Warum die ganze Welt pleite ist?
Brüder und Schwestern, die Geschichte der Völker lehrt uns, dass Reichtum und Macht vergehen wie Sand, der durch die Finger rinnt. So wie ein Ritter ohne Treue sein Schwert verliert, so verliert eine Welt ohne Maß ihr Fundament. Die Frage, warum die ganze Welt heute verschuldet ist, hat tiefere Wurzeln, als viele meinen.
Von der Großen Depression bis zur Gegenwart
Im Jahre 1929 begann in den Vereinigten Staaten die große Weltwirtschaftskrise, als eine Aktienblase platzte. Diese „Große Depression“ stellte alle bisherigen Krisen in den Schatten. Doch knapp achtzig Jahre später, im Jahr 2007, platzte erneut eine Blase – diesmal die der Immobilien. Und die darauf folgenden Erschütterungen stellten selbst die Katastrophe von 1929 in den Schatten.
Der Bruch mit der Goldbindung
Der entscheidende Wendepunkt begann jedoch früher: 1971, als US-Präsident Richard Nixon das Bretton-Woods-System aufkündigte. Bis dahin war der US-Dollar mit Gold gedeckt und diente als Anker der Weltwährungen. Mit einem Federstrich wurde diese Bindung aufgehoben, und die Zeit des ungedeckten Papiergeldes begann. Von da an waren Währungen keine versprochene Einlösung mehr in edles Metall, sondern nur noch ein Stück Papier – ein leeres Versprechen.
So begann die globale Schuldenorgie: Regierungen konnten nach Belieben Geld drucken, um Wahlversprechen zu erfüllen, Kriege zu finanzieren oder Konjunkturprogramme aufzublähen. Die Folge: Haushaltsdefizite, Überschuldung und Staatsbankrotte.
Die Immobilienblase – ein Beispiel der Maßlosigkeit
Besonders deutlich zeigte sich die Perversion des Systems in den 1990er Jahren. Präsident Bill Clinton versprach mehr Eigenheime für die amerikanischen Bürger. Banken wurden gedrängt, Kredite auch an jene zu vergeben, die kein Eigenkapital und kein sicheres Einkommen hatten.
Die Folgen:
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Die Nachfrage stieg, die Immobilienpreise explodierten.
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Banken vergaben noch größere Kredite.
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Familien verschuldeten sich über ihre Kräfte.
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Als die Arbeitslosigkeit wuchs, konnten viele ihre Raten nicht mehr zahlen.
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Häuser wurden zwangsversteigert, die Preise fielen, und die Banken gerieten selbst in Not.
Da sich auch europäische Banken beteiligt hatten, breitete sich die Krise weltweit aus. Ganze Staaten verschuldeten sich, um ihre Banken zu retten.
Die Spirale der Schulden
Warum also ist die ganze Welt pleite?
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Weil seit Jahrzehnten Politiker mehr versprechen als sie halten können.
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Weil man glaubt, Wohlstand könne durch Schulden geschaffen werden.
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Weil das Fundament des Geldes – die Golddeckung – leichtfertig geopfert wurde.
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Weil künstlich niedrige Zinsen weitere Blasen schufen: in Immobilien, Aktien, Rohstoffen und Staatsanleihen.
Heute ist die Welt in einem Zustand, in dem selbst Friedenszeiten nicht genügen, um die Defizite zu lindern. Die Corona-Pandemie hat diesen Prozess nur beschleunigt.
Rezession – keine Pest, sondern Reinigung
Viele fürchten die Rezession wie eine tödliche Krankheit. Doch wir Templer wissen: Krise ist nicht immer Zerstörung – sie ist auch Reinigung. Rezessionen sind Heilungsprozesse der Wirtschaft, sie korrigieren Übermaß, Gier und Maßlosigkeit. Sie sind notwendig, damit ein neuer Aufschwung entstehen kann – so wie ein Acker nach der Ernte brachliegen muss, um wieder fruchtbar zu werden.
Fazit
Die Welt ist pleite, weil sie Maß und Ordnung verloren hat.
Weil sie glaubt, Scheinwerte seien dauerhaft tragfähig.
Weil sie vergaß, dass Wohlstand auf Arbeit, Maßhalten und Disziplin ruht – nicht auf leeren Versprechen.
Als Templer erkennen wir darin eine geistige Lehre: Nur wer Demut, Maß und Verantwortung übt, kann bestehen. So wie unser Orden demütig Christus diente, so sollte auch die Welt zurückfinden zu einem gerechten Maß im Umgang mit Geld, Macht und Besitz.
