Templerbauten für die Nachwelt
Die Templer wurden zu sehr fruchtbaren Bauherrn. Sie bauten befestigte Burgen, Landgüter, Wirtschaftsgebäude, Scheunen, Ställe und Kirchen selbst auf schwierigem Baugrund wie Sumpf und Sand. Sie bauten sogar ganze Städte wie Baldock in Hertfordshire zwischen 1199 und 1254, das zum englischen Hauptsitz wurde. Angeblich wurde es nach Bagdad benannt, wahrscheinlich aber nach „Bald Oak“, (kahle Eiche), da Bagdad niemals eingenommmen wurde.
Wie bei jedem ihrer Unternehmen herrschten auch in ihrer Architektur Solidität und praktisches Zweckdenken vor und wie die Zisterzienser suchten sie Funktionalität vor Schönheit. Ihre frühesten Bauten zeigen starke Einflüsse der normannischen Architektur. Die Mauern wurden in solidem Stein aufgeführt und die Fugen mit kleinen Steinen und Mörtel ausgefüllt. Die Komtureien wie Temple Garway in Hertfordshire waren einfach, schmucklos und dauerhaft, ihre Burgen wie die von
Athlit bei Haifa oder Tortosa bei Tripolis dagegen die Höhepunkte mittelalterlicher Miltärarchitektur.
TÜRME AUS STEIN
Auch wenn alle Festungen der Templer sehr abweisend aussahen und praktisch uneinnehmbar waren, so wurde doch allein Athlit nie vom Feind erobert. Während der letzten Kreuzzüge entstanden in ganz Europa Templerburgen, die nach aussen schwer befestigt waren, aber im Inneren eher Klöstern ähnelten. Die Bauweise der Templer wurde auch von anderen übernommen.
Die meisten Burgen, ob neu erbaut oder von den Templern umgebaut wie Almourol und Tomar in Portugal, waren meist auf quadratischem Grundriss errichtet und hatten Rundtürme. Viele Burgen hatten doppelte Wälle mit tiefen Gräben, eine andere ihrer Neuerungen war der Bergfried in der Mitte der Anlage.
SOLIDE UND DAUERHAFT
Der Hauptvorzug der Templerbauten bestand in ihrer Dauerhaftigkeit und Solidität, ob Kirchen, Burgen oder Komtureien. Ihr gemeinsames Leben war nach praktischen Gesichtspunkten organisiert und diesem Prinzip folgten auch ihre Bauten. Dass so viele ihrer Bauten noch erhalten und so viele ihrer Kirchen noch in Gebrauch sind, beweist das Geschick und die Zuverlässigkeit ihrer Techniker und Bauleute. So wurde Chastel Blanc in Syrien auf bereits bestehenden Fundamenten in weissem Kalkstein ausgeführt; es überlebte ein Erdbeben, dem alle umgebenden Bauten zum Opfer fielen. Auf der Höhe ihrer Macht verfügten die Templer über 3.000 gestiftete Landbesitze, von denen viele mit Wehrbauten versehen wurden.
