Burg Lockenhaus – Wenn der Schutz der Menschen Vorrang haben muss
Die Burg Lockenhaus gehört zu den eindrucksvollsten Templerburgen Mitteleuropas. Seit Jahrzehnten zieht sie Historiker, Pilger, Familien und Freunde der Ordensgeschichte an. Gerade deshalb schmerzt es besonders, wenn sie erneut mit negativen Schlagzeilen in Verbindung gebracht wird.
Nach einer aktuellen Warnung der Umweltschutzorganisation Greenpeace wurden auf mehreren Schotterflächen rund um die Burg – darunter der Parkplatz, der Innenhof und der Burgseeparkplatz – erhebliche Asbestbelastungen festgestellt. Laboruntersuchungen sollen an einzelnen Proben Asbestanteile von bis zu 50 Prozent ergeben haben. Die Burgverwaltung hat darauf reagiert und angekündigt, die betroffenen Bereiche zu sperren, bei Trockenheit zu befeuchten und eine fachgerechte Sanierung zu prüfen. Gleichzeitig wird über das tatsächliche Ausmaß der Gefahr zwischen Greenpeace, Behörden und anderen Fachleuten kontrovers diskutiert. Unabhängig davon gilt: Wo ein ernsthafter Verdacht besteht, muss der Schutz der Menschen Vorrang haben.
Verantwortung statt Schuldzuweisungen
Als Templer stehen wir für Verantwortung.
Es geht nicht darum, vorschnell Schuldige zu suchen oder Ängste zu schüren. Ebenso wenig dürfen berechtigte
Sorgen verharmlost werden.
Der Schutz von Besuchern, Anwohnern und Mitarbeitern muss oberste Priorität besitzen. Wo der Verdacht besteht, dass gesundheitsgefährdende Stoffe vorhanden sind, sind Transparenz, rasches Handeln und eine fachgerechte Sanierung selbstverständlich.
Gerade historische Bauwerke tragen eine besondere Verantwortung. Sie sind nicht nur Zeugnisse der Vergangenheit, sondern Orte, an denen Menschen Geschichte erleben und Vertrauen schenken.
Das Erbe der Templer verpflichtet
Die mittelalterlichen Templer errichteten ihre Burgen als Orte des Schutzes.
Pilger fanden dort Sicherheit.
Kranke fanden Hilfe.
Reisende fanden Zuflucht.
Eine Templerburg darf deshalb niemals mit vermeidbaren Gesundheitsgefahren in Verbindung gebracht werden. Wer heute eine solche Burg verwaltet, übernimmt nicht nur die Verantwortung für alte Mauern, sondern auch für die Menschen, die sie besuchen.
Die Lehre für unsere Zeit
Die Ereignisse um Lockenhaus erinnern uns an eine wichtige Wahrheit.
Wir Menschen kümmern uns oft liebevoll um Fassaden, Dächer und Mauern. Doch manchmal vergessen wir, auch auf die unsichtbaren Gefahren zu achten.
Nicht alles, was gefährlich ist, erkennt man auf den ersten Blick.
Asbestfasern sind unsichtbar.
Ebenso unsichtbar können aber auch Gleichgültigkeit, Nachlässigkeit oder fehlende Verantwortung sein.
Beides kann langfristig großen Schaden anrichten.
Hoffnung statt Resignation
Wir hoffen, dass die angekündigten Maßnahmen rasch umgesetzt werden und die Burg Lockenhaus bald wieder uneingeschränkt und sicher besucht werden kann.
Sie ist ein bedeutendes Denkmal europäischer Geschichte und ein wichtiger Erinnerungsort an das Wirken der Tempelritter.
Gerade deshalb wünschen wir uns, dass alle Verantwortlichen – Behörden, Eigentümer, Fachleute und Umweltorganisationen – gemeinsam an einer Lösung arbeiten.
Denn die Aufgabe eines Templers besteht nicht darin, Konflikte zu vertiefen, sondern Brücken zu bauen und Verantwortung zu übernehmen.
Mögen die Mauern der Burg Lockenhaus auch künftig nicht nur von einer großen Vergangenheit erzählen, sondern auch ein Zeichen dafür sein, dass der Schutz des Menschen immer über allen anderen Interessen steht. Wir wissen nicht wer den Schotter in Unkenntnis in Auftrag gegeben hat. War es noch Herr Keller oder schon unser Ordensmitglied Konsul Horvat?

