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Was taten die alten Templer zu Weihnachten?

Ein Blick in das Fest der stillen Einkehr

Ein Fest ohne Glanz – Weihnachtszeit im Tempelorden

Wenn wir heute an Weihnachten denken, entstehen Bilder von geschmückten Bäumen, Kerzen, Geschenken, Familienessen und feierlichen Gottesdiensten. Doch die alten Tempelritter, jene asketischen Krieger Gottes, feierten dieses Fest ganz anders. Für sie war Weihnachten kein Tag des äußeren Prunks, sondern ein Moment der inneren Stille, der Erneuerung und der Demut vor der Geburt des göttlichen Lichts.

Im Gegensatz zu vielen weltlichen Rittern lebten die Templer nach einer strengen Ordensregel. Sie waren Krieger, aber vor allem Mönche, und ihr Christusfest spiegelte diese Haltung in besonderer Weise wider. Weihnachten galt nicht als „Fest der Freude im irdischen Sinne“, sondern als liturgischer Höhepunkt des inneren Dankes und der geistigen Versenkung.

Wie sah Weihnachten im Leben eines Tempelritters aus?

1. Die Vorbereitung – Eine Woche der Besinnung
Bereits in den Tagen vor dem 24. Dezember übten sich die Templer in größerer Zurückhaltung als sonst. Körperliche Disziplin, Schweigen und zusätzliche Gebete standen im Mittelpunkt. Viele bereiteten sich durch Fastenzeiten und innere Reflexion vor. Während weltliche Burgen mit Festgelagen erfüllt waren, herrschte in den Häusern der Templer eine Atmosphäre des ernsten Erwartens.

2. Der Heilige Abend – Nachtwache in der Stille
Statt fröhlichem Beisammensein vollzogen die Templer eine Nachtwache. Sie gedachten still der Geburt Christi und verbanden dieses Ereignis mit ihrer eigenen Aufgabe: dem Schutz des Glaubens und des Pilgerwegs. Manche Quellen berichten, dass Tempelritter in dieser Nacht auch für Gefallene und verstorbene Brüder beteten – als Zeichen der geistigen Bruderschaft jenseits des Todes.

3. Der Weihnachtstag – kein Festmahl, sondern Eucharistie
Das zentrale Ereignis der Weihnachtsfeier war nicht das Essen, sondern die Heilige Messe. Die Ritter nahmen schweigend teil, ohne Prunk, ohne Musik, ohne festliche Roben. Sie trugen ihre einfache weiße Ordenskleidung mit dem roten Kreuz. Die Botschaft war klar: Christus wird nicht im äußeren Glanz geboren, sondern im Herzen des demütigen Menschen.

4. Das Essen – Einfach, aber bewusst
Zwar gab es nach der Messe Speisen, doch blieben sie schlicht. Einfache Fischgerichte, Brot, Oliven, Datteln oder gelegentlich Lamm – nichts Ausschweifendes. Jeder Bissen sollte Dankbarkeit ausdrücken und nicht Völlerei. Essen war ein Gebet der Dankbarkeit, kein Fest der Sattheit.

Was unterschied die Feier der Templer von heute?

Weihnachten heute Weihnachten bei den Templern
Geschenke, Konsum und Familienfeiern Schweigen, Gebet und geistige Einkehr
Festmahl und Überfluss Schlichte Mahlzeiten, bewusstes Essen
Lichter, Musik, Dekoration karge Kapellen, Kerzenschein nur zum Gebet
Freude im sozialen Sinn Freude im geistigen Sinn – die Geburt des inneren Lichts
Gemeinschaft im weltlichen Sinne Gemeinschaft im Glauben – Bruderschaft im Geist

Die alten Tempelritter sahen Weihnachten nicht als Zeit des äußeren Glanzes, sondern als mystische Geburt Christi im Inneren des Menschen. Für sie war Christus nicht nur ein Kind in der Krippe – er war die Flamme des göttlichen Willens im Herzen jedes Ritters.

Was können wir heute von den Templern lernen?

Vielleicht ist es Zeit, einige Werte zurückzuholen, die uns verloren gingen. Die Templer erinnerten daran, dass Weihnachten ein Fest der inneren Erneuerung ist. Ein Moment, um still zu werden, Dankbarkeit zu üben, und sich auf das auszurichten, was unser Leben wirklich führt und heiligt.

„Christus wird dort geboren, wo ein Herz bereit ist, Ihn zu empfangen.“

So könnte man das weihnachtliche Vermächtnis der Tempelritter zusammenfassen. Nicht der Schmuck, nicht das Essen, nicht die Geschenke machen Weihnachten aus – sondern der Raum, den wir dem Licht in uns öffnen.

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