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Papst Leo XIV. ruft im September zum Gebet für die Schöpfung auf

„Die Welt ist nicht nur ein Problem, das es zu lösen gilt, sondern ein Geheimnis, das mit Dankbarkeit und Hoffnung betrachtet werden muss.“ – Mit diesen Worten hat Papst Leo XIV. die Gläubigen im Gebetsanliegen für den Monat September an ihre Verantwortung gegenüber der Schöpfung erinnert.

Das Gebet des Papstes: Dankbarkeit statt Ausbeutung

Das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes veröffentlichte einen Text, in dem die Schöpfung ausdrücklich als Spiegel der göttlichen Liebe verstanden wird:

„Herr, Du liebst alles, was Du geschaffen hast, und nichts existiert außerhalb des Geheimnisses Deiner Zärtlichkeit. Jedes Geschöpf, wie klein es auch sein mag, ist Frucht Deiner Liebe und hat einen Platz in dieser Welt.“

Hier wird die Schöpfung nicht als bloße „Ressource“ betrachtet, die der Mensch nach Belieben verbrauchen darf, sondern als lebendiges Zeugnis des göttlichen Willens. Für uns Templer ist dies eine Wahrheit, die tief mit unserem Auftrag verbunden ist: Alles Geschaffene ist Ausdruck des einen großen Mysteriums, das wir ehrfurchtsvoll zu bewahren haben.

Die Inspiration des heiligen Franziskus

Papst Leo XIV. verweist in seinem Anliegen auf den heiligen Franz von Assisi, der im „Sonnengesang“ die Geschwisterlichkeit aller Lebewesen besungen hat. Auch wir als Ritter Christi kennen diese spirituelle Haltung: Der Mensch steht nicht über der Schöpfung, sondern ist Teil einer brüderlichen Gemeinschaft des Lebens.

So wie der heilige Franz sagen konnte: „Gelobt seist Du, mein Herr, mit allen Deinen Geschöpfen“, so dürfen auch wir Ritter erkennen, dass jeder Baum, jedes Tier und jeder Mensch in gleicher Weise die Herrlichkeit des Schöpfers widerspiegelt.

Die Warnung vor einem technokratischen Blick

Besonders eindringlich mahnt der Papst:
„Die Welt ist unendlich viel mehr als ein Problem, das es zu lösen gilt. Sie ist ein Geheimnis, das mit Dankbarkeit und Hoffnung betrachtet werden muss.“

Dies ist eine deutliche Warnung vor einer rein technischen, utilitaristischen Sicht auf die Umwelt. Der Mensch darf die Welt nicht nur in Zahlen, Nutzen und Gewinn messen. Er muss sie als heiligen Raum begreifen – als „gemeinsames Haus“, in dem Gott selbst gegenwärtig ist.

Der Prophet Jesaja ruft uns dies ins Gedächtnis:
„Denn so spricht der Herr, der die Himmel geschaffen hat – er ist Gott –, der die Erde gebildet und sie gemacht hat: Er hat sie nicht als Öde geschaffen, sondern zum Wohnen hat er sie gebildet.“ (Jes 45,18)

Verantwortung des Menschen – Auftrag des Ritters

Für uns Templer ist klar: Wer in der Tradition der Ritter Christi steht, trägt Verantwortung – nicht nur für die Armen und Bedrängten, sondern auch für das Erbe der Schöpfung.

  • Die Erde ist ein Lehnsgut Gottes, das uns anvertraut, aber nicht übergeben wurde.

  • Der Mensch ist Verwalter, nicht Eigentümer.

  • Jeder Eingriff in die Schöpfung muss dem Maßstab von Ehrfurcht, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit standhalten.

Der Apostel Paulus schreibt:
„Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes.“ (Röm 8,19)
Das heißt: Die Natur selbst wartet darauf, dass wir unsere Rolle als verantwortliche Kinder Gottes erkennen.

Glaube und Wissenschaft – kein Widerspruch

Manche fragen: Wie verträgt sich der Gedanke der Schöpfung mit moderner Wissenschaft?

Die Antwort ist: Beide sprechen unterschiedliche Sprachen über dasselbe Geheimnis. Die Wissenschaft beschreibt das „Wie“, der Glaube deutet das „Warum“. So wie der Psalmist bekennt:
„Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes.“ (Ps 19,2)
So verkündet auch jede wissenschaftliche Erkenntnis über das Universum das Staunen über eine größere Ordnung.

Der Ritter von heute muss also beides vereinen: die Demut des Glaubens und die Wahrheitssuche der Wissenschaft – im Wissen, dass jede Erkenntnis letztlich zur Quelle allen Seins zurückführt.

Fazit: Beten und Handeln im Geiste der Verantwortung

Das Gebetsanliegen von Papst Leo XIV. für den September ist kein sentimentaler Aufruf, sondern ein geistlicher Weckruf:

  • Dankbarkeit statt Ausbeutung.

  • Ehrfurcht statt Berechnung.

  • Geschwisterlichkeit statt Herrschaft.

Für uns Templer bedeutet dies: Das Gebet für die Schöpfung darf nicht ohne Taten bleiben. Wer Gott liebt, schützt seine Werke. Wer Christus folgt, erkennt ihn im Geringen, im Armen – und auch in jedem Geschöpf, das unter menschlicher Gier leidet.

So lasst uns mit dem Papst und in der Tradition des heiligen Franziskus beten:
„Gelobt seist Du, mein Herr, durch alle Deine Geschöpfe!“

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