Amaury de Verclives große Ländereien an den Orden. In den Jahren 1225 und 1226 kamen zudem Waldgebiete hinzu. Diese Besitzungen boten Holz, Weideflächen und Jagdrechte und ergänzten die landwirtschaftlichen Flächen der Niederlassung.
Zunächst war Bourgoult nicht selbstständig. Es unterstand der Komturei von Renneville, einer größeren Niederlassung unseres Ordens in der Region. Erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde Bourgoult zu einer eigenständigen Komturei erhoben. Dies zeigt, dass sich die wirtschaftliche Grundlage der Niederlassung im Laufe der Zeit ausreichend gefestigt hatte.
Ein großer Teil der Landwirtschaft von Bourgoult entstand auf neu gerodetem Land. Die Brüder des Ordens und die von ihnen beschäftigten Arbeiter erschlossen Wälder und verwandelten sie in fruchtbare Felder. Diese Rodungsarbeit war ein wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Entwicklung vieler Templerhäuser.
Zu Bourgoult gehörten außerdem drei kleinere Dependancen, die als landwirtschaftliche Außenhöfe dienten. Diese befanden sich in:
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Mesnil-sous-Verclives
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Boisemont
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Cahaignes
Solche Dependancen ermöglichten es, größere Gebiete effizient zu bewirtschaften und die Verwaltung der Besitzungen zu organisieren.
Von den ursprünglichen Gebäuden der Templer ist heute leider nichts mehr erhalten. Die eindrucksvollen Fachwerkgebäude, die man heute in Bourgoult sieht, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurden von den Johannitern errichtet, die nach der Auflösung unseres Ordens viele ehemalige Templerbesitzungen übernahmen. Auch die Kapelle der Anlage gehört zu dieser späteren Bauphase.
Doch auch wenn die Mauern unserer Zeit nicht mehr stehen, bleibt die Erinnerung an die Arbeit der Brüder bestehen. Bourgoult war eine jener Niederlassungen, in denen der Orden seine Stärke nicht durch Waffen, sondern durch Fleiß, Organisation und kluge Nutzung des Landes zeigte.
So wie Bonlieu in den Wäldern der Champagne, war auch Bourgoult im Vexin Teil jenes großen Netzes von Häusern, das den Orden vom Tempel trug. In diesen stillen Komtureien arbeiteten Brüder im Verborgenen, doch ihre Arbeit nährte das große Werk des Ordens – das Werk, das weit über ihre Felder hinausreichte. ⚔️
