Kardinal Turkson: Zwischen Wahrheit und Verleugnung – Die Verantwortung der Kirche für die Schöpfung
„Non nobis, Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam.“ – Dieser Wahlspruch der Templer erinnert uns daran, dass unser Wirken nicht uns selbst gehört, sondern dem höheren Dienst an Gott und seiner Schöpfung. Vor diesem Hintergrund haben die Worte von Kardinal Peter Turkson ein besonderes Gewicht. Der aus Ghana stammende Kirchenmann und Kanzler der Päpstlichen Akademien für Wissenschaften und Sozialwissenschaften sprach jüngst in Wien über die globale Herausforderung des Klimawandels. Seine Mahnung: Die Kirche muss glaubwürdig auftreten – doch es gibt in ihren Reihen auch Stimmen der Verleugnung.
Licht und Schatten in der Kirche
Kardinal Turkson zeigte sich offen: Er kenne Bischöfe und Priester, die den Klimawandel leugnen und die Enzyklika Laudato Si’ von Papst Franziskus für irrelevant halten. Gleichzeitig verwies er auf die Leidenschaft vieler junger Menschen, die sich mit großem Einsatz für den Schutz der Schöpfung engagieren.
Hier offenbart sich ein Spannungsfeld innerhalb der Kirche: Zwischen der Weigerung, die Realität anzuerkennen, und dem mutigen Schritt, Verantwortung zu übernehmen.
Die Enzyklika „Laudato Si’“ – Ruf zur Umkehr
Vor zehn Jahren veröffentlichte Papst Franziskus seine Umwelt- und Sozialenzyklika. Sie ist kein politisches Manifest, sondern ein geistlich fundierter Aufruf zu einer ökologischen Umkehr. Kardinal Turkson betonte, dass der Kern nicht bloß Schadensbegrenzung sei, sondern ein Wandel des Herzens.
Die Heilige Schrift spricht davon schon im Anfang:
„Und Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre.“ (Genesis 2,15)
Dies ist der Urauftrag, den der Schöpfer dem Menschen gegeben hat: nicht Ausbeutung, sondern Pflege.
Die Glaubwürdigkeit des Handelns
„Wer nicht überzeugt ist, sollte lieber schweigen. Aber wer überzeugt ist, muss auch danach leben“, sagte Turkson. Dies ist ein Wort, das tief ins Herz trifft.
Der Apostel Jakobus erinnert uns:
„Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.“ (Jakobus 1,22)
Wahrheit verlangt Taten. Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Worte, sondern durch den gelebten Glauben.
Die Schöpfung als Sakrament
Besonders eindringlich waren Turksons Worte über die Verbindung von Liturgie und Schöpfung. Wasser, Brot und Wein – Grundelemente unserer Sakramente – sind zugleich Geschenke der Natur.
Der Psalmist bekennt:
„Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.“ (Psalm 19,2)
Wenn die Schöpfung selbst Lobpreis ist, dann macht sich der Mensch schuldig, wenn er sie verstummen lässt.
Der Apostel Paulus mahnt uns, dass die ganze Schöpfung wartet auf Erlösung:
„Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes.“ (Römer 8,19)
Dies bedeutet: Auch die Natur ist in unser Heilsgeschehen hineingenommen. Der Christ, der zerstört, widerspricht dem Auftrag Christi.
Ein Auftrag für die Ritter von heute
Der orthodoxe Patriarch Bartholomäus nannte Umweltzerstörung eine Sünde – und Kardinal Turkson stimmte ihm zu. Für uns Templer ist das ein Auftrag: Die Verteidigung der Schöpfung ist Teil des geistigen Kampfes.
Der Prophet Hosea warnte schon:
„Darum vertrocknet das Land, und es verschmachtet alles, was darin wohnt.“ (Hosea 4,3)
Ein Wort, das heute aktueller ist als je zuvor.
Die Verteidigung der Schöpfung ist nichts anderes als die Verteidigung des Lebens selbst.
Fazit: Die Wahl zwischen Verleugnung und Verantwortung
Die Worte von Kardinal Turkson machen deutlich: Die Kirche steht an einem Scheideweg. Verleugnung oder Verantwortung – beides ist in ihren Reihen zu finden.
Für die Templer gibt es keinen Zweifel: Der Weg der Ritter führt über die Verantwortung.
Denn der Herr selbst sprach:
„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40)
Wenn Klimazerstörung vor allem die Armen und Schwachen trifft, dann ist ökologisches Handeln nichts weniger als gelebte Nächstenliebe.
Darum gilt: Wer Gott liebt, muss seine Schöpfung schützen. Wer Christus folgt, darf nicht schweigen, wenn die Welt brennt. Und wer das Kreuz trägt, muss bereit sein, auch die Bürde der Verantwortung für Erde und Menschheit zu schultern.
