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Jacques de Molay, der letzte Großmeister des Templerordens

Jacques de Molay, der letzte Großmeister des Templerordens, erhielt noch 1303 eine Zusicherung des königlichen Schutzes von Philipp IV. Dennoch ließ ihn der König später verhaften – eine überraschende Wendung, denn der Orden verwaltete über Jahre hinweg große Vermögen europäischer Fürsten, darunter auch das Frankreichs. Die Templer hatten ein ausgeklügeltes Finanzsystem entwickelt, das als Vorläufer des bargeldlosen Zahlungsverkehrs gilt.

Philipp IV., genannt „der Schöne“, ignorierte sogar einen Protestbrief des Papstes Klemens V., als er 1307 zahlreiche Templer in Frankreich festnehmen ließ. Das Hauptmotiv des Königs scheint weniger religiöser Eifer als vielmehr der Zugriff auf die enormen Reichtümer des Ordens gewesen zu sein.

Am 18. März 1314 wurde Jacques de Molay gemeinsam mit Geoffroy de Charnay auf dem Scheiterhaufen in Paris verbrannt – nachdem beide ihre unter Folter erpressten Geständnisse widerrufen hatten. Der Überlieferung nach rief de Molay in den Flammen seinen Fluch aus: Sowohl Papst als auch König sollten binnen eines Jahres sterben.

Tatsächlich starb Papst Klemens V. am 20. April 1314, vermutlich an einer schweren Darmerkrankung. Philipp IV. folgte am 29. November 1314, nach einem Jagdunfall. Zufall? Das bleibt Spekulation.

Im Jahr 2001 entdeckte die Historikerin Barbara Frale im Vatikanischen Geheimarchiv das sogenannte Chinon-Pergament. Darin erklärte Papst Klemens V., dass er den Templerorden zwar auf Druck des Königs aufgelöst habe, ihn jedoch kirchenrechtlich für unschuldig hielt.

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