| Das ist passiert: Nach dem Abzug der russischen Truppen aus der Umgebung der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist am Sonntag das Ausmass der durch die russische Armee verübten Grausamkeiten und Zerstörungen deutlich geworden. Die Ukraine hat im Kiewer Vorort Butcha nach eigenen Angaben 410 Leichen geborgen. Mehr als 50 Mitarbeiter der ukrainischen Staatsanwaltschaft und der Nationalen Polizei nahmen erste Ermittlungen auf. Die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Nicola Beer (FDP), forderte am Sonntag ein «Sonderkriegsverbrecher-Tribunal ähnlich wie bei den Jugoslawien-Kriegen». Zu den neusten Entwicklungen |
Das ist der Hintergrund: In Butscha stiessen die ukrainischen Soldaten auf Strassen, die von Leichen getöteter Zivilisten gesäumt waren. Der Bürgermeister von Butscha, Anatoli Fedoruk, sagte, man habe 280 Personen in Massengräbern beigesetzt. «All diese Menschen wurden erschossen, getötet, in den Hinterkopf», sagte Fedoruk. Auch in dem Dorf Stari Bikiw nahe Kiew sollen sechs Männer erschossen worden sein. Die ukrainische Regierung beschuldigte die Russen unterdessen, auf dem Rückzug von Kiew und in anderen Regionen auf ihren Fahrzeugen Kinder als menschliche Schutzschilde eingesetzt zu haben. Zum Bericht |
So sehen wir es: Russland hat mit den Kriegsverbrechen an der ukrainischen Zivilbevölkerung sein wahres Gesicht gezeigt. Jetzt ist der Moment gekommen, um endgültig zu begreifen: Die feingeistigen Abhandlungen über die angeblich verletzte Seele Putins und das bedrohte Selbstwertgefühl der Russen sind obsolet geworden. Diesem menschenverachtenden Staat kann nicht das Schicksal von Millionen ukrainischen Bürgern im Osten überlassen werden, solange deren Rettung möglich erscheint. Der Westen sollte mehr Waffen an die Ukraine liefern. Zum Kommentar |